Herzerwärmende Punkrockschnurre aus Dänemark – Annotation zum Buch „Wie aus mir kein Tänzer wurde“ von Kent Nielsen

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"Wie aus mir kein Tänzer wurde" von Kent Nielsen. © Ventil

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Unter dem sympathischen Nichttitel Wie aus mir kein Tänzer wurde, der im Untertitel mit Ein Leben in der dänischen Punk- und Hardcoreszene näher definiert wird, wirft uns Kent Nielsen eine feine Außenseitergeschichte aus den 1980ern in die Weihnachtsfeierlaunenvitrine.

Eine Jede von uns weiß, Dänen wie auch Däninnen lügen nicht. Insofern sind die klaren Sätze Herr Nielsens eine recht wohltuende Lektüre, die uns die fiesen Kämpfe junger dänischer Dörfler gegen Eltern, Bullen und sonstige Lebensverhinderer erklärt.

Kent bemüht sich schon im zarten Alter von fünfzehn um höchste Punkerehren, er spielt herrlich falsch einen (immerhin) zweiseitigen Bass, gründet Fanzines und Bands mit Gleichgesinnten und schafft es, auch dank seiner uneitlen Schreibe, den Sound des Punkrock im Land der Dänen gut rüberzubringen. Er ist kein Mann der dicken Hose, kann über sich selbst lachen und kennt den Geschmack der Niederlage.

Das Buch endet im Jahr 1988 – das ist eine kluge Entscheidung, weil wir doch nicht jede spätere, vielleicht langweilige Wendung im Leben Kents erfahren müssen. Kent konzentriert sich auf seine großen Jahre des Punk – das macht das Buch authentisch, verleiht ihm Drive und schenkt dem Leser und seiner Leserin hohes Vergnügen. Feines Buch, das spielend in jede PunkrockerInnenbibliothek passt.

Bibliographische Angaben

Kent Nielsen, Wie aus mir kein Tänzer wurde, Ein Leben in der dänischen Punk- und Hardcoreszene, 216 Seiten, Broschur, mit zahlreichen Abbildungen, Ventil-Verlag, Mainz 2018, ISBN 3-95575-103-6, Preis: 16 EUR

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