„Kommt ein Pferd in die Bar“ von David Grossmann kommt nach Berlin

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Samuel Finzi in einer Szene des Stücks "Kommt ein Pferd in die Bar" von David Grossman, Regie und Bühne: Dušan David Pařízek. © Bernd Uhlig

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). In Berlin hat in den Kammerspielen des Deutschen Theaters am 5. Mai 2019, um 19.30 Uhr, das Stück „Kommt ein Pferd in die Bar“ von David Grossmann Premiere, das laut Pressemitteilung des DT vom 24.4.2019 „eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Burgtheater Wien“ sei

Unter der Regie von Dusan David Parizek spiel Samuel Finzi den Stand-up-Comedian Dov Grinstein , der auch ein „Krakeeler, Alleinunterhalter“ sowie eine „Publikumshure“ sei. „In einem Saal im öden Industriegebiet von Netanja, einer Stadt zwischen Haifa und Tel Aviv, tritt er zu seiner – letzten – Vorstellung an. Er reizt sein Publikum, spricht es direkt an, wird offen beleidigend, entschuldigt sich tränenreich. Er reißt Possen, erzählt faule und geistreiche, vulgäre und unschuldige Witze. Die Shoah und ihre Opfer werden von seinem tabulosen Humor ebenso wenig verschont wie Israels Politik in den Palästinensergebieten. Dov kämpft fast zwei Stunden mit Furor um die Aufmerksamkeit der Leute, niemand darf verloren gehen. Denn er hat mehr zu bieten als eine gelungene Show: Er muss von seinem ‚persönlichen Tschernobyl‘ berichten, von dem Trauma, der Schuld, die sein Leben vergiftet hat.“

Diese ungewöhnliche Abschiedsvorstellung klingt nach einer aparten Mischung aus Fest und Folter sowohl für Hasser als auch Liebhaber der oder des Juden, der auch den Possenreißer gegen Palästinenser gibt. Im Laufe der Aufführung, die anscheinend den Untertitel „Kritik und Selbstkritik“ tragen könnt, nimmt Grinstein offensichtlich seine Gäste im Saal als Geisel.

Am Ende bleibt wohl die (Erfahrungs-)Erkenntnis: Frieden schließt man mit dem Feind, auch dem eigenen.

Folgevorstellungen sollen am Mittwoch, den 22. Mai, und Montag, den 27. Mai 2019, sein.

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