Der Liedermacher und „proustianische Existenzialist“ John Prine starb im Alter von 73 Jahren in Nashville, Tennessee

John Prine 200 auf dem MerleFest in Wilkesboro, North Carolina, VSA. Quelle: Wikimedia, CC BY-SA 3.0, Foto: Ron Baker

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ob mit oder durch das Wuhan-Virus, der am 10. Oktober 1946 in Maywood, Illinois, VSA, geborene John Prine starb am 7. April 2020 in Nashville, Tennessee, VSA.

Der VS-amerikanischer Folk- und Country-Sänger, Komponist, Liedermacher begann in Chicago Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts seine Karriere. Er spielte und sang Volkslieder. Im Laufe seines Lebens erschuf er zwei Dutzend Alben und mit Oh Boy Records sogar seine eigene Marke.

Für den „Spiegel“ (8.4.2020) war Prine „nicht nur ein gefeierter Songwriter, sondern auch ein genauer, haltungsstarker gesellschaftlicher Beobachter. Er sang in seinen Songs nicht nur über die verheerenden Auswirkungen von Kriegen, sondern auch über die Ausbeutung der Natur. Sein früher Song ‚Paradise‘ handelte davon, wie der Tagebergbau ganze Städte in Kentucky fraß, sein Stück ‚Your Flag Decal Won’t Get You Into Heaven Anymore‘ war einer der kraftvollsten Anti-Vietnam-Songs.“

Mit „Some Humans Ain’t Human“ brachte er 2005 auf seinem Album „Fair & Square“ laut „Wikipedia“ sogar „ein Protestlied über die dunkle Seite der menschlichen Natur“ heraus, „das einen kurzen Überblick über die Politik von George W. Bush im Irak wiedergibt“.

Prine war immer sozial- und gesellschaftkritisch.

Frank Junghänel formuliert unter dem Titel „Nachruf – Ein Menschenkenner: Der große Songwriter John Prine ist mit 73 Jahren an Covid-19 gestorben“ in „Zeit“ (8.4.2020), dass Prine „als Countrysänger in des Wortes bester Bedeutung … dem als konservativ, wenn nicht  gar reaktionär geltenden Genre einen völlig neuen Resonanzraum“ geöffnet habe. „Das Glück kam, das Glück ging. 1998 wurde bei ihm Krebs am Hals diagnostiziert,  später erwischte es die Lunge. Vom Tode gezeichnet, aber voller Humor und Lebensmut, trat er weiter auf. Im Januar wurde John Prine bei den Grammys für sein Lebenswerk geehrt. Gerade rechtzeitig.“

Mehr über John Prine im Weltnetz beispielsweise unter

https://www.johnprine.com

http://www.jpshrine.org

Über einen weiteren Country-Sänger und Songwriter, einen Landsmann, im Kulturexpresso:

https://kulturexpresso.de/home-if-you-want-me-to-country-saenger-joe-diffie-starb-in-nashville/

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