„Frausein“-Autorin ist nun auch Kurt-Tucholsky-Preisträgerin

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"Frausein" von Mely Kiyak. © Hanser-Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die 1976 in Sulingen geborene Mely Kiyak, die in Berlin lebt, „wurde für ihre Kolumnen und Essays, unter anderem für ihre Theater-Kolumnen für das Maxim-Gorki-Theater, und für ihr im Hanser-Verlag erschienenes Buch „Frausein“ mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet“. Das und noch viel mehr steht in einer „Gorki-Pressinfo“.

In der Pressemitteilung vom 13.9.2021 heißt es, daß die Laudatio der „Preisvergabe, die als Höhepunkt und Abschluss der diesjährigen Jahrestagung der Kurt-Tucholsky-Gesellschaft am 12.9.2021 im Palais am Festungsgraben“ in Berlin und also gleich neben dem Maxim-Gorki-Theater veranstaltet wurde, Max Uthoff die Laudatio hielt. Ausgewählt worden sei der Komiker wie auch Claus von Wagner von Kiyak, wie sie selbst in der „Zeit“ (12.9.2021) schrieb. Wenn das nicht witzig ist, was dann?!

Uthoff scheint der Meinung zu sein, daß „nicht nur ihre schriftstellerische Klasse“ Kiyak, Autorin u.a. des Buches „Frausein“, mit Tucholsky verbinde, „sondern auch ihr großartiger Humor“. Meint Uthoff damit deren Beschreibung von Thilo Sarrazin als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“?

Sind sowohl Kiyak als auch Uthoff dermaßen drollig oder selten dämlich?

Mely Kiyak, die nach Daniela Dahn und Margarete Stokowski die dritte Preisträgerin des Kurt-Tucholsky-Preises, der erstmals 1995 vergeben wurde und seit 1997 alle zwei Jahre vergeben wird, ist, bedanken sich und sagte unter anderem: „Das Gewerbe der politischen Analyse hat für sich Deutungsmuster, Codes und Chiffren erfunden, mit denen sie das Zeitgeschehen beurteilt und beschreibt. Die meisten Kolumnisten übernehmen diese Art zu schreiben. Ich habe mich dagegen gewehrt. Ich schreibe die wahrste Wahrheit und wirklichste Wirklichkeit, so ich sie erkenne. Und, natürlich, man will auch unterhalten. Das ist bei mir auch ein bisschen zwanghaft. Und das hat damit zu tun, dass man in meiner Familie das Recht aufs Sprechen in dem Moment verwirkte, wenn man es nicht schaffte, zu Gelächter zu reizen, zu verblüffen, zu unterhalten. Weitererzählen zu dürfen war die größte Auszeichnung.“

Daß mit diesen drei Gesinnungsschreiberinnen der Umvolkung und Mohammedanisierung der Bundesrepublik Deutschland als Preisträgerin der Name Kurt Tucholsky in den Schmutz gezogen wird, wogegen sich der deutscher Journalist und Schriftsteller nicht wehren kann, denn er starb am 21.12.1935 in Göteborg, ist das andere. Schade eigentlich, daß Mely Kiyak nur „verzweifelt“ zu sein scheint – jedenfalls behauptet sie das von sich -, „wenn sich Künstler als Aktivisten bezeichnen, wenn sie Wahlempfehlungen geben, wenn sie Petitionen unterzeichnen“ und nicht gewiß genug, alleine schon den gelernten Gesinnungswitzbold Uthoff, der sich auch als Gedankenpolizist bemüht, als einen solchen zu begreifen. Und dann gibt es die, die noch nicht einmal begreifen, daß sie es nicht begreifen. Wenn das nicht selten dämlich ist, was dann?!

Es kann halt nicht jeder „durch die Dinge durchsehen, wie wenn sie aus Glas wären“ (freue sich, wer’s kennt).

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