Die SchlOpaZ oder Musik ist ihr Leben – Selten so gesungen, selten so gelacht

Meryl Streep in Florence Foster Jenkins. © Constantin Film Verleih

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Selten so gelacht. Und zwar über Florence Foster Jenkins, die mit Meryl Streep bestens in dem gleichnamigen Film besetzt ist. An ihrer Seite mimt Hugh Grant als St Clair Bayfield den Ehemann der bessere Hälfte für brotlose Künstler. Grant spielt so, wie man ihn kennt. Passt.

Simon Helberg verkörpert den verkorksten und verklemmter Klimperer Cosmé McMoon. Fertig ist das drollige Dreierlei. Erzählt wird die Geschichte von Florence Foster Jenkins, die von 1868 bis 1944 lebte. Mehr oder weniger. Kurz angedeutet wird beispielsweise, dass die dralle Dame aufgrund der damals üblichen Quecksilber- und Arsen- statt Penicillin-Behandlungen gegen Syphillis ihre Haare verlor und Perücke trug. Die Franzosenkrankheit holte sich die Mäzenin von Musikern von ihrem 1885 geheirateten Mann, von dem sie sich 1902 trennte.

Der Wunderkind von Sängerfesten in Pennsylvanien galt Kritikern als schlechtesten Opernsängerin aller Zeiten (SchlOpaZ). Das begeisterte Publikum soll bei ihrem Gesang vor lauter Lachen in Tränen ausgebrochen sein. Streep gelingt auch das: grottenschlecht Gesang zu Gehör zu bringen und gleichzeitig Zuneigung für die Figur der Florence Foster Jenkins zu erzeugen.
Streep: „Florence hat etwas beibehalten, was Kindern eigen ist: Man kann etwas nicht richtig gut, stürzt sich aber in die Vorstellung, es gut zu können, und hat einfach Spaß daran.“ Kann man so sagen. Auch, dass sie gesungen hat. Und zwar in der Carnegie Hall. Am 25. Oktober 1944 sang die alte Dame ein Konzert in der Carnegie Hall vor ausverkauftem Haus. Für ihre größtes Konzert sollen die Eintrittskarten auf dem Schwarzmarkt große Summen gekostet haben. Einen Monat darauf starb sie. Angeblich aus Gram über die Kritik an ihrer Kunst (der schiefen Töne und des rumpelnden Rhythmus`).

Für immer und überall gilt, was sie ihren Kritikern erwiderte und was auf ihrem Grabstein steht: „Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.“ So und nicht anders. Und auch: Selten so gesungen, selten so gelacht.

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Titel: Florence Foster Jenkins
Land: Großbritannien, Frankreich
Jahr: 2016
Regisseur: Stephen Frears
Drehbuch: Nicholas Martin
Darsteller: Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Rebecca Ferguson, Nina
Arianda
Produzenten: Michael Kuhn, Tracey Seaward
Executive Producers: Cameron McCracken, Christine Langan, Malcolm Ritchie

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