„Die Frau, die vorausgeht“ oder ein Film zwischen Larifari und Lügen über Tȟatȟáŋka Íyotake

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Jessica Chastain als Catherine Weldon mit Michael Greyeyes als Tȟatȟáŋka Íyotake. © TOBIS Film GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der edle Wilde, hier und da erotisch, in Form des legendären Sioux-Lakota-Häuptlings Sitting Bull (Michael Greyeyes), dazu ein Haufen böser und blöder Einwanderer und Eroberer, die auch noch nett rüberkommen, sowie eine reiche, liberale Witwe aus New York, fertig ist ein unbeachtenswerter Western, in dem den Einwohnern Würde und weites Land genommen wird.

Zwar wird behauptet, dass der Film auf wahrer Begebenheiten basiere, doch es sind nur die Namen der Persönlichkeiten wie der Sitting Bulle und Catherine Weldon (Jessica Chastain), die dazu dienen, mit allerlei Kitsch und Klimbim zugekleistert zu werden. Der Film ist weder eine Dokumentation, noch eine historisch-kritische Aufarbeitung dessen, was vor dem Massaker am 29. Dezember 1890 auf dem Gebiet der heutigen Ortschaft Wounded Knee in der Pine Ridge Reservation in South Dakota geschah, nachdem weniger Tage zuvor Tȟatȟáŋka Íyotake und also der „Sich setzender Bulle“ ermordet wurde.

Das Beste an dem zwischen Larifari und Lügen über Tȟatȟáŋka Íyotake schwankenden Schmarrn ist noch die wie in einem Werbefilm präsentierte Landschaft, durch die Chastain als weiße Witwe mit Gerechtigkeitsfimmel latscht.

Filmografische Angaben

Originaltitel: Woman Walks Ahead
Deutscher Titel: Die Frau, die vorausgeht
Land: USA
Jahr: 2017
Originalsprache: Englisch, Lakota
Regie: Susanna White
Buch: Steven Knight
Kamera: Mike Eley
Schnitt: Lucia Zucchetti, Steven Rosenblum
Musik: George Fenton
Schauspieler: Jessica Chastain, Michael Greyeyes, Sam Rockwell, Ciarán Hinds, Chaske Spencer, Louisa Krause, Bill Camp, Boots Southerland, Kindall Charters
Länge: 102 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

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