Haxe im historischen Stadtbad – Slow Food Genussführer für 2019/20 erschienen

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Slow-Food-Genussführer 2019/20. © Oekom

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wohin bloß, wenn der Hunger zwickt? Und man gleichzeitig Qualität zu vernünftig kalkulierten Preisen wünscht? Helfen kann da der neue Slow-Food-Genussführer 2019/20. Das 752 Seiten starke Werk, inzwischen im Buchhandel erhältlich, stellt 548 Lokale mit Slow Food vor. In ganz Deutschland. Alle seien mit ihrer Region verankert, so Manfred Kriener bei der Pressekonferenz im „Landhotel Potsdam“ in Potsdam-Golm. Hochwertige Produkte aus der Umgebung sollen für Frische und Qualität auf dem Teller sorgen. Ausflüge in die internationale Küche, etwa Sashimi von der Schwarzwaldforelle, seien dabei stets willkommen, versichert der Redaktionsleiter weiter. Weitere Kriterien seien neben einer saisonalen Küche und fairen Preisen der Verzicht auf Convenience Food sowie auf Geschmacksverstärker.

125 Adressen wurden neu aufgenommen, 70 gestrichen. Die Abgänge hätten keineswegs nur mit mangelnder Qualität zu tun. Manchmal hätte sich das Konzept geändert, manchmal fehlten auch einfach nur geeignete Nachfolger. Zu den Neuzugängen gehören auch zwei Berliner Restaurants: Das „Restaurant Oderberger“ sowie die „Speisewirtschaft“. Nun kann neben Kreuzberg nun endlich auch das Szeneviertel Prenzlauer Berg mit einer Slow-Food-Adresse aufwarten. Und das sehr stilvoll. In einem alten, historischen Bad residiert das „Restaurant Oderberger“, das junge Team um Chefkoch Matthias Schmidt möchte das historische Gebäude auch kulinarisch wiederbeleben. Dabei setzen die Macher auf deutsche Kost mit Anleihen und Zitaten aus der alten Berliner Küche. „Dit is Berlin“ nennt sich so auch eine Sektion der Speisekarte, die unter anderem mit Kartoffel-Sauerkraut-Suppe, Haxe oder Berliner-Luft-Küchlein aufwartet.

Es fällt auf, dass der Guide vor allem die ländlichen Regionen abdeckt, die Metropolen sind hier eher eine Randerscheinung. Ohnehin geht es hier eher um einfache Lokale und Gasthäuser als um Sternetempel und Szene-Restaurants. Sie sind, wohl auch wegen der hohen Mieten, einfach zu teuer. Die Preisgrenze für drei Gänge, so Manfred Kriener, liege bei 50 Euro.

In Brandenburg gab es jedenfalls gleich vier Neuzugänge, neben dem „Landhotel Potsdam“ auch das „Restaurant 1 A im Hotel Reuner“ in Zossen. Inhaber Daniel Reuner schwingt hier zugleich den Kochlöffel, er hat das Geschäft von der Pike auf gelernt. Sein ganzer Stolz ist der große Gemüse- und Kräutergarten, Wirsing, Tomaten oder Rote Bete wachsen hier unter anderem. Die kleinen Gerichte, die Matthias Hamisch im Anschluss an die Pressekonferenz kredenzt, fallen ebenfalls vitaminreich aus. So ziert das Carpaccio als ersten Gang reichlich Grün. Kapuzinerkresse. „Die habe ich meiner Mama geklaut“, gesteht der „Landhotel“-Küchenchef.

 

Slow-Food-Genussführer 2019/20, Oekom-Verlag 2019

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