Das Beste kommt noch. Open-Air-Kino im Schlossinnenhof Osnabrück und so

Schloss Osnabrück, Hof mit aufgeblasener Leinwand; kein aktuelles Photo: Derzeit nur 350 Plätze erlaubt. (Bespielt vom Cinema Art House.) © Cinema Art House Open Air Kino

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Beste kommt noch. Das ist immer so. Wenn es gerade so richtig gut ist, man sich zum Beispiel im Bett entspannt oder beim Blick aufs Meer die Salzluft einatmet, genießt man treu nach Eckhart Tolle den Moment. Was man dabei verpennt, ist, dass nach diesem Moment und weiteren, vielleicht nicht ganz so schönen, garantiert noch schöne Momente folgen. Und so gewiss wie am Ende der Momente die Ente steht – zumindest in dem Wort – kommt das Allerbeste zum Schluss. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

Wir wollen jetzt glücklich sein. Alle Arbeiter, die Lohnverzicht üben um „ihre“ Unternehmen zu retten, alle Frauen, die sich schlagen lassen, um eine verkorkste Beziehung zu retten und alle Christen, die sich vom Feudalherren knechten ließen und sonntags hörten, dass den Armen das Himmelreich gehört und der Reiche da sicher nicht hinkäme – schon mal versucht, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu schleusen? – vertrösteten sich selbst. Oder sie wurden vertröstet, von Gewerkschaften, Unternehmenssprechern und -vertretern, von Kirchen und Pastoren. Das Beste kommt noch. Aber:

Man kann jetzt glücklich sein. Viele sind Bärbel Mohr ganz Ohr. Sie will fast alles – und das sofort. Nun, etwas anders ist es schon. Doch sie erfüllte sich Wünsche und schrieb anderen, wie man das macht. Nach 29 Auflagen konnte sie sich noch mehr Wünsche erfüllen. Frei nach dem Motto: Das Beste kommt noch zählen bei ihr alte Misserfolge nicht. Ob das Aller-Aller-Beste wirklich zum Schluss kommt, sollte möglicherweise dahingestellt bleiben. Aber es kommt noch.

Was immer Du tun willst, tu es jetzt.

Doch dass das Beste noch kommt, ist so. Ist wahrscheinlich. Für alle Lernenden gewiss. Wenn es gut ist, genießen. Wenn es nicht so gut ist, lernen, verändern, besser machen. Besser denken, besser sprechen: besser machen geht dann automatisch. Self-Improvement heißt das auf englisch, Selbstverbesserung. Unverbesserliche Anglizismennutzer verstehen manchmal das eigene Wort nicht mehr, sogar das deutsche. Gail Sheehy soll gesagt haben (in Übersetzung von WDB Berlin, einer Weiterbildungsdatenbank): „Wenn wir uns nicht verändern, wachsen wir nicht. Wenn wir nicht wachsen, leben wir nicht wirklich“. Der WDB-Wahlspruch: Wachse über Dich hinaus!

Wenn wir besser werden und noch besser, wird uns wahrscheinlich besseres und noch besseres widerfahren, schließlich oder vorher mittendrin das Beste. Also: Das Beste kommt noch.

Am Ende dann der Tod. Doch selbst den erwarten Christen und andere Gläubige, die es wirklich sind, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Atheisten dagegen erleben eine Überraschung.

Das Beste kommt noch. Was es ist? Das sei hier allerdings nicht verraten. Wir wollen ja nicht die Vorfreude trüben. Zudem es für jeden etwas anderes sein kann.

Freiluftkino Osnabrück: Das Beste kommt noch

Draußen sein? Super! Im Sommer draußen sein? Noch besser? Kino? Super! Kino draußen mit Eis oder Getränk? Noch superer. Und am supersten nach den Sars-Cov-2- oder Corona-Kontaktbeschränkungen. Freie Luft für freie Lungen.

Heute am 15.8.2020 findet im Schloss eine geschlossene Veranstaltung statt und am Sonntag, den 16. August 2020 nicht etwa ein Gottesdienst, sondern die letzte Freiluft-Filmvorführung der Saison. Das Photo aus dem Hof des Schlosses ist nicht von gestern und zeigt, wie so oft im Kino und im Fernsehen, eine Situation aus der Vergangenheit. Keine Sorge wegen der „Enge“, die manche erst jetzt so empfinden. Genau wie die Angst. Übertriebene Angst sollte man loslassen.

Osnabrück und anderswo: Freiluftkinosaison ist jetzt!

Nach dem Wochenend- oder Sonntagsausflug nach Osnabrück, für den, der Angst vor Kohlendioxid hat, gern mit der Bahn (die fährt zwar viel mit Kohlestrom, hat aber jetzt einen grünen Streifen auf dem ICE; und Eis ist im Sommer willkommen), gibt es dann noch hauptstädtische Freiluftbühnen wie das im Theaterstück „Auf der Straße“ erwähnte Kino Rehberge und das Freiluftkino Hasenheide.

Der letzte Kinofilm der Schlosshofsaison – vom Veranstalter angepriesen als „Berührender, tiefgründiger Buddymovie mit viel Tiefgang und Humor“ – heißt:

„Das Beste kommt noch.“

Tel. des Kinos in Osnabrück: 0541 – 6006 50; die Kinokasse ist täglich ab 10 Uhr geöffnet.

Tel. des Filmtheaters Hasetor: 0541-23777 (telefonische Kartenreservierung) täglich ab 10 Uhr.

Einlass zum Film um 20 Uhr. Beginn bei Dämmerung ab etwa 21.30 Uhr.

Eintritt 7 Euro ermäßigt, sonst 8 Euro. Für, das Beste, das noch kommt, klingt das wie geschenkt.

Es sind zurzeit nur 350 Besucher im Hof des Schlosses zugelassen, das wird Ängstliche beruhigen. (Draußen unter freiem Himmel passiert sowieso weniger. Sogar Terroranschläge würden dort weniger Wirkung zeigen als in Gebäuden. Und dass das Hofkino nicht voll besetzt sein wird, selbst wenn es ausverkauft ist, ist für die Sicherheit ein gutes Gefühl. Für die Wirtschaft ein schlechtes. Als letzter Vorteil seien weniger Taschendiebe genannt.)

Link zum Filmprogramm (das Freiluftkino ist dem Cinema Arthouse angegliedert, so wie das Freiluftkino Hasenheide zum Kino Hackesche Höfe gehört). https://www.cinema-arthouse.de/kino/programm/open-air-kino

Das Beste kommt noch?! Ein Artikel über die Beste aller Welten:

Schloss Osnabrück (nicht Schloss Ostankino, da gibt‘s eventuell gar kein Kino) liegt im westlichen Niedersachsen ganz weit im Süden.

Das perfekte Geheimnis

Nicht Chronistenpflicht, sondern -kür ist diese Auflistung von Höhepunkten dieser Sommersaison 2020.

Das perfekte Geheimnis (18.7.), Nightlife (16.7.)(da gehört Freiluftkino ab halb zehn irgendwie dazu), Die Känguru-Chroniken (25.7.). Musikfilme wie Bohemian Rhapsody (16.7.), Yesterday (ist gelogen, das war schon am 30. Juli 2020), Mamma Mia (genau! Am 7.8., unter anderem ohne Abba, aber mit dem Beweis, dass Pierce Brosnan (nicht) singen kann).

Es gab Reisefilme wie Nur die Füße tun mir leid – 900 km auf dem Jakobsweg am 2.8. (das Buch https://www.abebooks.com/servlet/SearchResults?isbn=9783442449064&cm_sp=mbc-_-ISBN-_-all von Shirley MacLaine kann man jederzeit lesen!), Ausgrissn, Besser Welt als nie (Reise durch 41 Länder, am Tag des Mauerbaus 13.8.). Am 24.7. wurde gezeigt: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl nach dem Buch von Judith Kerr. „Klassiker“ genannte Streifen wie Blues Brothers (22.7.2020), Jenseits von Afrika (10.8.) und zum Schluss im Schloss: Das Beste kommt noch. Am Sonntag, den 16. August 2020.

Und das Beste kommt noch: kein Risiko bei schlechtestem Wetter: „Bei starkem Unwetter wird die Veranstaltung abgesagt, eine Verlegung der Vorführung ins Cinema Arthouse ist aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen leider nicht umsetzbar. Die Ticketkosten werden in diesem Fall natürlich erstattet abzgl. der VVK-Gebühr“.

Tourismus nach Osnabrück? Noch mehr perfekte Geheimnisse

Das Schloss ist weder auf der Homepage des Kinos noch über Wikipedia gleich zu finden (der dortige Link https://www.osnabrueck.de/index.php?id=2188 verweist auf „Seite nicht gefunden“). Gibt es das Schloss überhaupt? Wenn ja, warum findet man es nicht auf der Homepage der Stadt? Eigentlich müsste es ja eine eigene Seite geben, wenigstens als Untersite von Osnabrück.de . Fehlanzeige. Es scheint so, dass die von Steuergeldern bezahlten städtischen Mitarbeiter, die auch die Website betreuen, zwar sich selbst und vielleicht die Osnabrücker im Blick haben, vielleicht noch ein paar Menschen aus den Nachbarorten.

Dass irgendein Tourist vielleicht die Adresse des Schlosses braucht, scheint ausgeschlossen. Kennt ja auch jeder. Schloss Osnabrück? Na klar! Postleitzahl, Straße, Haus-Nr. weiß jedermann auswendig, auch wofür es bekannt ist …

Oder denkt man dort, dass jeder Besucher, der sich nach Osnabrück verirrt, schon weiß, wo das Schloss ist? Selbst ein Navi braucht eine Anschrift. Osnabrück muss ein sehr schöner Ort sein, man hat einen blinden Fleck und sieht nichts anderes. Oder verheimlicht alles absichtlich, damit niemand neues kommt und man unter sich bleiben kann.

Vielleicht gibt es aber auch so viele Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in der Stadt, zum Beispiel die berühmte Brücke über die Osna (kleiner Scherz), dass man so etwas wie ein Schloss einfach mal vernachlässigen kann.

Und das Beste kommt noch: Das Onlinewerbebanner des Freiluftkinos spricht zwar vom Schlosshof. Dass sich der in Osnabrück befindet, wird verheimlicht.

Ist Osnabrück Bielefeld? Eine Verschwörungstheorie

Naja, oder: Osnabrück gibt es gar nicht, und sich dann noch eine Postanschrift für ein (imaginäres?) Schloss auszudenken, dafür waren die Erfinder der Stadt zu faul. Aber war das nicht Bielefeld? Die Stadt, die es nicht gibt? Kennen Sie die Geschichte? Wir haben doch gesagt: Das Beste kommt noch.

Zum Nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeld-Verschw%C3%B6rung Egal – die Bielefeld-Verschwörung ist natürlich Quatsch, so wie alle anderen Verschwörungstheorien und Verschwörungen auch. Was meinen Sie dahinten? Ich höre so schlecht! Die USA sei aufgrund einer Verschwörung gegründet worden? Ja, aber das war im 18. Jahrhundert. Seitdem es moderne Medien gibt, also seit dem 20. Jahrhundert, gibt es keine Männer mehr, die sich heimlich treffen und sich verschwören, das würde ja mit dem Internet sofort aufgedeckt von Edward Snowden, Julian Assange, Wikileaks und so weiter, oder? Verschwörungen gab es nur bis zum 19. Jahrhundert, das ist ein alter Zopf. Es trägt ja in deutschen Gerichten auch keiner mehr eine Perücke. Jetzt verbreiten Sie mal hier keine Negativität und schlechte Laune. Gehen Sie besser ins Kino!

Freiluftkino in Berlin: Kino in der Hasenheide

http://www.freiluftkino-berlin.de/ Der Name dieser Website suggeriert ein wenig, dass alle mit Filmprojektoren bestückten Berliner Frischluftbühnen dort erwähnt seien; das ist nicht der Fall, sondern nur die Lichtspiele in Friedrichshain (eigentlich 1500 Plätze), Kreuzberg und Rehberge (Wedding). Auf der Website fehlt das große Freiluftkino in der Hasenheide. Wer in dem großen Park, in dem jedes Wochenende illegale Parties „steigen“, etwas Legales tun möchte, gehe halt ins Kino: https://www.freiluftkino-hasenheide.de/ Heute um 20.45 Uhr wird gezeigt: Undine; auf deutsch mit englischen Untertiteln.

Wichtigeres im Kopf – Osnabrück, der Friede und der Frieden

Das Beste kommt noch: So etwas Unwichtiges wie die Anschrift des Osnabrücker Schlosses ist in der Stadt vielleicht auch deswegen nicht im Blickfeld, da seit 1648 der Friede im Mittelpunkt steht, nicht nur der westfälische. Der Leitsatz lautet: „Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“. Da kann man Flops im Fremdenverkehr verschmerzen. First things first, ohne Frieden ist alles nichts. https://de.wikipedia.org/wiki/Frieden.

PS: Übrigens: das Beste kommt noch (klingt immer noch besser als: „Das kann man toppen“ oder Casting-Show-Sprech: „Kannst Du da noch ne Schippe drauflegen?“).

Zu Bielefeld: Die Stadt hat doch tatsächlich einen Wettbewerb veranstaltet. Ja, werde manche sagen, kennen wir, ein abgekartetes Spiel, ging bestimmt um Kunst oder was Soziales. Nein! Die Stadt Bielefeld veranstaltete einen Wettbewerb, an dem jeder teilnehmen konnte. 1 Million Euro Preisgeld. Für den, der Beweisen könnte, dass es Bielefeld nicht gibt. Ein Jahr später beendete man den Wettbewerb, weil es niemand konnte.

Doch das Beste kommt noch: im 21. Jahrhundert hat eine ganze seriöse, deutsche Stadt eine Verschwörungstheorie ernstgenommen. Wenn das nichts ist!

Daher endet an diese Stelle der Artikel „Das Beste kommt noch“. Es fällt schwer, das zu „toppen“.

Frieden und Wohlstand für alle und für immer? Ende des Leidens für alle? Keine Angst vorm Tode und kein zu früher Tod mehr? Vielleicht gibt es doch noch mehr. Man braucht nur Ziele zu haben, oder in dem Fall: Träume. Der Glaube versetzt Berge. Glauben alle, werden die großen Berge des Leids abgetragen, nein, sie lösen sich auf. Und dann werden alle glücklich, egal in Hütte oder Palast.

Möglich ist es. Ausschließen sollte man es nicht, sich nicht die Zukunft verbauen. Warum nicht an das Gute glauben und hoffen? Das Schlechte ist schon langweilig. Vielleicht kommt es ja noch, das Beste. Dann könnte ein Filmtitel das Motto einer ganzen Generation werden: Das Beste kommt noch!

Oder, wenn’s hilft, man benutzt es als Mantra. Das Beste kommt noch – Das Beste kommt noch – Das Beste kommt noch.

Das soll den Wert des Moments nicht schmälern. Natürlich gilt der Rat, im Jetzt zu sein: Sei jetzt hier!

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