
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Viel zu lachen hatte Witold Gombrowicz nach seiner unfreiwilligen Emigration gen Argentinien 1939 nicht mehr. Die polnische Heimat von deutschen Faschisten überrollt, wütete der antisemitische deutsche und polnische Nazimob und machte eine Heimkehr für ihn unmöglich. Er dockte in Argentinien an und verdingte sich mehr schlecht als recht. Sein Vermögen in Polen war von den Nazis konfisziert, seine Bücher verboten. Er wurschtelte sich durch, arbeitete für die USA-Propaganda, lebte von Geldgeschenken der polnischen Community und schrieb fleißig weiter. Erst 1946 änderte sich seine Lage ein wenig, als er einen bescheidenen Job bei einer Bank annahm.
Nun indes können wir seine in Argentinien verfassten polnischer Erinnerungen und die argentinischen Streifzüge lesen. Und ich verspreche höchste Lesefreude.
Witold Gombrowiczs anekdotisches Schreiben begeistert, im locker feuilletonistischen Texten, die gern mit kleinen Fiesheiten und Giftpfeilen daherkommen, die Kleinode seiner Schreibkunst, diese besonderen Reise- und Jugenderinnerungen schreien nach einem großen Publikum.
Auch wenn manche Bewertung heute altbacken klingen mag und nicht jedes Wort auf die Goldwaage der Wokeness gelegt werden darf, bekommt der Altmeister von mir folgende
Bewertung: vier Punkte von fünf Punkten
Bibliographische Angaben:
- Autor: Witold Gombrowicz
- Deutscher Titel: Polnische Erinnerungen | Argentinische Streifzüge
- Originaltitel: Wspomnienia polskie | Wedŕowki po Argentynie
- Übersetzer Klaus Staemmler und Gisbert Haefs
- Vorwort: Olaf Kühl
- Seiten: 400
- Bindung: fester Einband mit Schutzumschlag
- Verlag: Kampa Verlag AG, Zürich
- Auflage:
- ISBN: 978-3-311-10153-6
- Preise: 28 EUR (Deutschland), 28,80 EUR (Österreich), 38,50 SFr
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