Bilder voller Dynamik – Werke von Jackson Pollock im Museum Barberini in Potsdam

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Ein echter Pollock, Jackson Pollock, hängt im Museum Barberini in Potsdam. © Foto/BU: Stefan Pribnow, Aufnahme: Potsdam, 27.7.2022

Potsdam, Brandenburg, Deutschland (Kulturexpresso). Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Malerei eine Art Revolution. Beschritt sie doch völlig neue Wege. Weg von den Stilrichtungen der Zwischenkriegsjahre. Angesagt waren nun der Abstrakte Expressionismus in den USA und das Informel in Westeuropa. Vorbei die figurative Darstellung, die geometrische Abstraktion. Die jungen Künstler wollten einen ungestüm-expressiven Umgang mit Form, Farbe und Material.

„Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945“ heißt so auch die Ausstellung, die noch bis zum 22. September 2022 im Museum Barberini in Potsdam zu sehen ist. Zu den mehr als 30 internationalen Leihgebern gehören unter anderem die Tate in London, das Whitney Museum of American Art sowie die Peggy Guggenheim Collection in Venedig. Gezeigt werden mehr als 90 Arbeiten von etwa 50 Künstlerinnen und Künstlern. Darunter auch von Größen wie Jackson Pollock. Seine großformatigen Bilder wie die Komposition Nr. 16 von 1948 fallen sofort auf, spielt sich auf der Leinwand doch pure Dynamik ab. Der amerikanische Künstler (1912-1956) gilt als Begründer des Action Painting. Dabei wird die Farbe mit Pinsel oder direkt aus Farbtöpfen und -behälter grob gemalt, geschüttet, getropft oder auf die Leinwand gespritzt. Schon dieser Entstehungsprozess ist eine Art Performance, also Kunst.

In einer ehemaligen Scheune auf Long Island im US-Bundesstaat New York entstanden viele bekannte Werke. Inzwischen kann die heilige Stätte, zu der auch das Wohnhaus mit Original-Mobiliar zählt, besichtigt werden. Allerdings nur gegen Voranmeldung. Wie wild es dort zuging, beweist der Fußboden. Er ist mit Farbspritzern und -klecksen übersät. Ungestüm-expressiv.

Mehr Informationen auf der Heimatseite https://www.stonybrook.edu/commcms/pkhouse/ im Weltnetz.

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