Ein Bildnis Nik Cave als junger Mann oder wenn weniger mehr ist – Annotation zum Buch „Jugendfeuer“ von Mark Mordue

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"Jugendfeuer" von Mark Mordue. © Hannibal

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Cavefans aufgepasst, wenn ihr blind vor Liebe seid und alles vom kleinen Meister Nick sammelwütig um euch scharen möchtet, hört hier auf zu lesen und kauft euch verdammt nochmal das Buch.

Allen anderen muss ich leider verkünden: 3 von 5 Punkten, weil die Eitelkeit des Autors alles überlagert. Mark schein in Australien eine mittelgroße Nummer zu sein und fühlt sich somit berechtigt, Caves Leben für uns festzuhalten.

Das macht er in großen Teilen gut, wenn auch ungeheuer verschwafelt und vertratscht. Leider wird er damit Caves philosophisch angehauchtem Kunst-Pathos nicht gerecht.

Wenn er sich an die Fakten gehalten hätte und sein eigenes Leben samt hausgemachten Problemen draußen gelassen hätte, wäre es bestimmt ein sehr gutes Buch geworden.

So muss man immer wieder lange Passagen überblättern, bevor es inhaltlich wieder um Cave geht und nicht die oft ins Leere gehenden Deutungsversuche Mordues. Zwischen L. Cohen und Nabokovs Lolitta passt immer noch ein Satzungetüm. Vielleicht hätte er einfach nur die unkommentierten Interviews seiner Protagonisten abtippen sollen?

Bibliographische Angaben

Mark Mordue, Jugendfeuer, Die frühen Jahre des Nick Cave, 384 Seiten, Übersetzerin: Sabine Thiele, Bindung: Broschur, Format: 21,5 x 14 cm, Verlag: Hannibal, Höfen, 1. Auflage, Mai 2022,‎ ISBN: ‎978-3-85445-733-6, Preis: 27 EUR (Deutschland)

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