Elgin Marbles vom Jungfrauengemach sollen vom Britischen Museum in London zurück zum Akropolis-Museum nach Athen

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Elgin Marbles im British Museum in London. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei, CC BY-SA 2.0, Foto: Andrew Dunn, 3. Dezember 2005

Athen, Griechenland (Kulturexpresso). Her mit dem Elgin Marbles. Gebt die Friesteile vom Jungfrauengemach zurück, denn die seien, so behauptet Lina Mendoni, Archäologin und Kultusministerin, am 22.5.2020 in Athen, „gestohlen worden“.

Das Diebesgut befindet sich derzeit in London und zwar im Britischen Museum.

Laut „Deutschlandfunk“ (25.5.2020) unter der Überschrift „Parthenon-Fries – Athen fordert erneut Rückgabe von London“ würde „im Falle einer Nicht-Rückgabe … das Britische Museum“ demonstrieren, „dass es ein kolonialistisches Museum bleibe. Es behielte dann Schätze des Weltkulturerbes, die ihm nicht gehörten.“

Laut DPA (25.5.2020) habe Mendoni „im Interview eines griechischen TV-Senders am Freitagabend, wie das Kulturministerium in Athen am Samstag mitteilte“ von „Schätzen des Weltkulturerbes“ gesprochen, die im British Museum „gefangen“ gehalten würden und „die ihm nicht gehören“. Dabei hat die Führung des Museums 56 von 96 Platten des Frieses von Lord Elgin für 35.500 Pfund gekauft.

Die tollen Teile, wertvolle Skulpturen, befinden sich seit 1816 daher im rechtmäßigen Eigentum beziehungsweise Besitz, wie Mendoni behaupten würde, des British Museum. Geht es nach den Briten, dann bleiben die auch dort und werden nicht an das Akropolis-Museum verschenkt oder verkauft.

Dort sind genau diese Teile des Parthenon aus Gips nachgebildet worden und ergänzen das im Museum unter der Akropolis gezeigte Jungfrauengemach aus der Antike.

Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin und 11. Earl of Kincardine, war übrigens seinerzeit Botschafter in Athen und hat als Mitglied der Tory-Partei die tollen Teile nicht geklaut. Er habe mit Erlaubnis der Osmanen (Türken) graben lassen und laut „Wikipedia“ Ausgegrabenes „unter großzügiger Auslegung seiner Vollmachten“ Funde nicht nur wissenschaftlich untersucht und Abgüsse davon machen lassen, sondern diese heim ins Königreich bringen lassen. Ist Thomas Bruce alias Lord Elgin ein „Kulturbarbar“, wie George Byron alias Lord Byron behauptete?

Laut Bruce habe Sultan Selim III. schriftlich bestätigt, „Und wenn sie einige Steinblöcke mit Inschriften oder Figuren darauf, mitnehmen wollen, ist dem nicht zu widersprechen.“

„Elgin rechtfertigte sich damit“, heißt es in „Wikipedia“ weiter, „er habe die durch den türkisch-griechischen Krieg gefährdeten Kunstschätze nur retten wollen. Die Griechen seien zu ihrem zuverlässigen Schutz gar nicht in der Lage gewesen, so dass sein Eingreifen geboten gewesen sei, um die Exkavate für die Ewigkeit zu retten. Seither wird der Raub von Kulturgütern vielerorts als ‚Elginismus‘ bezeichnet.“

Nun, „Raub“ oder „Schändung des Parthenon“, wie Hermann von Pückler-Muskau es einst formulierte, oder doch ein „Vertrag“ beziehungsweise eine Vollmacht vom Sultan?

Zumindest sollte dieser „Elginismus“ rückgängig gemacht werden forderte nicht nur Pückler-Muskau mehrfach, sondern nun auch Lina Mendoni zum wiederholten Male.

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