Von 1877 bis 1928 oder Band 1 der Biografie „Augusto Giacometti – In einem förmlichen Farbentaumel“

33
"Augusto Giacometti, in einem förmlichen Farbentaumel, Die Biografie, Band 1" von Marco Giacometti. © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, Aufnahme: Berlin, 10.7.2022

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Aus dem Verlag Scheidegger & Spiess mit Sitz in Zürich liegt eine Biografie zum Leben und Werk des Pioniers der Abstraktion und der modernen Glas- und Wandmalerei vor. Richtig, die Rede ist von Augusto Giacometti.

Richtig ist auch, daß er auch als Autor gilt, nicht nur als Maler, aber auch als Gestalter von populär gewordenen Plakaten. Und er war auch Mitglied der Künstlergruppe „Das Neue Leben“, die von 1918 bis 1920 existierte.

Das Werk über den Maler aus der Schweizer Eidgenossenschaft, der von 1877 bis 1947 lebte, befindet sich im Schuber und besteht aus zwei Bänden. Doch etwas später mit seiner „Giacometti-Halle“ in Zürich, wo er an der Kunstgewerbeschule eine Ausbildung zum Zeichenlehrer absolvierte, ging es richtig los.

Keine Frage, daß es jede Menge Bücher über Giacometti gibt, aber eben noch keine solche umfassende Biografie. Sicherlich, es gibt auch zwei autobiografische Bücher, die der Mann, der in Stampa in Graubünden am 16. August 1877 geboren würde, über sich schrieb, doch die dürfen als idealisierte Lebenserzählungen eines arrivierten Künstlers gelten.

Der erste Band beginn mit einem Vorwort von Marco Giacometti, dessen Eltern mit dem „Bergeller Maler“ verwandt seien. Er schreibt über die „hinterlassenen persönlichen Korrespondenzen“ zwischen dem Maler und seinen Eltern und Verwandten. 500 Briefe und Postkarten sollen das sein. Sie und „zahlreiche weitere Breifkonvolute und Tagebuchnotzien“ sollen „in die vorliegende, mehrheitlich auf Originalzitaten basierende Biografie“ gemündet sein. In dieser sollen „sämtliche Facetten des Künstlers zutage“ kommen. Daraus solle sich für „die Leserschaft … die Entwicklung seiner Persönlichkeit und Arbeit“ verfolgen lassen. „Hervor“ trete „ein Künstler, selbstbewußt, zielstrebig, vernetz und gleichermaßen einfühlsam, der sich intensiv mit seiner Umwelt auseinandersetzte. Malerei mit Neugier und Disziplin studierte, der Studiengelder generierte und Kunden akquirierte. Ein Kenner der Kunst, der sich auf die Spuren seines Vorbildes nach Florenz gebar, Europa und Nordafrika bereiste und der sich 1909 mit 32 Jahren vornahm, die Schweizer Malerei nach Ferdinand Hodler, Cuno Amiet und Giovanni Giacometti zu erneuern…“ Und so weiter und so fort. Der zweitseitigen Vorwort schließen sich „Hinweise zur Buchausgabe“ von Marco Giacometti und Claudia Demel an, bevor es mit dem ersten Kapitel „Herkunft und Kindheit 1890-1894“, „Kunstgewerbeschüler 1894-1897“, „Schüler bei Eugène Grasset 1897-1901“, „Florenz, Fra Angelico und Stampa 1902-1907“, „Befreiung von der Form 1907-1915“ und „Renommee 1915-1928“ an. Anmerkungen sowie Quellenangaben folgen.

Bibliographische Angaben

Marco Giacometti, Herausgegeben von der Fondazione Centro Giacometti, Stampa, Augusto Giacometti, In einem förmlichen Farbentaumel, Die Biografie, 2 Bände, gebunden in Schuber, 904 Seiten, 250 farbige und 235 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Format: 17 x 24 cm, Verlag: Schiedegger & Spiess, Zürich, 1. Auflage, 2022, ISBN: 978-3-03942-077-3, Preise: 99 SFr, 85 EUR (Deutschland)

Anmerkung:

Siehe auch den Beitrag Von 1928 bis 1947 und darüber hinaus oder Band 2 der Biografie „Augusto Giacometti – In einem förmlichen Farbentaumel“ von Jean Camus.

Anzeige

Vorheriger ArtikelDemnächst in der Migranten-Metropole Berlin: „Time-Travel-Führungen“
Nächster ArtikelVon 1928 bis 1947 und darüber hinaus oder Band 2 der Biografie „Augusto Giacometti – In einem förmlichen Farbentaumel“