Pâtés, Monbazillacs und Morde rund um Schloss Les Milandes in der Provinz Périgord – Ein Fall für Bruno, Chef de police – Zum Kriminalroman „Connaisseur“ von Martin Walker

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Ein Blick auf Schloss Les Milandes. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei, CC BY-SA 3.0, Foto: Manfred Heyde - Eigenes Werk

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Mit Pâtés und Monbazillacs ist als neues Mitglieder einer alten Wein- und Trüffelgilde für Bruno, Chef de police, schnell Schluss, denn „auf dem Anwesen des ältesten Gildenmitglieds ist eine Studentin, die in dessen Gemäldesammluing recherchierte, nach einem nächtlichen Rendezvous zu Tode gestürzt. Freiflug, Freitod oder doch Mord?

Martin Walker lässt in seinem zwölften Fall für Bruno mal wieder die Puppen tanzen und Josephine Baker hüpft, wenn auch nicht blank gezogen und im Bananenrückchen durchs Buch. Schließlich mietete die 1906 in St. Louis, einer Großstadt der VSA am Mississippi im Bundesstaat Missouri, geborene Baker das Schloss Les Milandes, das in der französischen Gemeinde Castelnaud-la-Chapelle im Département Dordogne liegt, erst 1938 und kaufte es 1947.

Dass Schloss der 1975 in Paris gestorbenen Baker, die in die Ehrenlegion des Französischen Reiches aufgenommen wurde, darf heute besichtigt werden. Warum? Weil die Schwarze aus den VSA sich in Frankreich während des Zweiten Weltkrieges zum Dienst als Rot-Kreuz-Schwester am Pariser Gare du Nord meldete, weil sie Geld für De Gaulles Freies Frankreich sammelte und heimlich nebenher als Kurier für Resistance und Geheimdienst arbeitet.

In ihrem Schloss, dass einige Zeit in der unbesetzten Zone lag, versteckte sie sogar Juden. Baker gilt nicht nur als Tänzerin, Sängerin und Künstlerin, sondern in Franzien als Heldin, die sie wohl auch für ihre ab 1950 adoptierten zehn Jungen und zwei Mädchen aus Waisen- und Armenhäusern von fünf Kontinenten war und mit dem das schöne Schloss zu einem Zuhause für ihre „Regenbogen-Familie“ wurde. Multikulti in Les Milandes und ein Mord und dazu noch Portionen Haute Cuisine?

Und der Mörder – wenn denn dann -, ist er eine Kreation aus künstlerischem und kulinarischem Kenner, womöglich ein kritischem Kritiker der Kunst und Kennerschaft?

Wenn Sie „Connaisseur“ von Martin Walker zu Ende lesen, dann wissen Sie die Antwort.

Bibliographische Angaben

Martin Walker, Connaisseur, Roman, 448 Seiten, fester Einband, Leinen, Verlag: Diogenes, 1. Auflage, Zürich, 22. April 2020, ISBN: 978-3-257-07128-3, Preise: 24 (Deutschland), 24,70 EUR (Österreich) und 32 SFr unverbindliche Preisempfehlung

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