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Kreuzberger Geschichten – Annotation zum Sachbuch „36 Boys. Wie eine Kreuzberger Gang zur Legende wurde“ von Paul Christoph Gäbler

"36 Boys. Wie eine Kreuzberger Gang zur Legende wurde" von Paul Christoph Gäbler. © Blumenbar

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die 36 Boys waren besonders in den 1980ern eine migrantische Straßengang in Kreuzberg. Es waren zumeist Männer, besser Jungs mit Einwandererhintergrund, eine raue Truppe, die nicht viel von Schule und brav sein bis zum Tod hielt. Ohne politische Botschaft, aber mit klarer Kante gegen Nazis und andere Böse Onkels hingen sie rum, bauten Scheiße, manche hörten Rap, alle vereinte der Wunsch zu Berlin zu gehören und aus dem Ghetto zu kommen, Geschichte zu schreiben.

Paul Christoph Gäbler hat mit einigen der überlebenden Leute gesprochen, er erzählt ihre Geschichte sehr dialogisch nach, nicht immer schlüssig, selten in ihrer Sprache. Einfühlen liest sich anders, es ist eine saftlose, aufgesetzte Pseudosprache. Dem Autor gelingt es nicht, die Herren zu tieferen Eindrücken, Einsichten und Zusammenhängen zu bewegen. Er kommt nicht hinter die Kulissen, weil sie es nicht wollten oder er die falschen Fragen stellte.

Ich hätte gern etwas mehr über das damalige Frauenbild, patriarchale Familienstrukturen, kulturelle Zusammenhänge, ihre kriminelle Taten (die heute längst verjährt sind) und Missverständnisse erfahren. Ein halbgares Buch.

Bewertung: drei Punkte von fünf Punkten

Bibliographische Angaben:

Paul Christoph Gäbler, 36 Boys, Wie eine Kreuzberger Gang zur Legende wurde, 223 Seiten, Sprache: Deutsch, Bindung: fester Einband Verlag: Blumenbar im Konzern Aufbau Verlage GmbH & Co. KG, Berlin, 1. Auflage 15.4.2026,‎, ISBN: 978-3-351-05142-6, Preis: 24 EUR (Deutschland)

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