Symphonieorchester Vorarlberg spielt sich in die Herzen

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Konzert 3, Feldkirch Bregenz, ABO 2018/19. © 2018, Foto: Midou Grossmann

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Jung ist es als Verein, das Symphonieorchester Vorarlberg, denn die Gründung durch eine Gruppe von Musizierenden und Musikbegeisterten aus dem Land zwischen Arlberg und Rhein fand erst im Jahr 1984 statt. Jung ist es auch in seiner Besetzung, denn hier treffen einander professionelle Musikerinnen und Musiker aus Vorarlberg und den benachbarten Regionen, die oft in keinem Orchester fest angestellt tätig sind.

120 Musiker kehren immer wieder zurück zu diesem Orchester, das in seiner kurzen Geschichte lange von nur zwei Dirigenten geprägt wurde. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte Christoph Eberle die Arbeit des Orchesters, 16 Jahre davon als Chefdirigent. Von 2005 bis 2018 folgte ihm der Südafrikaner Gérard Korsten nach, nun ist man wieder auf der Suche nach einem neuen Chefdirigenten, so sind fast alle Maestros dieser Saison in einer Art Bewerbungsphase.

Ein britischer Abend im Festspielhaus

So auch der Dirigent des Abend, der Brite Leo McFall, der ein klassisches Konzertprogramm präsentierte. Werke von Joseph Haydn, Gordon Jacob und Felix Mendelssohn Bartholdy waren zu hören. Gordon Jacob (1895-1984) ist wohl der unbekanntere von den dreien, doch sein Konzert für Horn und Streichorchester gehört zu den meist gespielten Werken dieser Gattung. Es wurde 1951 in London unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt, Solist war damals der legendäre Dennis Brain. Es stellt enorme Anforderungen an den Solisten, doch im Bregenzer Festspielhaus agierte der renommierte Hornist Stefan Dohr souverän virtuos und erntete viel Applaus im ausverkauften Haus. Die vielschichtige Komposition kann als eine Art Serenade für Horn und Streicher beschrieben werden und wurde nach der Uraufführung als vergnügliches Stück gelobt. Ja, das war ebenfalls der Eindruck auch an diesem Abend, wenn auch das Orchester teilweise etwas zaghaft begleitete.

Angefangen hatte man mit Joseph Haydn, Symphonie Nr. 98 B-Dur, die zu den 12 Londoner Symphonien des Komponisten gehört und schon bei Uraufführung bejubelt wurde. Aber auch hier schien der Dirigent zu sehr auf einstudierte Exaktheit zu setzen, als auf ein dynamisches Musizieren, das sich aus dem Augenblick selbst manifestiert. Zu einer geistig geprägten Aufführung kam es nicht, was leider heute immer öfters der Fall ist. Zwar konnte man sich nach der Pause mit der Symphonie Nr.3, der ‚Schottischen‘, von Felix Mendelssohn Bartholdy durchaus steigern, wobei der warme Klang der Streicher sowie ein durchweg flexibles Spiel des Orchesters positiv zu vermerken waren.

Man darf gespannt sein auf das kommende Operndirigat des Orchesters, Beethovens ‚Fidelio‘ ist sicherlich eine Herausforderung für jeden Klangkörper. Die szenische Aufführung wird im Vorarlberger Landestheater ab dem 1. Februar 2019 zu erleben sein. Das SOV spielt jede Saison einen Zyklus von 6 Konzerten in Bregenz und Feldkirch, die mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil des Vorarlberger Kulturlebens sind.

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