Heinz Helle, Eigentlich müssten wir tanzen

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© Suhrkamp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Schweizer Schriftsteller und Werbetexter Heinz Helle hat uns einen schön düsteren Roman aufs Tapet gepflanzt. Fünf unsympathische Männer der Generation Party verbringen regelmäßig Saufabende in den Alpen. Sieverbinden Reste einer Jugendfreundschaft – und obgleich sie im Leben verschiedenen Sprossen des Erfolgs erklommen haben, bleibt das Wochenende außen vor.

Doch plötzlich dringt Rauch aus dem Dorf. Und mit einem Mal ist alles anders. Die Menschheit hat sich verabschiedet und die fünf Typen müssen sehn, wie sie mit der neuen Situation klarkommen. Was ein wenig nach The Last of us und The Walking Dead klingen mag, entwickelt sich schnell zu einem fiesen Kammerspiel, das nur Verlierer kennt.
In seltsam dichter Sprache und mit karger Poesie führt Helle seine fünf Idioten ins Verderben. Das fesselt bei der Lektüre, doch die Frage nach dem Sinn des Ganzen schwebt unerbittlich über dem Buch. Da diese unbeantwortet bleibt, stellte sich ein fades Geschmäckle ein.

Haben wir es nun mit einer geschickten Bastelarbeit im Zeitgeistlook zu tun, oder ist das mittelschwere Literatur?

Selber lesen hilft, mich ließ das Buch einigermaßen sprachlos zurück, zumal die Fragen nach dem Sinn von Freundschaft und Leben, deren Beantwortung uns der Klappentext offeriert, keine Antwort erfahren.

Bibliographische Angaben

Heinz Helle, Eigentlich müssten wir tanzen, 173 Seiten, Suhrkamp Verlag, Berlin 2015, ISBN: 978-3-518-42493-3, Preise: 19,95 € (D), 20,60 € (A), 28,50 SFR

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