Eine Frau sieht rot – Zum Stumpffilm „Code Ava – Trained to kill“

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Jessica Chastain in "Code Ava - Trained To Kill". © 2020 EuroVideo Medien GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpress). Schauspieler tun, was sie sollen, anderen etwas vorspielen. Ob das nun eine Komödie ist oder eine Tragödie, ein Horrorfilm oder ein Liebesfilm, der Käse ist im Grunde Wurst. Ums Genre geht es wenig, wenn das Wesen die Fiktion ist. Doch sie sollte wenigstens Sinn machen, wie man so sagt, und vernünftig sein.

Zwar ist die Geschichte von „Code Ava – Trained to kill“ verständlich, doch ohne Vernunft, weil so weit weg von der Wirklichkeit, dass auch in diesem Streifen Stumpf Trumpf ist und für alle Verrücktheiten etwas dabei.

Ava (gespielt von Jessica Chastain), die eine schwere Erfahrung in ihrer Kindheit erleben musste, ihr Vater, der es mit anderen Frauen trieb und einmal von Ava erwischt wurde, soll deswwegen bei ihrer Mama (Geena Davis) eine üble und erlogene Geschichte erzählt haben, welche diese angeblich glaubte, jedenfalls gute Mine zum bösen Spiel machte, weswegen das einst trinkende Töchterlein zur nüchterin Auftragsmörderin wurde. Wie das so ist.

Nebenbei bemerkt hat sie sich ein paar Jahre nicht blicken lassen. Verständlich, denn weltweit waren viele Menschen zu ermorden. Ihr Ex-Freund (Common), ein Glücksspieler, fickt zwischenzeitlich ihre Schwester Judy (Jess Weixler), die, kann passieren, bei einem Akt schwanger wurde. Ava, auf Deutsch ausgesprochen wie Eva, hat keinen Adam, aber einen Moses, der Duke (John Malkovich) heißt. Keine Frage, der Name Moses hätte zum Stumpffilm, für den Matthew Newton das Drehbuch verzapfte, gepasst wie die Faust aufs Auge. Duke gibt sich als ihrer Vater, den sie nie hatte, war aber ihr Ausbilder und ist: ihr Auftraggeber. Doch Moses hat nicht nur Eva ausgebildet, sondern auch noch einen „Sohn“ und der heißt Simon (Colin Farrell).

Nun wird der Stumpffilm zu einer Art Kain und Abel, denn der will seine „Schwester“ töten, schafft aber erst einmal „Vater“ aus dem Verkehr, der dabei noch ein paar Mörder tötet. Das Drama ist albern, aber völlig humorlos. Immerhin ist die mörderische Action nicht übertrieben und Auto wird auch nicht so viel gefahren.

Der Film endet damit, dass er beim Versuch, seine „Schwester“ zu ermorden, von dieser gekillt wird. Doch der nun Tote hat auch eine Tochter. Camille (Diana Silvers) wurde von Simon zur Auftragsmörderin ausgebildet. Die will Papa rächen und läuft nun hinter Ava her.

Wer diese krude Geschichte nachvollziehbar findet, der soll den Stumpffilm gucken, in dem zwischenzeitlich auch noch ein General der Bundeswehr, der es bei den Mohammedanern in Riad mit Eva treiben will, stirbt. Und nicht nur der, denn Ava, eine Frau, sieht rot wie einst Charles Bronson.

Die Namen der Besetzen klingen vielversprechend, der Film ist allerdings eine einzige Enttäuschung.

Filmographische Angaben

  • Titel: Code Ava – Trained to kill
  • Staat: VSA
  • Jahr: 2020
  • Regie: Tate Taylor
  • Drehbuch: Matthew Newton
  • Kamera: Stephen Goldblatt
  • Schnitt: Zach Staenberg
  • Musik: Bear McCreary
  • Darsteller: Jessica Chastain, John Malkovich, Common, Geena Davis, Jess Weixler, Ioan Gruffudd, Colin Farrell
  • Produzenten: Kelly Carmichael, Nicolas Chartier, Jessica Chastain, Dominic Rustam
  • Länge: 97 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 16

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