„… als es nichts mehr zu sehen gab“ im Film „Непский проспект Nepski-Prospekt“

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Kathrin Angerer in "Непский проспект – Nepski-Prospekt". © Ute Schall

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Heute, am Sonnabend, den 30. Januar 2021, ab 20 Uhr wird Film „Непский проспект Nepski-Prospekt“ von René Pollesch auf der Heimatseite Dringeblieben im Weltnetz sein.

Dass „der Film entstand während der Proben zur Inszenierung Melissa kriegt alles im vergangenen Sommer“ entstanden sei und er „nun zum festen Streaming-Programm des Deutschen Theaters“ (DT) gehöre, das wird in einer DT-Pressemitteilung vom 29.1.2021 mitgeteilt. Die Premiere fand am 23.9.2020 statt

Dazu teilt das DT mit: „…Nepski-Prospekt ist ein alter russischer Name für Charlottengrad, für den Kudamm, als hier 350.000 Russen waren. Und ich dachte, das ist ein guter Name für das, was ich zunächst und dann auch darüber hinaus vorfand, als ich bei einer, wie ich zuerst vermutete, riesigen Werbefilmproduktion als Best Boy engagiert war. Ich hatte so ein Callsheet bekommen, da standen ca. 40 Personen drauf und als ich in diese WG am Kudamm kam, waren da nur zwei Jungs. Mit iPhones. Und später kamen noch zwei Models dazu, die hier wohnten. Also das ganze war wirklich ein affenartig teurer Dreh, aber man hat nichts gesehen. Die Kameras sorgten einfach dafür, dass niemand mehr da war. Der Regisseur hat in Südafrika gesessen und die Ausstatterin in London und die ganzen 40 Leute waren überall auf der ganzen Welt. Und alle hatten exakt das Bild vor sich, das da aufgenommen wurde. Und dann hatten sie ne Boombox unter dem Sofa der Models aufgebaut, damit sie den Regisseur in Südafrika hören konnten. Und diese vier Leute haben diesen, weiß ich nicht, diesen affenartig teuren Dreh durchgeführt, bezahlt von der FIFA und von EA Sports.
Und ich hab die gefragt wie das geht – und der eine Junge, der hat nur so (Fickzeichen) gemacht, und sagte: Wir wissen seit vier Tagen wie das funktioniert und jetzt soll ich dir beim Aufbauen noch erklären wies geht?!

Die erste Kamera in der Geschichte des Films war ja auf eine Fabrik gerichtet. Aber die über 100 Jahre danach kann man sagen, dass die Fabrik den Film kaum angezogen hat. Sogar eher abgestoßen. Die Fabrik ist ja auch völlig undramatisch. Außer bei Arbeitskämpfen. In den Fabriken selbst gab’s ja kaum was zu sehen. Eher wurden die Werkstore gezeigt, und wie die Leute rein- und rausgingen. Ja vielleicht kann man sogar sagen, dass, als der Film entstand, es in der Welt kaum mehr was zu sehen gab. Es fand alles hinter verschlossenen Türen statt. Der Film und die Filmgeschichte kamen einfach zu spät, also zu einem Zeitpunkt, als es nichts mehr zu sehen gab…“

Im Film „Непский проспект – Nepski-Prospekt“ sind Kathrin Angerer, Franz Beil, Jeremy Mockridge, Bernd Moss, Katrin Wichmann und Martin Wuttke zu sehen. Und wann kann das gemeine Volk im Weltnetz den Film sehen? Weitere Sendetermine sollen Samstag, 30. Januar 2021, 20 Uhr, Dienstag, 23. Februar 2021, 20 Uhr, und Samstag, 27. Februar 2021, 20 Uhr, sein. Die Stream-Tickets sollen 10 Euro Normalpreis, 5 Euro ermäßigt I und 3 Euro ermäßigt II kosten.

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