Sind so viele offene Fragen… – Zum Buch „Die Estonia“ von Jutta Rabe

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"Die Estonia" von Jutta Rabe. © Delius Klasing

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Fragen über Fragen, darunter diese „War es ein Anschlag? Waren Atomwaffen an Bord?“ ergeben sich Kennern auch noch viele Jahre nach dem Untergang des Fährschiffes „Estonia“ am 28.9.1994 im Mare Balticum. Dabei galt doch immer das Mare Germanicum als mörderisch.

Zwei Fragen schafften es sogar in den Untertitel des 344 Seiten umfassendes Buches „Die Estonia“, von Jutta Rabe, welches in einer aktualisierten, erweiterten und überarbeiteten Neuauflage im Bielefelder Delius-Klasing-Verlag 2019 erschien.

Daß der Estonia-Untergang „die größte zivile Schifffahrtskatastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg“ war, das ist unbestritten. Untersuchungsergebnisse hingegen sind es aus guten Gründen. Kennern und Kritikern gilt die Ursache für den Untergang bis heute nicht als geklärt. Auf die Frage „Was vertuschen die Geheimdienste?“ heißt es auf der Heimatseite des Verlages im Weltnetz: „Neue Hinweise zu illegalen Ladungen und ungenauen Metalluntersuchungen sowie bislang unveröffentlichte Dokumenten seitens der schwedischen Angehörigen zeigen und beweisen nunmehr das ungeheure Ausmaß der Tragödie.“

Und weiter: „Jutta Rabe (erfolgreiche Journalistin; ‚NDR‘, ‚Spiegel TV‘, ‚Focus TV‘) stellt in ihrem Buch aufgrund fundierten Beweismaterials unbequeme Fragen, zu dem ‚Attentat, das keines sein darf‘ (‚Süddeutsche Zeitung‘): Welche Rolle spielten Waffenhändler und russische und andere Geheimdienste? War es ein Anschlag? Gab es Schutzgelderpressungen? Welche Interessen verfolgten die russische Mafia und amerikanische Militärs? War Atommaterial an Bord? Wurde einer der Zeugen zu Tode gefoltert?
Minutiös beschreibt Rabe den Untergang und die Recherchen, dokumentiert und belegt Aussagen mit zahlreichen Fakten und Dokumenten. Selbst höchste Staats- und Geheimdienstkreise können sie nicht stoppen.“

Fragen über Fragen. In Rabes Buch werden viele Fragen gestellt und viele beantwortet, aber nicht alle, denn viele Antworten stecken nicht nur im Detail, sondern im Verborgenen und auch „unter Beton begraben“, die es Dr. Peer Schmidt-Walther in seinem Beitrag Der Untergang des Fährschiffes „Estonia“ – Nach wie vor ein Rätsel und ein Polit-Krimi im WELTEXPRESS (13.3.2021) formulierte. Dennoch ist das vorliegende Werk „ein ungewöhnlich gut dokumentiertes Buch mit einer Riesenfülle an Details (Funksprüche, Untersuchungsakten) und verfasst in einer packenden Sprache, die diese Reportage aufregender als manchen Thriller machen“, wie es in einer Presse-Information des Delius-Klasing-Verlages auf den Punkt gebracht heißt. Dem ist nichts hinzuzufügen außer: kaufen, lesen, Fragen stellen und nach Antworten suchen.

Bibliographische Angaben

Jutta Rabe, Die Estonia, War es ein Anschlag? Waren Atomwaffen an Bord? Neue Beweise, neue Erkenntnisse, aktualisierte, erweiterte und überarbeitete Neuauflage, 344 Seiten, 61 Fotos und Abbildungen, Format: 14,2 x 22 cm, Klappenbroschur, Verlag: Delius Klasing, Bielefeld, 2019, ISBN 978-3-667-11715-1, Preise: 16,90 EUR (Deutschland), 17,40 EUR (Österreich)

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