Comicjournalismus? – Kabinettausstellung „Zeich(n)en der Zeit“ im Berliner Museum für Kommunikation

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© Sarah Glidden

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Seit dem 23. Mai und noch bis zum 25. August 2019 sind im Berliner Museum für Kommunikation Werke internationaler Künstler, darunter Joe Sacco, Olivier Kugler, Bo Soremsky, Victoria Lomasko und Ulli Lust, in der Ausstellung “ Zeich(n)en der Zeit“ zu sehen.

Laut Medieninformation des Museums vom 9. Mai 2019 kenne „der Journalismus … viele Sparten und noch mehr Gattungen. Dass sich neben Print, Radio, TV und Online auch der Comic zur Vermittlung journalistischer Inhalte eignet, begann sich aber – trotz der langen Geschichte von Presseillustrationen und Karikaturen – erst ab den 1990er-Jahren herumzusprechen.“

Print? Dass Pressemitteilungen voller Anglizismen stecken wie der Darm voller Bakterien, das ist schon scheiße, und wenn die rauskommt, dann braucht man nicht Print, sondern Papier. Und das ist gut so. Im Notfall hilft auch ein Comic.

Reported Missing. © Eleri Harris

Beispielsweise einer von Joe Sacco, der sich mehr oder weniger als “ als zeichnenden Journalisten“ begreift und einigen als Begründer der der Comic-Reportage gilt. Was davon zu halten ist, dass kann man in der Kabinettausstellung genannten Veranstaltung sehen oder man besorge sich dessen Veröffentlichungen, darunter „Palestine“ (2001), „Safe Area Gorazde: The War in Eastern Bosnia 1992-1995“ (2000), „The Fixer: A Story from Sarajevo“ (2010), „Notes from a Defeatist“ (2003), „But I Like it“ (2006) usw.

Manch einem mag Joe Sacco mit seinen Werken und seinem Wikren als nachahmenswertes Vorbild gegolten haben, andere kamen von selbst auf die Idee, sich als Zeichner und Journalisten zu versuchen und zwar nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Davon, dass „mittlerweile … die Szene nur so“ überbordet „vor … Beispielen gezeichneter Reportagen, Berichte oder Kolumnen“, mag man sich im Museum überzeugen, ob das alles als „gelungen“ bezeichnet werden muss, wie es in der Pressemitteilung heißt, das darf bezweifelt werden und zwar stark.

„Der Riss“ zu sehen in der Ausstellung „Zeich(n)en der Zeit – Comic-Journalismus weltweit 2019 in Berlin. © Carlos Spottorno und Guillermo Abril

Thematisch sei „von Menschenrechtsthemen über Außen- und Wirtschaftspolitik bis Kultur und Gesellschaft alles dabei.“ Alles dabei? Auch das wird man sehen im

Museum für Kommunikation Berlin

Adresse: Leipziger Straße 16 10117 Berlin

Kontakt: Telefon: 0049 (0) 30 202 94 0

Heimatseite im Weltnetz: www.mfk-berlin.de

Öffnungszeiten: Dienstags von 9 Uhr bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 10 Uhr bis 18 Uhr.

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