„Briefe ohne Unterschrift – DDR-Geschichte(n) auf BBC Radio“ – eine neue Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin

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Briefe von Hörern, die im August 1961 bei der BBC eingingen. Handschriftlich auf einer Schulheftseite, mit Tinte, Bleistift, auf Luftpostpapier oder maschinengeschrieben: Die unterschiedlichen Briefe spiegeln die Verschiedenheit der Schreiber wider. Viele Schreiber äußerten den Wunsch nach freier Meinungsäußerung. Dieser war stärker als die Angst vor möglichen Konsequenzen. © BBC, Written Archives Centre

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Eine neue Ausstellung in Berlin, die am 20. März 2020 eröffnet wird, trägt den Titel „Briefe ohne Unterschrift“. Laut „Medieninformation“ vom März 2020″ des Museums für Kommunikation Berlin (MKKB) würde die „Kabinettausstellung“ genannte Ausstellung „DDRGeschichte(n) auf BBC Radio“ zeigen.

Schreiber „vieler Briefe an die BBC“ würden von der „Gesellschaft“ und dem „Kulturleben“ in der DDR berichten „und die die politische Entwicklung widerspiegeln“. Doch „neben der Geschichte der DDR (1949-1990) wird auch die der Sendung ‚Briefe ohne Unterschrift‘ (1949–1974) und die des German Service der BBC (1938–1999) erzählt.“

Wer in der „Dunkeldeutschland“ genannten DDR nicht „im Tal der Ahnungslosen“ lebte, der empfing terrestrisch Westfernsehen und UKW-Radio. Aus der Gegend um Greifswald und Dresden dürften daher die wenigsten Briefe gekommen sein. Die ARD wurde als „Außer Rügen und Dresden“ begriffen. Der medialer Eskapismus war in der DDR weit verbreitet und die virtuelle Emigration linderte offensichtlich den Leidensdruck der Leute im SED-Land. Das Politische wird dabei wie so oft unterschätzt. Spiele und also Unterhaltung war wichtig, Brot gab es bekanntlich.

In der Pressemitteilung wird jedoch hervorgehoben, dass “ viele Hörer*innen nicht nur“ konsumiert hätten, „sie wurden auch aktiv und äußerten ihre persönliche Meinung sowie Kritik in anonymen Hörer*innenbriefen. Handschriftlich auf einer Schulheftseite, mit Tinte, Bleistift, auf Luftpostpapier oder maschinengeschrieben: Die unterschiedlichen Briefe spiegelten die Verschiedenheit der Schreiber*innen wider. Viele äußerten den Wunsch nach freier Meinungsäußerung. Dieser war stärker als die Angst vor möglichen Konsequenzen.“

Zur Ausstellung ist ein Buch von Susanne Schädlich im Kaus-Verlag erschienen, dass den Titel „Briefe ohne Unterschrift. Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte“ trägt und für 19,99 Euro erhältlich ist.

Museum für Kommunikation Berlin

Adresse: Leipziger Straße 16 10117 Berlin-Mitte, Deutschland

Kontakt: E-Mail: fk-berlin@mspt.de

Heimatseite im Weltnetz: http://www.mfk-berlin.de

Öffnungszeiten: Dienstags von 9 Uhr bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertag von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Eintritt: 6 EUR, ermäßigt 3 EUR, ermäßigter Eintritt gilt für Studierende und Auszubildende Teilnehmer an Führungen Gruppen ab 15 Personen Berlinpass-Inhaber. Freier Eintritt gilt für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre, betreute Schulklassen allgemeinbildender und beruflicher Schulen freitags in der Zeit von 9 Uhr bis 12 Uhr für Gruppen ab 15 Personen.

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