Aus fernen Ländern: Karin Bretzinger erzählt Geschichten

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Handzettel am Schwarze Brett der Gitschiner 15 in Kreuzberg für Veranstaltung in Wedding
Aus fernen Ländern: Karin Bretzinger erzählt im Juni Geschichten. (Aushang am Schwarzen Brett in der Gitschiner 15.) © 2018, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Geschichten erzählen muss man können. Karin Bretzinger kann es. Karin Bretzinger erzählt Geschichten so, dass man zuhört. Das hat sie mehrfach unter Beweis gestellt, jüngst an einem offenen Singeabend im Seepferdchen in der Brüsseler Straße 43. Um Geschichten zu erzählen, braucht man einen Rhythmus. Karin Bretzinger spielt auch Geige, damit begleitete sie sogar einmal ein Konzert von Jocelyn B. Smiths Different Voices of Berlin in Tegel unter der Leitung des legendären Regi. Den Different Voices lieh sie auch bereits ihre gut hörbare Stimme bei diversen Auftritten mit verschiedenen Stimmen.

Karin Bretzinger ist für den Frieden. Entschieden.

Am 13. Juni ist es soweit: Karin Bretzinger erzählt Geschichten aus fernen Ländern.

Wie Karin Bretzinger zur Geschichtenerzählerin wurde

Nach dem frühen Tod ihres Bruders trauerte die ausgebildete Krankenschwester zutiefst. Eines Tages sah sie in einem Brotgeschäft einen Anschlag: „Werde Märchenerzähler!“ und wurde Märchenerzählerin. Als sie die Ausbildung abgeschlossen hatte, wollte sie auch als solche tätig werden. Doch war der Bedarf zu gering. Anscheinend ließ sich mehr Geld damit verdienen, Erzähler auszubilden, als es zu sein.

Da hatten sie ihr aber ein schönes Märchen erzählt! Die Mär vom erfolgreichen Mär-Er-Zähl-Er.

Doch die Ära der Erzählerin hatte noch gar nicht begonnen.

Kar-in wurde eingeladen, bei der Gartenschau in Havelberg Geige zu spielen. Es war auch im Gespräch, dass sie zusätzlich Märchen erzählen könnte, oder eine Geschichte, oder wenigstens ein Geschichtchen.

Doch weder war die Unterstützung der Veranstalterin stark genug noch wollten die Mit-Auftreter, dass Kar-in Geschichten erzähle.

Da stampfte Kar-in B. aus B. gewaltig mit dem Fuß auf, so dass ganz Havelberg erzitterte. Wer das Gras wachsen hören konnte, vernahm es ganz deutlich. Ganz wütend wurde die Erzähler-in. Ihre Wut brannte ihr den Durchbruch in die Welt. Von nun an brannte sie für Geschichten und Märchen und war mit Haut und Haaren dabei.

Sie ging einfach in das Städtchen Havelberg, bei dem die Schau feiner Gärten stattfand, und fing an, den Leuten auf der Straße Geschichten zu erzählen.

Es hört sich an wie ein Märchen; doch hört, liebe Leute, es ist wahr! So war es. Und so sei es. Eine Geschichtenerzählerin ward geboren. Kar-in Bret-Zinger war ihr Name. Und fortan erzählte sie landauf, landab den Menschen Märchen und G‘schichten zum Wohlgefallen.

Und da sie noch lebt und wenn sie nicht gestorben sind, so lebten sie und ihre Zuhörer glücklich bis an ihr

Ende.

Karin Bretzinger erzählt Geschichten aus China, Indien und Brasilien – und wie!

Der Yala Nationalpark von Sri Lanka.
Elefanten-Begegnung. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel
Wie der Handzettel zur Veranstaltung mit seinen Elefanten, fächelnden Dienern und fürstlichen Sonnenschirmträgern richtig vermuten lässt, stammen die Stories aus der Gegend um Indien und das Reich des Königs von Siam (Thailand). Tatsächlich stammen einige Geschichten, die sie am Dreizehnten des Monats Juno zum Besten geben wird, aus dem alten Indien. Andere aus dem alten China.

Es sind Weisheitsgeschichten.

Eine stammt aus dem Süden des Kontinents, den die Entdecker für Indien hielten: aus Brasilien. Dem einzigen Land weit und breit, das portugiesisch spricht. Dem Land, das den BRICS-Staaten das B gab. Dem Land, das 1:7 verlor; auch das eine Legende, obwohl nur 4 Jahre alt. Das „7:1“ ging in den Wortschatz ein, in die Alltagssprache. Zu sehr waren die Brasilianer mit dem Fußball verbunden. Zumindest auf der Schildkröteninsel, von kenntnisarmen Europäern nach Amerigo V. „Amerika“ genannt, machte den Brasilianern langfristig niemand was vor. Die Mexikaner nicht, die Costaricaner nicht und letzten Endes auch die Nachbarn aus dem Silberland nicht, die Argentinier.

Doch das gehört nicht hierher oder jedenfalls nicht in Kar-ins G‘schichtn.

Karin Bretzinger erzählt Geschichten an einem geheimnisvollen Ort: Codierung TAZ m32

Geschichten aus fernen Ländern
Plakat zur Veranstaltung von Karin Bretzinger im m32. © Karin Bretzinger
Der Veranstaltungsort scheint auch ein fernes Land zu sein. Zumindest sind die Angaben nicht für jedermann verständlich:

„TAZ m32 im KBS im dpw.“

Selbst wenn man das „DPW“ weglässt, ein Kürzel für den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, und „KBS“ zu „Kontakt- und Begegnungsstätte“ – nicht: Beratungsstätte – auflöst, bleibt, und das ist ein Zitat aus dem elektronischen Weltnetz,

„TAZ m32“.

Ist die TAZ, die Tageszeitung, die mangels Phantasie sich nicht anders nennt, und als Kürzel sich gern kleinschreibt, nicht aus dem Wedding weggezogen? Wie die Buchhandlung Mackensen und manche andere Kulturinstitution auch? Richtig, „Die Tageszeitung“ ist jetzt im Zeitungsviertel an der Rudi-Dutschke-Straße und nicht in der Voltastraße oder irgendwo sonst im einst französischen Wedding mit seinem Eiffelturm, der jetzt zu Mitte gehört.

Das Tageszentrum m32 (TAZ m32)

Das Tageszentrum m32 stellt sich selbst so dar: Hier „verbinden sich die Angebote einer Kontakt- und Beratungsstelle mit denen einer Beschäftigungstagesstätte, ergänzt durch einige Zuverdienstmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen.

Das vielfältige Programm ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern eine individuell abgestimmte Nutzung der unterschiedlichen Angebote. Mit diesen Angeboten bietet das TAZ m32 Hilfestellung bei einer sinnvollen Tagesstrukturierung und Beschäftigungsmöglichkeiten.

In Form des Offenen Treffs, der verschiedenen Gruppen- und Beratungsangebote und Beschäftigungsmöglichkeiten, Kriseninterventionen, aber auch alltäglichen Begleitungen wird psychisch erkrankten Menschen die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglicht.“

Weitere Informationen zum Tageszentrum m32 findet man im M32-Flyer.
http://www.kbsev.org/web/tageszentrum-m32.php

Karin Bretzinger erzählt Geschichten aus fernen Ländern

Der Yala Nationalpark von Sri Lanka.
Elefanten-Begegnung. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

Termin Mittwoch, 13. Juni, 17-19 Uhr

Wo? Veranstaltungsort: Anschrift/ Adresse:
Kontakt- und Begegnungsstätte e. V. (KBS e.V.)/ psychosoziales Tageszentrum m32
Malplaquetstraße 32
13347 Berlin

Anfahrt:
U-Bahn: U9/ U6 Leopoldplatz

Zu Fuß dann diagonal unter Bäumen nach Nordwesten in die Malplaquetstraße, die manche Kulturliebhaber vielleicht durch das gut sortierte, alteingesessene Antiquariat Niemann kennen. Einst hieß das Antiquariat Mackensen & Niemann und befand sich Tür an Tür mit der Buchhandlung Mackensen in der Utrechter Straße (sprich: Ütrechter). Die Buchhandlung ist längst abgewandert in die Langenscheidtstraße am U-Bahnhof Kleistpark in Schöneberg, das Antiquariat ein paar Häuser weiter gezogen an die Ecke Utrechter und Malplaquetstraße.
Die Kreuzung der beiden Straßen nennt man an der unbebauten spitzen Ecke auch Robert-Rescue-Platz. Eine Spitzenecke.

Wem der U-Bahnhof Nauener Platz an der U9 näher liegt, kann von dort auch durch die Liebenwalder Straße laufen und dann links in die Malplaquet einbiegen. M32 liegt dann vor der nächsten Ecke auf der anderen Straßenseite.
Telekommunikation:
Tel.: 030-400 599-0 (Zentrale)
Fax: 030-400 599-20
Tel.: 030/ 4 55 30 9-0 (KBS in der Malplaquetstraße 32 = m32)

Sri Lanka
Wolkenmädchen am Sigiriya Rock. © 2018, Foto: Dr. Bernd Kregel

info(a)kbsev.de

(Geschäftsführer: Gerd Pauli. Der KBS ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband (dpw).)
(1001 Wort)

Elefantenwolke
Elefantenwolke © 2017, Foto: Andreas Hagemoser

Von der Fremde, Australien oder der Republik China auf Taiwan, erzählt auch dieser Artikel, genau wie Theater natürlich immer Geschichten erzählt, doch hauptsächlich geht es um das Bild: https://kulturexpresso.de/geheim-die-fremde-in-das-fremde-in-der-fremde-an-einem-unbekannten-brutal-nebuloesen-ort-bjoern-zahns-stueck-mit-betty-despoina-athanasiadou-bringt-die-message-in-die-botschaft/

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