Missbrauchs- und Unterschichtendrama – Zum Kein-Roman „Herbertstraße“ von Manuela Freitag

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"Herbertstraße. Kein Roman" von Manuela Freitag. © Edel Books

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ganz sauber wegschnurbsen lässt sich die harte Lebensgeschichte der Prostituierten Manuela Freitag. Aufgewachsen in einer beschissenen Familie, ein endloses Missbrauch- & Unterschichtendrama, als Jungerwachsene falsche Partner, schlechte Drogen, nix im Oberstübchen und schon landete sie in jungen Jahren selbst auf den Strich, wo ihre Mutter schon unterwegs war.

Sie erzählt ihre Story linear aus der heutigen perspektive, lässt Corona und Arbeitslosigkeit nicht aus. Ihr Glück – ein formidabler Sohn, der zu seiner Mutter hält wie der Teufel zu seinem Fegefeuer. Scherz beiseite, das Buch erzeugt Heulgarantie, auch wenn man manchmal fast nicht glauben mag, wie diese arme Frau trotz ihres finsteren Lebens zu ihrem Beruf steht.

Das Leben ist Scheisse, also kauf dir ein Pferd und nenn es „Pretty Woman“.

Manuela sitzt noch heute in der Herbertstrasse auf St. Pauli, bereit für das Elend ihrer Kunden. Darauf eine billige Flasche Korn.

Ehrliches Buch einer ehrlichen Prostituierten, die keinen Abgrund auslässt und tief blicken lässt.

Bibliographische Angaben

Manuela Freitag, Herbertstraße, Kein Roman, 288 Seiten, Klappenbroschur, Verlag: Edel Books, Hamburg, 1. Auflage, 3.9.2021, ISBN: 9783841907431, Preis: 17,95 EUR

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