Anna-Seghers-Preis 2020 für Ivna Žic und Hernán Ronsino

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Original Bildbeschreibung: "Zentralbild Zühlsdorf 19.12.1960 Berlin: Hohe Staatsauszeichnungen für verdiente Bürger der DDR Der Vorsitzende des Staatsrates, Walter Ulbricht, verlieh am 19.12.1960 einer Reihe verdienstvoller Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hohe staatliche Auszeichnungen. UBz: Die Schriftstellerin und Präsidentin des Deutschen Schriftstellerverbandes, Dr. Anna Seghers (links), wurde mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold ausgezeichnet. Rechts daneben: Professor Schröder, Rektor der Humboldt-Universität, Professor [Otto] Nagel, Präsident der Akademie der Künste." Quelle: Wikimedia. Bild: Bundesarchiv, Bild 183-78890-0011 / CC-BY-SA 3.0

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Anna-Seghers-Preis 2020 geht an die Ivna Žic und Hernán Ronsino. Dass „die Preisverleihung … am 20. November 2020 in der Berliner Akademie der Künste“ stattfinden werde, das wird per Pressemitteilung der Schwindkommunikation vom 18.5.2020 mit dem Betreff „Anna Seghers-Preis 2020 an Ivna Žic (Schweiz) und Hernán Ronsino (Argentinien), Verleihung Nov. Berlin“ mitgeteilt und auch, dass „der mit derzeit jeweils 12.500 Euro dotierte Preis … von der Anna Seghers-Stiftung an NachwuchsautorInnen aus dem deutschen Sprachraum und aus Lateinamerika verliehen“ werde, „die im Sinne von Anna Seghers mit den Mitteln der Kunst zur Entstehung einer gerechteren menschlichen Gesellschaft beitragen. Die Auswahl der Preisträger übernehmen im jährlichen Wechsel von der Stiftung beauftragte Persönlichkeiten aus dem literarischen Leben.“

Anna Seghers, die am 19. November 1900 in Mainz geboren wurde und zwar als Netty Reiling, später heiratete sie und hieß Netty Radványi, starb am 1. Juni 1983 im Ostteil von Berlin. Die Heldin der Arbeit war eine Schriftstellerin deutscher Zunge, die sich vor den Karren der SED-Diktatur in der DDR spannen ließ, aber auch als Trägerin des Stalin-Friedenspreises für den real existierenden Rotfront-Totalitarismus in die Tasten tippte.

In „Wikipedia“ steht zum Anna-Seghers-Preis, dass dieser ein „internationaler Literaturpreis“ sei, „den die Anna Seghers-Stiftung jährlich“ vergebe. Weiter im „Wikipedia“-Text: „Der Preis geht auf die deutsche Schriftstellerin Anna Seghers zurück, die in ihrem Testament verfügt hat, dass mit den Einkünften aus ihrem Werk Nachwuchsautoren gefördert werden sollen. Bis 2012 war die Auszeichnung mit 15.000 Euro dotiert, die zu gleichen Teilen jeweils an einen Autor aus dem deutschsprachigen sowie aus dem lateinamerikanischen Raum vergeben wurden. 2013 und 2014 konnte der Preis nicht verliehen werden. Seit 2015 war er mit jeweils 8000 Euro dotiert; 2020 beträgt die Dotierung jeweils 12.500 Euro. Der Preis widmet sich laut Satzung der Anna Seghers-Stiftung der ‚Förderung noch wenig bekannter Nachwuchsautoren aus deutschsprachigen und lateinamerikanischen Ländern‘. Der Preis wird seit 1986 vergeben, anfangs als Anna-Seghers-Stipendium bis 1993 durch die Akademie der Künste der DDR, 1994 durch die Akademie der Künste (Berlin), danach durch die Anna Seghers-Stiftung. Um den Anna Seghers-Preis kann man sich nicht bewerben. Die Auswahl der Preisträger übernehmen im jährlichen Wechsel von der Stiftung beauftragte Persönlichkeiten aus dem literarischen Leben.“

In diesem Jahr sind Annette Pehnt und Dagmar Ploetz die Jurorinnnen, die sich für Ivna Žic und Hernán Ronsino entschieden, die sich in eine lange Liste von Preisträgern einreihen.

Dazu teilt die Schwindkommunikation mit: „Ivna Žic – so begründet die Schriftstellerin und Jurorin Annette Pehnt ihre Wahl – erzähle in ihrem poetischen und eigenwilligen Debütroman „Die Nachkommende“ „mit feinem Gespür für die Verschränkung des Politischen mit dem Privaten und in einer reichen und behutsamen Sprache von Fluchten, Verschiebungen und der ständigen Gegenwart der Erinnerung.“ Dabei lote sie aus, „was uns inmitten gesellschaftlicher Transformationen und neu gezogener Grenzen (..) bewegt und wer uns berührt.“ Die 1986 in Zagreb geborene und in Zürich aufgewachsene Žic ist zunächst als Dramatikerin in Erscheinung getreten. Ihre Stücke wurden an bedeutenden deutschsprachigen Bühnen aufgeführt. Ihr Debütroman „Die Nachkommende“ erschien 2019 bei Matthes und Seitz.

Hernán Ronsino, Jahrgang 1975, erzählt in seiner sogenannten Pampa-Trilogie Geschichten aus der argentinischen Provinz. Die Jurorin Dagmar Ploetz erklärt, dass die Bücher des Autors sprachlich ganz im Lokalen verwurzelt seien und dabei „stilsicher und zugleich experimentierfreudig das persönliche und kollektive Erinnern in seiner Heimatstadt Chivilcoy, die einst als Modell für den Fortschritt galt“, erkunde. Neben den drei Büchern „Letzter Zug nach Buenos Aires“, „Lumbre“ und „In Auflösung“ liegt seit März 2020 auch die Erzählung „Cameron“ im Schweizer Bilgerverlag in deutscher Sprache vor.“

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