Helmut Krausser verschickt uns nach Südamerika – Annotation zum Roman „Für die Ewigkeit“

"Für die Ewigkeit", ein Roman von Helmut Krausser. © Berlin Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der bienenfleißige Krausser hat seinen jährlichen Roman abgeliefert. Seinen durchaus sehr unterschiedlich konstruierten Romanen fügte er eine crazy Liebesgeschichte mit dramatischem Abgang hinzu, die sich erstaunlich gut weg liest. Jörg Jäger flüchtet 1902 nach Südamerika, weil er eine junge Frau auf dem Gewissen hat. Dort nennt er sich Jorge Jega und rutscht sogleich in die nächste Kalamität. Er gibt reichen Frauen Klavierstunden, die den blonden blauäugigen Herrn durchaus auch andere Dinge abgewinnen können.

Es kommt wie es musste, der erste Herz-Schmerz-Attacke kann Jörg entfliehen, bei der zweiten wird’s brenzlig und er muss alle Register ziehen, um mit der schönen Cis nicht unter die Räder des Lebens zu kommen.

In leichtem Ton erzählt Krausser ein Minidrama, seine Schreibe lässt keine Wünsche offen, die Liebe ist des Menschen Tod, die Satire ist die Mutter aller Scharfrichter und am Ende siegt vielleicht doch die Liebe?

Ich empfehle das selbst zu überprüfen, also ab aufs Lesesofa und vorher das mittelschlanke Buch selbstverständlich nicht bei Amazon zu kaufen!

Bibliographische Angaben

Helmut Krausser, Für die Ewigkeit, Die Flucht von Cis und Jorge Jega, Roman, 192 Seiten, fester Einband mit Schutzumschlag, Verlag: Berlin Verlag in Piper Verlag GmbH, Berlin 2020, EAN: 978-3-8270-1204-3, Preis: 20 EUR (Deutschland), 20,60 EUR (Österreich), auch als E-Buch erhältlich für 16,99 EUR

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