Warum sich Europas Osten missverstanden fühlt und der Westen nicht mehr weiter weiß – Annotation zum Buch „Europas geteilter Himmel“ von Norbert Mappes-Niediek

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"Europas geteilter Himmel" von Norbert Mappes-Niediek. © Christoph-Links-Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Überschrift hätte genauso gut anders lauten können, weil nach der Lektüre tiefe Ratlosigkeit bleibt. Mappes-Niedecks These, der Westen blicke durch die Jahrhunderte auf den Osten herab, wird auf knapp 300 Seiten vor uns aufgefächert.

Das Buch fasst die bereits in diversen Printmedien veröffentlichten Thesen und Beiträge des Südeuropaexperten zusammen und erschreckt den aufgeweckten Leser durch Hoffnungslosigkeit. Nach wie vor betrachtet der Westen den Osten in erster Linie als Reservoir an billigen Arbeitskräften und Markt für leicht schrundige Produkte.

Die kulturellen Eigenheiten, die Religion in ihrer Anwendung, die vermeintliche Rückständigkeit in Fragen der Zeit, sind für viele westliche Menschen im Westen ein Grund den Osten als No-Go-Region zu sehen.

Es würde helfen, wenn die im Osten als Arroganz empfundene Grundhaltung vieler Westler einem Verständnis wiche.

Mappes-Niedecks Lehrsatz: Nur wenn wir anfangen zuzuhören, hat die Idee von Europa eine Chance.

Bibliographische Angaben

Norbert Mappes-Niediek, Europas geteilter Himmel, Warum der Westen den Osten nicht versteht, 304 Seiten, 6 Karten. Format: Format: 12,5 x 20,5 cm, gebunden, Verlag: Ch. Links, Berlin 2021, ISBN: 978-3-96289-112-1, 22 EUR (Deutschland)

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