„Tristan und Isolde“ unter der Regie von Katharina Wagner oder Und es hat Buh gemacht – Das Publikum! In Bayreuth!

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Richard Wagner als Postkarte für 80 Cent in Bayreuth. Quelle: Pixabay, BU: Stefan Pribnow

Bayreuth, Deutschland (Kulturexpresso). In Bayreuth hat es auf dem Hügel viel gegeben. Auf der Bühne und vor der Bühne. Vor den Aufführungen und nach den Aufführungen. Sogar Aufführungen wie die von Frank Castorf, der das Publikum verspottete – und provozierte, wie manche meinen, führten zum Eklat.

Buh-Rufe gab es immer wieder und Gelächter. Dieses Mal: Buh-Rufe. Buh-Rufe bekam Katharina Wagner, der Boss der Bayreuther Festspiele, die ihre Inszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ wieder auf die Bühne brachte. Dirigent Christian Thielemann bekam viel Beifall, weil er „dem Bayreuther Festspielorchester ein Maß an betörender Sinnlichkeit, dass Tristan und Isolde gar nicht anders können, als in heftigster Liebe füreinander zu entbrennen – mit oder ohne Liebestrank“ entlocken würde, wie Robert Jungwirth in „BR-Klassik“ (27. Juli 2017) schreibt. Thielmann hat aber auch ein wirklich gutes Festspielorchester und Petra Lang kann als Isolde super singen.

Thielmann, Lang und alle anderen wie Stephen Gould als Tristan, René Pape als grausamer König Marke sowie die Diener Christa Mayer als Brangäne und Iaian Paterson als Kurwenal bis auf Katharina Wagner, die Isolde den Liebestod verweigert, wurden lautstark und langanhaltend gefeiert.

Buh-Rufe in Bayreuth haben allerdings praktisch nichts zu bedeuten und gehören dazu.

Titel; Tristan und Isolde
Ort/Zeit: Bayreuther Festspiele 2017
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Regie: Katharina Wagner
Tristan: Stephen Gould
Marke: René Pape
Isolde: Petra Lang
Kurwenal: Iain Paterson
Brangäne: Christa Mayer

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