Im Käfig der Gewissheit – Annotation zum Roman „Die Gefangenen“ von Debra Jo Immergut

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Die Gefangenen von Debra Jo Immergut. © Penguin-Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Gefängnispsychologe Frank ist nach einem fatalen Patientendesaster aus seiner Praxisgemeinschaft geflogen und darf nun, statt verkorksten Geldsäcken, nur noch weiblichen Gefangenen den Weg aus dem Labyrinth zeigen.

Als die Mörderin Miranda in seinem Büro auftaucht, brechen alte Gefühle und verdrängte Geschichten aus ihm hervor. Gepaart mit Minderwertigkeitsgefühlen (sein Vater ist ein wichtiger Seelenklempner der USA) und unbewältigten Kram aus seinem Seelenhaushalt, nimmt ein irrer Plan zur Befreiung Mirandas seinen Lauf.

Wer hier wen manipuliert, bleibt lange eine spannende Frage. Vielleicht etwas zu lange, das ewige Psychologisieren ist auf Dauer etwas enervierend.

Doch wie es mit krimiartigen Romanen so ist, mag der Eine den langen Schmerz und der Nächste hätte es gern etwas knackiger.

Das Buch liest sich an zwei Nachmittagen gut weg, es ist keine Weltliteratur, aber ein solider Roman über Obsessionen, kunterbuntes Hinterstübchenwirrwarr und diverse Defekte.

Bibliographische Angaben

Debra Jo Immergut, Die Gefangenen, Roman, 304 Seiten, Übersetzer aus dem Englischen: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann, Originaltitel: The Captives, Originalverlag: Ecco, fester Einband, Format: 13,5 x 21,5 cm, Verlag: Penguin in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, 16.3.2020, ISBN: 978-3-328-60019-0, Preise: 20 EUR (Deutschland) 20,60 EUR (Österreich), 28,90 SFr (empfohlener Verkaufspreis)

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