Clowns im Container – „Herzstück“ von Heiner Müller vorm Maxim-Gorki-Theater und nicht dahinter

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Mazen Aljubbeh, Karim Daoud, Maryam Abu Khaled, Elena Schmidt als Clowns im Gorki-Container für das "Herzstück" von Heiner Müller, Regier: Sebastian Nübling. © 2019 Ute Langkafel Maifoto

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Berlin hat jetzt einen Container mehr und der steht auf dem Platz vor dem Maxim-Gorki-Theater. Diese dritte Spielstätte des Berliner Theaters, die als Ersatz- und Parallelspielstätte dienen soll Entlastung bieten, wenn im Studio und auf der Bühne über die nächsten drei Spielzeiten in mehreren Teilabschnitten notwendige Umbauten stattfinden, dürfte beinahe 200 Zuschauer Platz bieten.

Richtig, ein typischer Großraumbehälter nach Norm ist der Gorki-Container nicht, aber was ist in der Hauptstadt der Berliner Republik schon richtig? Dieser Container wirkt dennoch kleingeistig und billig und das passt bestens zu gescheiterten Großstadt Berlin wie Clowns in den Container, aber müssen es Schauspieler sein?

Zum Auftakt scheint den Verantwortlichen ein kleines Stück zu passen, allerdings eines von einem Großen. Am Abend des 17. August will Sebastian Nübling als Gorki-Hausregisseur die neue Spielzeit mit „Herzstück“ von Heiner Müller eröffnen.

Der Anfang der Achtzigerjahre von Müller geschriebene Dialog sei laut Gorki-Pressemitteilung vom 14.8.2019 „nur 14 Zeilen lang“. Der Anfang sei daher kurz wiedergegeben: „Eins: Darf ich Ihnen mein Herz zu Füßen legen. / Zwei: Wenn Sie mir meinen Fußboden nicht schmutzig machen. / Eins: Mein Herz ist rein. / Zwei: Das werden wir ja sehn.« Es folgt eine Operation am offenen Herzen mit überraschendem Ende: »Arbeiten und nicht verzweifeln. So, das hätten wir. Aber das ist ja ein Ziegelstein. Ihr Herz ist ein Ziegelstein.“

Nach „Zement“, „Der Auftrag“ und „Hamletmaschine“ nun „Herzstück“. Ob sich die angeblich „vierte Arbeit an Müller im Gorki seit 2013/2014“ gelohnt hat?

Das wird man sehen und hören können und zwar vorm Maxim-Gorki-Theater und nicht dahinter.

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