Journalist und Moderator Zororo Makamba starb in seiner Heimat Simbabwe

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Das blau-gelb-rote ist die Flagge Harares. Harare ist die Hauptstadt Simbabwes. Der schwarze Rand wurde aus aktuellem Anlass hinzugefügt. (public domain)

Berlin, Harare; Deutschland, Simbabwe (Kulturexpresso). Mit Zororo Makamba ist am Montag, den 23. März 2020 der erste Simbabwer mit einem positiven COVID-19-Test gestorben. Makamba war ein Kollege. Der Journalist war unter anderem Fernsehmoderator und dadurch in jungen Jahren bereits recht bekannt.

Er starb im Wilkins Infectious Diseases Hospital (Wilkins-Krankenhaus für Infektionskrankheiten) in Harare nur wenige Tage nach dem Test.

Zororo Makamba wurde nur 30 Jahre alt. Die Infektion ist ein Import aus den USA. Berichte in den Nachrichten besagten, dass Makamba diesen Monat aus New York nach Zimbabwe zurückkehrte; er hatte grippeähnliche Symptome, die immer schlimmer wurden. Am Wochenende unterzog er sich einem Coronavirustest. Ergebnis: positiv. Am Montag verstarb er dann.

Zororo Makamba – eine früh beendete Karriere

Megan Banta schreibt im „Lansing State Journal“, einer Veröffentlichung, die wegen des Corona-Virus-Ausbruchs im Moment gratis zu lesen ist, unter der Überschrift: ‚Ehemaliger Student der Michigan State-Universität (MSU) ist erster Corona-Virus-Todesfall in Simbabwe‘. Makamba stammt aus Simbabwe und schloss, seinem Linkedin-Profil entsprechend, an der Michigan-State- Universität 2012 mit einem Bachelor of Arts in Kommunikation ab.

Dann ging er nach New York, machte einen „Master of Fine Arts“-Abschluss als Producer an der New York Film Academy. Quelle: Makambas Website. Er war in Simbabwe, dem Binnenstaat im Süden Afrikas, Produzent, Radio- und Fernsehmoderator.

Makamba begann seine Medienkarriere bei ZiFM Stereo, das ist Simbabwes erster privater Radiosender. Dort moderierte er aktuelle Programme, um dann seine eigene Talkshow zu gestalten.

Er ist auch einer der Gründer von Eleven Dogs Inc., einem Unternehmen, das digitale Medien und Rundfunk anbietet. Er produzierte und moderierte „Point of View with Zororo Makamba“, eine wöchentliche „political opinion show“ (wörtliche: Politische-Meinungs-Show) im Netz. 

Makamba hatte seit 2017 auch für die United Talent Agency gearbeitet, als „talent agent in training“.

Gibt es eine Moral von der Geschicht‘?

Was können wir daraus lernen? Simbabwe wurde erst spät von dem Virus erreicht.

Reisen verbreitet ihn mit großer Geschwindigkeit.

Nicht das Alter ist entscheidend, sondern die Vorerkrankung oder die Vorerkrankungen (Makamba litt laut CNN an Myasthenia gravis).

Ausgerechnet sein Aufstieg wurde ihm zum Verhängnis. Wäre er beruflich nicht so weit gekommen, hätte er auch nicht so oft und weit reisen können. Die Vereinigten Staaten von Amerika, denen er eine sehr gute Ausbildung verdankt, waren auch der Ort, wo er sich mit einer Krankheit angesteckt hat, die bei ihm in wenigen Tagen zum Tod führte.

Zwar gibt es genug Beispiele von Prominenten, die früher verstarben. Der koreanische Schaupieler und Sänger Cha In-ha (Jahrgang 1992) starb am 3. Dezember im Alter von 27 Jahren – aus unbekannten Gründen. Amy Winehouse und viele andere wurden nur 27 oder 28 Jahre alt. Das hatte andere Ursachen.

Folgen: Wieder ein sorgloses Land weniger

Nach Makambas Tod am Montag gab Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa ein Verbot aller nicht notwendigen, grenzüberschreitenden Reisen bekannt. Mnangagwa ließ Bars, Bäder und andere Freizeiteinrichtungen schließen. Im Krankenhaus darf jeder Patient nur noch einen Verwandten pro Tag zu Besuchen empfangen. Alle Versammlungen mit 50 oder mehr Leuten wurden ebenfalls untersagt.

Anderen Quellen zufolge hatte der Präsident bereits am 17.3.2020 den nationalen Notstand ausgerufen, Reisebeschränkungen und ein Verbot großer Versammlungen verhängt.

6 Tage später, am 23.3., gab er dann vier zusätzliche Maßnahmen bekannt: 1. Schließung aller Grenzen außer für Fracht und Rückkehrer (Bewohner Simbabwes), Verbot verzichtbarer Reisen; 2. kein Sport, Schließung von Bars, Nachtklubs und Kinos; 3. Obergrenze für Versammlungen in der Öffentlichkeit 50 Teilnehmer; 4. die genannte Reduzierung von Krankenhausbesuchen.

Update: Nach Redaktionsschluss wurde bekannt, dass die Regierung des Staates Simbabwe am 27. März einen landesweiten „Lockdown“ ankündigte für 21 Tage, beginnend am 30. März 2020. Anders als Kanzlerin Merkel in der Bundesrepublik verfuhr, blieben also 2 bis 3 Tage Zeit. Allerdings weichen die Vorschriften in den beiden Ländern ab und die simbabwische Regelung berücksichtigte möglicherweise das Wochenende Samstag/ Sonntag 28./29.3., als sie am Freitag die Stillegung verkündete.

Mehr über Zororo Makamba in der Netz-Enzyklopädie https://de.wikipedia.org/wiki/Zororo_Makamba .

Wer englisch kann, findet hier noch weitere vier Quellen, darunter die BBC, die Times und eine simbabwische Quelle (www.iol.co.za) https://en.wikipedia.org/wiki/Zororo_Makamba .

Ein anderes Schicksal von einem der Kultur verbundenen, der ebenfalls: im Ausland war, über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde und in seiner Heimatstadt starb, die die Hauptstadt seines Heimatlandes ist. https://kulturexpresso.de/der-georgische-komponist-giya-kancheli-starb-an-seinem-geburtsort-tiflis/

Mehr über Afrika: https://kulturexpresso.de/tropical-island-affb-mit-kunstmesse-designermarkt-und-livemusik-erst-das-essen-dann-die-kultur/

https://kulturexpresso.de/afro-sonic-mapping-tracing-aural-histories-im-hkw-nur-bis-17-11-2019/
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1 KOMMENTAR

  1. Was Zororo Makambas letzte Monate gesundheitlich angeht: Er hatte ein Brust-OP im November (2019). (Es wurde etwas herausgeschnitten.) – Am 9. März kehrte er aus der Stadt New York zurück. Am 16. März ging er mit Husten und Fieber zum Arzt. Am 21. bekam er seine COVID-19-Diagnose, um 2 Tage später zu sterben. Möglicherweise hatte er sich am 5. oder 6. infiziert.
    Die im Artikel genannte Krankheit ist eine Autoimmunkrankheit, die Gehirn, Skelett und Muskeln einbezieht.

    Makambas Vater heißt James. Damit Zororo Makamba ein Gesicht bekommt, könnte man sich seine Website anschauen: http://zororomakamba.com/.