Clan-Insider Khalil O. und seine Verwandlung vom Saulus zum Paulus – Zum Buch „Auf der Straße gilt unser Gesetz“ von Khalil O. und Christine Kensche

"Auf der Straße gilt unser Gesetz von Khalil O" von Khalil O. und Christine Kensche. © Heyne

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Inzwischen bin ich beim 3. Buch zur Clan-Problematik angelangt und verliere vielleicht sogar langsam den Glauben an den deutschen Rechtsstaat. Die Memoiren des einst bösen und heute lieben Kalil ließen mir hin und wieder recht hübsch die Haare zu Berge stehen.

Eins zur Klärung, ich bin in Sachen Flüchtlinge, Geflüchtete und Asylbewerber voll auf der Merkel-Linie. Erstmal alle Kriegsflüchtlinge rein, die unserer Hilfe bedürfen.

Khalil ist heute Sozialarbeiter und kümmert sich um Problembär*innen aus dem Clanzusammenhang. Seine Sicht auf die Dinge ist eindeutig: Der deutsche Staat lässt sich auf der Nase herumtanzen. Er meint, „Clans“ sei die richtige Bezeichnung für die kriminellen Familienbanden, zumindest wisse er keine bessere. Ca. 20% der Familienmitglieder sind kriminell unterwegs, viele Nichtkriminelle partizipieren trotzdem von den 20%, weil sie deren Hehlerware für schmales Geld kaufen, bzw. sich gleich die ganze Wohnungseinrichtung zusammenstehlen lassen.

In seiner „großen Zeit“ war Khalil O. als Mitglied eines arabischen Clans viele Jahre lang kriminell. Er handelte mit allen möglichen Drogen und wurde damit sehr reich, als ihm die Schmiere auf die Schliche kam, beschloss er sein Leben zu ändern.

Auch wenn Khalil mitunter zur Übertreibung neigt, was seine ehemaligen kriminellen Aktivitäten anbelangt (er hat den längsten, er hat die größe Goldkette, sein MC ist auch aus Gold, er war am brutalsten, schickte kleine Jungs zum Drogenverkauf los, hatte mit 17 seine erste Knarre, zeigte den Türken wo es lang geht, warf im Puff mit Geld nur so um sich usw.), bzw. nur die Hälfte stimmt, ist das verstörend genug.

Frauen sind zum Kinderkriegen da und haben sonst die Klappe zu halten. Jungs dürfen in den Puff und nachts auf die Piste, Mädchen/Frauen müssen wenn’s dunkel und nett wird nach Hause, weil sie sonst Nutten sind. Der älteste und häufig dümmste Kerl der Familie hat das Sagen, wenn Opa nach Blutrache schreit, hat der Rest der Sippe zu kuschen. Wer die Ehre verliert, wird gnadenlos gedisst und von der Sippe fertig gemacht. Große Klappe, zuschlagende Fäuste und Machobrutalität bestimmen den Sieger. Bildung ist nichts wert, die meisten Jugendlichen verlassen die Schule als halbe Analphabeten, auch weil Mutti ihnen sagt, studierende Frauen sind Nutten.

Khalis Fazit: Integration der arabischen Clans findet nicht statt, sie leben in ihrer Welt, mit ihren Gesetzen und lachen über den deutschen Staat, er empfiehlt, packt die Clankriminellen bei ihrem Geld, nehmt ihnen ihre Protzkarren, ihre Immobilien, schickt sie zurück in ihre Heimatländer, wenn sie brutal gegen deutsche Gesetze verstoßen haben. Er meint damit nicht den kleinen Eierdieb, sondern den Großkriminellen.

Aufgeschrieben hat seine Kriminellenbiografie die großartige Christine Kensche. Sie hält elegant die Zügel, lässt ihn erzählen, passt auf, dass er nicht allzu sehr auf die Märchenschiene gerät, bei all der widerlichen Protzerei, die man aus lächerlichen deutschen Gangsterrappervideos (Mann wedelt mit Geld, Frauchen darf mit dem Popo wackeln, Vatis Goldkette ist dick…) kennt.

Lesenswertes Buch über die dreckige Seite arabischer Clans.

Bibliographische Angaben

Khalil O. und Christine Kensche, Auf der Straße gilt unser Gesetz, Arabische Clans – Ein Insider erzählt seine Geschichte, 304 Seiten, Format: 13,5 x 20,6 cm, Verlag: Heyne, 1. Auflage, Berlin, 14.9.2020, 304 Seiten, ISBN: 978-3-453-21800-00, Preise: 20 EUR (Deutschland), 20,60 EUR (Österreich), 28,90 SFr

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