
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Berlin Short Film Festival war ein Fest der Entdeckungen. So glücklich müssen sich Entdecker gefühlt haben, wie Erik der Rote, als er Grönland fand (weder Kommunist noch First Nation (früher ‚Indianer‘), sondern rothaarig wie Simply Red), Christopher Columbus oder Johann Reinhold und Georg Forster, die mit ihren Erzählungen ein wahres Südseefieber auslösten. Erik der Rote war übrigens Flüchtling. Von einer anderen Insel namens Island. 982. Er nannte die Insel Graenland (altnordisch für Grünland, dänisch Grønland). Der Norweger Erik starb in Brattahlio auf der größten Insel der Welt. Das berichtet nicht nur eine Saga. Die Einwohner dort nennen ihren meerumsäumten Boden „Unser Land“: Nunarput (vgl. Nunavut in Kanada). Wir aber wollen jetzt zurück zum Kurzfilm „Remember the Sabbath“. Der spielt und wurde gedreht an Land von John D. Adams als Regisseur, Lars Elliger mit der Kamera, Lisa Frericks: Casting. Schauspieler unter anderem: Seán Gallen und Yazan Melhem.
Das Kurzfilm-Fest fand ja im Berliner Kino Babylon-Mitte statt am 6. und 7. Februar (’26). Gleichzeitig mit dem Guadalajara International Film Festival Showcase, das Streifen auf spanisch und englisch zeigte (englisch untertitelt).
Das Kurzfilmfest Berlin Short Film Festival lief, in vier Blöcke an den Sabbattagen Freitag und Samstag aufgeteilt, im großen Saal 1 mit etwa 500 Plätzen. Die Kurzfilme waren entweder auf deutsch oder englisch und deutsch untertitelt.
„Remember the Sabbath“ überrascht mehrfach, unterhält großartig, ist humorvoll und wirft moralische Fragen auf. Wie hätte ich mich verhalten?
Außerdem setzt der kleine, große Film der Berlinerin mit Herz (und Schnauze) ein Denkmal.
Spoileralarm
(Wir verraten jetzt etwas aus dem Inhalt, bitte ggf. nach der Zwischenüberschrift weiterlesen, wenn Sie die Spannung bis zum Sichten des Films aufrechterhalten wollen.) Der Kurzfilm spielt an einem Sonntag (der jüdische Sabbat, Jesus Christus war ja Jude und Moslems gab es noch keine, geht von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang Freitag/ Samstag). Ein Spätiverkäufer öffnet den Rolladen halb und tritt gebückt auf den Bürgersteig. Dort mustert er kritisch einen entgegenkommenden, männlichen Passanten. Er tritt mühsam wieder ein und räumt dann irgendwie herum. Wir sehen nur die Spiegelung von innen an der Schaufensterscheibe im Halbdunkel. Der Verkäufer läuft mit einer Leiter durch den Laden und stellt sie auf.
Dann ein Krachen! Anscheinend ein Sturz! Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu Sorgen. Ein Pärchen drängt hinein! Um ihren Lastern des Rauchens und Trinkens zu frönen. Statt erste Hilfe zu leisten, sind die zwei auf ihren Vorteil bedacht, vor allem die Frau. Während der Späti-Mann, dem niemand Hals- und Beinbruch gewünscht hat, noch auf dem Boden liegt, die nächste Unverfrorenheit. Schließlich kommt eine typische Berlinerin in den Spätkauf und das BLATT WENDET SICH ERNEUT. Frechheit siegt? Höchstens kurzfristig. Am Ende siegt die Menschlichkeit.
Filmographie des Kurzfilms „Remember the Sabbath“
Regie: John D. Adams
Hair, Make-up, Casting: Lisa Frericks (Bildmitte)
Kamera: Lars Elliger (mit Kapuze)
Schauspieler in Hauptrollen Seán Gallen (amerikanischer Tourist oder Ex-Pat), Yazan Melhem (Späti-Inhaber bzw. Verkäufer)
Es gibt noch die Nicht-Sprechrolle des Passanten. Der Name des Darstellers wird imm Abspann erwähnt.
Die Schauspielerinnen sind nicht im Bilde, denn sie waren nicht vor Ort.





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