Gewaltporno oder Psychostudie? – Zum Roman „Haus der Stummen“ von John Burnside

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"Haus der Stummen" von John Burnside. © Knaus

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Fucking Corona hat auch was Gutes, ich lese mehr Bücher! So ist mir dieser Tage der Schotte John Burnside unter die Lesebrille gekommen, ein ziemlich stranger Außenseiter des Literaturbetriebs.

Er kam erst spät zum Schreiben, werkelte vorher da und dort und hat sich nebenher ein riesiges Repertoire an Geschichten über Einsamkeit, Sex, Liebe usw. zusammen ge… ja, gesucht trifft es wohl am ehesten. In loser Folge stelle ich seine Bücher vor.

Ich setze fort mit Haus der Stummen.

Reichlich kranke Gestalten wandeln durch jedes der Werke Burnsides, doch im Haus der Stummen war es mir zu viel des Fiesen.

Der Erzähler lebt am Rande eines kleinen Ortes. So weit, so Burnside, fast immer steht ein Haus irgendwo einsam.

Des Hausbesitzers Mutti, zu der er ein sehr intensives Verhältnis hatte, ist verschieden. Seither gehen mit dem Junior die Gäule durch.

Schon immer quälte er gern Tiere bei ekligen Experimenten, nun sind es die Menschen. Es geht schaurig zu, es ereignen sich schreckliche Dinge im Haus des Geisteskranken Luke. Er sucht nicht weniger als die Seele des Menschen und denkt, wenn er Kinder stumm aufwachsen lässt… Luke ist ein ekelerregender Psychopath, den Burnside menschlich auskleidet. HdS ist Burnsides Debutroman, mir war er zu grob in der Anlage und durchgehend zu krank.

Bibliographische Angaben

John Burnside, Haus der Stummen, Roman, 256 Seiten, fester Einband mit Schutzumschlag, Format: 13,5 cm x 21,5 cm, Verlag: Albrecht Knaus, 1. Auflage, München, 1. April 2014, ISBN: 3-813-50612-9, Preis: 19,99 EUR (Deutschland), 20,60 EUR (Österreich), 28,90 SFr (empfohlener Verkaufspreis)

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