Nicht alle Soldaten waren Mörder – Annotation zum Buch „Soldaten im Widerstand. Die Strafdivision 999 – 1942 bis 1945“ von Joachim Käppner

21
"Soldaten im Widerstand. Die Strafdivision 999 - 1942 bis 1945" von Joachim Käppner. © Piper

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein unbedingt lesenswertes Buch hat Joachim Käppner über die sogenannte Strafdivision 999 der Wehrmacht verfasst. Sie bestand etwas zur Hälfte aus Gegnern der Nazis wie Kommunisten und Sozialdemokraten, aber auch aus Kriminellen. Sie wurde nach Stalingrad aufgebaut, als den Nazis die Soldaten ausgingen.

Käppner erzählt emphatisch vom Schicksal einiger Mitglieder dieser Division, deren einziger Gedanke war die Seiten zu wechseln, um gegen die Nazis zu kämpfen.

Heute zu Unrecht vergessen, verdienen diese Männer unsere Hochachtung, diese „…deutschen Soldaten, die 1939 bis 1945 nicht mitmachen wollten, sich dem Regime widersetzten und verweigerten – oder es zumindest versuchten. Solche Soldaten gab es sehr viel öfter, als es uns heute bekannt oder präsent ist. Die anderen Soldaten – das waren all jene, die die Wehrmacht zunächst nicht haben wollte, die den Nationalsozialisten als »wehrunwürdig« galten. Viele von ihnen waren Widerstandskämpfer, im Zuchthaus oder im Konzentrationslager eingesperrt.“

Käppner lüften den Schleier der Legenden und zeichnet ein realistisches Bild dieser Männer.

Bibliographische Angaben

Joachim Käppner, Soldaten im Widerstand, Die Strafdivision 999 – 1942 bis 1945, 416 Seiten, fester Einband mit Schutzumschlag, Verlag: Verlag, Müchen, 1. Auflage, 10.3.2022, 416 Seiten, ISBN: 978-3-492-07037-9, Preis: 26 EUR (Deutschland), 26,80 EUR (Österreich), auch als E-Buch erhältlich

Anzeige

Vorheriger ArtikelRosiris Garrido, Luftakrobatin und nicht Luftikus oder Was soll der Zirkus?
Nächster ArtikelUwe Bohm „plötzlich und unerwartet“ gestorben