Thomas Kay Marsen, der „Kunst(Zer)Teiler“ und das Pocket-Museum im Hosentaschenformat

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Keine Ahnung, was das ist oder soll. Und das scheint auch egal. Doch die Pressemitteilung vom Pocket-Museum vom 26.3.2019 mit der Überschrift „Der Kunst(Zer)Teiler: Thomas Kay Marsen – Kunstsammler zerteilt moderne Kunstwerke und präsentiert neue Exponate in seinem Pocket Museum“ fand Aufmerksamkeit in der Redaktion des Magazin KULTUREXPRESSO.

Thomas Marsen soll ein „Kunstliebhaber und Kunstsammler aus Oldenburg“ sein, der „zwölf Kunstwerke seiner modernen Gemäldesammlung in 16×16 mm kleine Stücke zerschnitten und sie neu zusammengesetzt“ habe. Das mache ich manchmal mit alten Unter- und Oberhemden. Die ausgetragenen Klamotten sammle ich erst, dann zerschneide ich sie, allerdings in größere Stücke, um damit anschließend mindestens mein Fahrrad zu putzen. Die anderen Putzlappen reiche ich weiter.

Marsen und ich scheinen etwas gemeinsam zu haben. Wir kaufen auch, was uns gefällt. Er Kunst, ich Klamotten. Dann zerschneiden wir sie. “ Ihm gefällt viel und er kauft viel“, heißt es zu meinem scheinbaren Bruder im Geiste. Mir gefällt zwar auch viel, aber ich kaufe wohl weniger.

Zu Kunstliebhaber und -käufer Marsen heißt es weiter, dass deswegen „im Laufe der Jahre seine Kollektion so umfangreich geworden“ sei, „dass er sie nicht mehr aufhängen“ konnte. Mein Kleiderschrank war auch immer proppevoll, aber vermutlich kleiner als sein Kunstschrank oder -keller. Weiter im Text: „Wie viele Sammler stand er vor dem Problem, wohin mit der schönen Kunst? Aber anders als andere Kunstsammler, die gewinninteressiert verkaufen oder versteigern lassen, wählte er eine radikale Methode ohne Rücksicht auf den finanziellen Kapitalwert der Kunst. Er zerteilt die Originale und teilt die Kunst fortan mit anderen.“

Wir sind wohl Seelenverwandte. Ich teilte meine Lappen auch immer. Vielleicht tausche ich eines Tages mal in sein Pocket-Museum und tausche mit Marsens Fetzen. Obwoh, wozu sollen 16×16 mm gut sein?

In einem Shop genannten Laden verkauft Marsen übrigens seine Pocket-Museen. Eines soll angeblich „300,00 € inklusive MwSt und kostenlosem Versand“ kosten. Vielleicht sollte ich das mit meinen getragenen Lappen auch machen und noch eine Null dranhängen. Schließlich gibt es genügend Nullen auf dieser Welt, die – nennen wir es – Kunst sammeln und kaufen.




Frobenius oder die Kunst des Forschens im Museum Giersch der Goethe-Universität

Frankfurt am Main, Deutschland (Kulturexpresso). Seit dem 24. März und noch bis zum 14. Juli 2019 läuft im Museum Giersch der Goethe-Universität (MGGU) in Frankfurt am Main die Ausstellung “ Frobenius – Die Kunst des Forschens“.

In der Pressemitteilung des MGGU vom 19.3.2019 heißt es, dass die neue Sonderausstellung „mehr als 200 Bildwerke – ethnographische Bilder, Fotografien und Nachzeichnungen prähistorischer Felsbildkunst – aus der einzigartigen Sammlung des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung in Frankfurt“ präsentiere.

Wohl wahr: das ist ein „Bilderschatz, der „von Zeichnerinnen und Zeichnern“ stamme, „die den Institutsgründer, den Ethnologen Leo Frobenius (1873–1938), auf seine Expeditionen begleiteten“.

Beachtliche und „beeindruckenden Nachzeichnungen prähistorischer Felsbilder geben einen überwältigenden Einblick in die weltweite Kunst der Vorzeit.“ Zu sehen seien „Werken von Paul Klee, Willi Baumeister und Wols, die „den Einfluss prähistorischer Vorbilder auf die europäische Moderne“ zeigen würden.

Mehr auf der Heimatseite unter Museum-Giersch.de im Weltnetz.




Finde den Schredderscheiß in der Staatsgalerie Stuttgart

Stuttgart, Deutschland (Kulturexpresso). Das „Girl with Balloon“ oder auch „Balloon Girl“ oder „Girl and Balloon“ ist eine Serie von Schablonen von Graffiti-Künstler Banksy, die 2002 in London begann und ein junges Mädchen mit ausgestreckter Hand in Richtung eines roten, herzförmigen Ballons zeigt. Der Wind weht dem Mädchen durch Haar und Kleid – und den roten Ballon davon.

Dieses Bild soll zum ersten Mal auf der Waterloo Bridge im Londoner Stadtteil South Bank zu sehen gewesen sein. Weitere Wandbilder tauchten nach und nach in der Nähe von London auf. In einer Samsung-Umfrage von 2017 wurde das Graffiti „Girl with Balloon“ zum Lieblingskunstwerk im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland gewählt.

Der letzte Höhepunkt mit dem „Girl with Ballon“ erlebte die geneigte Gesellschaft 2018, als während einer Auktion eine gerahmte Kopie dieses Bildes geschreddert wurde. Bilder und Videos dieser Situation gingen um die Welt. Siehe hierzu auch den Beitrag Banksy: „going, going, gone“ oder Schreddern ist schön, Kunst allemal von Ingeborg Iltis.

Das am 5. April 2018 geschredderte und von manchen Wichtigtuern zur Ikone erklärte Ding, das den Titel „Lov is in the Bin“ trägt, welcher wiederum von Banksy gewählt worden sei, wurde von einem bisher unbekannten Sammler ersteigert. Dieser stellt es der Staatsgalerie Stuttgart als Dauerleihgabe zur Verfügung, die ab 7. März 2019 in deren Sammlung eingefügt werde.

Laut Sotheby sei dies „das erste historische Werk, das jemals in einer Live-Auktion geschaffen wurde“. Somit trägt auch auch Sotheby in einer Welt der Ware und des Spektakels zu dieser bei. Während die Selbstzerstörung des Banksyschen „Ballonmädchens“ den einen als Höhepunkt seines Schaffens gilt, sehen andere darin einen weiteren Tiefpunkt.

Christiane Lange sagt als Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart dazu: „Wir schätzen die noble Geste der Sammlerin, das Werk in eine öffentliche Sammlung zu geben. Da wir jeden Mittwoch freien Eintritt haben, ermöglichen wir den Zugang für alle, die Banksy in unserem Museum entdecken möchten. Wir sehen uns in der Pflicht, aktuelle Fragestellungen im Kontext musealer Präsentationen zu diskutieren, so wie es in der aktuellen Ausstellung zu Marcel Duchamp geschieht.“

Finde den Schredderscheiß

Die Frau und diejenigen, die für sie arbeiten, entblödet sich nicht, am Spektakel um die Ware teilzuhaben. „Besucherinnen und Besucher können sich auf die Suche nach Banksy begeben. Die Staatsgalerie wird das ‚Ballonmädchen‘ an wechselnden Orten in der Sammlung präsentieren.“

Die Belogenen und Betrogenen dieser Welt, wann immer ihr Banksys Bilder findet, gewinnt die Kräfte der Analität für die Kritik und kackt darauf – auch auf den Schredderscheiß -, aber voll!




Mit brennender Geduld. Christina Battle stellt auf der Berlinale (Forum Expanded) in der kanadischen Botschaft aus – unbedingt sehenswert! Eintritt frei

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Christina Battle spricht aus, was viele von uns schon einmal gedacht haben. Und sie hat den Mut, die Kurzlebigkeit der heutigen Zeit zu zeigen und auch auf sich zu beziehen: Ihre Sätze lösen sich bald in Rauch auf. In einer Video-Installation auf vier Bildschirmen, die leider nur bis zum Ende der Berlinale, also bis Sonntag Abend in der kanadischen Botschaft am Leipziger Platz in Berlin zu sehen sein wird, zeigt Christina Battle einfach, kurze Sätze auf visitenkartenähnlichem Papier. Die Kamera verfolgt dann das Anzünden und den Verfall. Geschaffen wurde ein Kunstwerk, das banal und genial zugleich ist. Die Faszination des Feuers kombiniert mit fast genau aus unserem Mund stammenden Gedanken, die scheinbar zerstört werden, aber doch bleiben.

Vergänglichkeit

Kürzer als die japanische Kirschblüte währt ihre Lebensdauer auf dem Bildschirm, doch so mancher Spruch, mal lustig, mal tiefgründig, doch immer mit Berechtigung und Bezug zur digitalen Welt, also unserer Welt, wehrt sich erstaunlich lange gegen das Verschwinden. Manchmal muss die Hand, die einem unbekannten Performancekünstler gehört, fast ein Dutzend mal das Feuerzeug ansetzen, bis die Flammen endlich mit Sauerstoff und Hitze ihr zerstörerisches Werk beenden können.

Louis Armstrong sang: What a wonderful world. Christina Battle bringt es auf den Punkt. In der kanadischen Botschaft. Ausstellung/ Installation während der Berlinale. Sektion Forum Expanded. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Christina Battle ist ein Digital Native, aufgewachsen mit Computern. Trotzdem sieht sie die digitale und gesellschaftliche Entwicklung mit Besorgnis. Wenn man sich hineinsteigert, kann man sogar Angst bekommen. German Angst? Datenschutz ist nicht nur ein deutsches Bedürfnis, sondern eine weltweite Notwendigkeit zum Aufrechterhalten der Demokratie und Menschenrechte. Diktatur sammelt Daten bis zum Erbrechen und schlägt anschließend willkürlich ausgewählte Missliebige, bis sie sich erbrechen oder sterben. Ein Rechtsstaat braucht Datenschutz. Jeder von uns braucht Datenschutz.

Die Missbrauchsmöglichkeiten von Macht heute sind „Mega“. Das Wort ‚mega‘ bedeutet Million. Die Stasi, die „Staatssicherheit“ der DDR, brauchte viel Personal und Wochen, Monate, gar Jahre, um zweifelhaft ungenaue Informationen über einzelne zu sammeln (vergleiche „Heimat ist ein Raum aus Zeit“, „Heimat Is A Space in Time“, ein Film im Forum). 2 Menschen, einer davon ein EDV-Spezialist, können heute in 5 Minuten mehr über jeden von uns erfahren, als die Stasi in 100.000 Jahren hätte je erfahren können. Die DDR ist Geschichte, die Gegenwart ist jetzt.

Abwechslung

Christina Battles Videos haben eine Leichtigkeit, sind nicht von der Schwere ernster Gedanken geprägt. Sie ist jung und humorvoll, ohne leichtsinnig zu sein. Ihr Witz und ihre Ernsthaftigkeit schlagen sich in den Videos nieder.

Selbst das Verbrennen von Papier, das keine Chance gegen das Feuerzeug hat oder gegen die Inszenierung, ist von Zufall begleitet und spannend.

Wir wünschen viel Freude beim Betrachten dieser Kleinode, die kaum in Vergessenheit geraten werden. Ein Englisch-Wörterbuch braucht man nicht unbedingt mitzunehmen in die Ausstellung oder Videoinstallation. Die Sätze sind kurz und unsere deutsche Sprache, besonders die, die sich mit Computern befasst, ist derart durchsetzt von englischen Ausdrücken, dass man fast alles sofort versteht und Kanadier sind nett und hilfsbereit. Falls man einmal ein Wort nicht versteht, kann man immer noch nachfragen.

Letztlich haben wir auch alle ein Handy dabei. Wer keine Angst davor hatte, dass Google erfährt, welches englische Wort wir noch nicht kennen oder womit wir uns beschäftigen, kann sein Auskunftsgerät (Datenüberwachungsgerät) munter befragen.

Online

Christina Battle vor ihrem Werk bei der Berlinale. Fortschrift ist nicht immer angemessen oder praktisch, meint sie.Nicht das, as wir wollen. Progress is not always convenient. Bald geht der Satz in Flammen auf. Forum Expanded der Berlinale im Erdgeschoss der kanadischen Botschaft am Leipziger Platz. © Foto/BU: Andreas Hagemoser, 2019

Christina Battle ist auch online. Ihre Website lautet cbattle.com, http://cbattle.com/ Schwere Zeiten (HEAVY TIMES) liest man auf ihrer Homepage. Doch diese – oder nur der Satz – gehen ja bald in Flammen auf. Die Gedanken sind frei und nicht mit einem Feuerzeug zu besiegen. Schauen wir uns diese unterhaltsame Schau an, bevor die Welt in Flammen aufgeht. Datenschutz trägt zum Erhalt der noch guten Verhältnisse bei.




Weltweit erste große Einzelausstellung zum Universalkünstler Emil Pirchan mit dem Titel „Plakat – Bühne – Objekt“

Essen, Deutschland (Kulturexpresso). Das Museum Folkwang in Essen widmet dem Universalkünstler Emil Pirchan (geboren 1884, gestorben 1957) die weltweit erste große Einzelausstellung überhaupt und zwar vom 22. Februar bis zum 5. Mai 2019. Die Eröffnung der Ausstellung „Plakat – Bühne – Objekt“ soll am 21. Februar 2019 um 19 Uhr stattfinden.

Laut Veranstalter solle sich die Ausstellung vor allem mit Pirchans Plakatentwürfen und Bühnenarbeiten befassen, die anderen Arbeitsfelder würden aber ebenfalls umfassend vorgestellt.

In einer „Newsletter 1/2019“ genannten Mitteilung der Nimbus. Kunst & Bücher AG vom 11.2.2019 heißt es: „Emil Pirchan, einer der Wegbereiter der Moderne, war als Architekt, Bühnenbildner und Autor aktiv. Bekannt wurde er auch als Grafiker und Designer. Seine Plakate, Logos, ExLibris, Prospekte und technische Illustrationen waren wegweisend und ein Vorbild für viele seiner Zeitgenossen. Mit seinen Plakatentwürfen und den Arbeiten für die Bühne konnte Pirchan große Erfolge feiern. Anlass der Ausstellung ist die Wiederentdeckung des Künstlers durch seinen Enkel Beat Steffan, der im November 2018 bei Nimbus die erste Monographie über Pirchan vorgelegt hat. Es war das sprichwörtliche Märchen vom Fund auf dem Dachboden: Im Zürcher Haus seiner Eltern fand Beat Steffan eine größere Anzahl alter Kisten mit dem Nachlaß seines ihm bis dahin unbekannten Großvaters. Und er realisierte sofort: Emil Pirchan war ein Universalkünstler und agierte als anerkannter, ja berühmter Vertreter seiner Fächer. Die Entdeckung auf dem Dachboden gab ihm Anlaß zu einer Expedition in Pirchans kreative Welt. Ein größeres Autorenteam hat es in den letzten Jahren unternommen, das Material zu ordnen, zu erfassen, zu sichten und aufzubereiten. Das Ergebnis ist ein farbenprächtiger Band, der eine ganze Epoche der deutsch-österreichisch-tschechischen Kulturgeschichte in ungeahntem Facettenreichtum wieder erlebbar macht. Der Band ist in einer deutschen und in einer englischen Ausgabe erhältlich.“

Anscheinend lohnt beides: Buch und Ausstellung. Wir wollen sehen und berichten.

Museum Folkwang

Museumsplatz 1, 45128 Essen

Navigationsinformation: Bismarckstraße 60

Kontakt: Telefon: +49 201 8845 000, E-Mail:

Öffnungszeiten: Dienstags und mittwochs von 10 Uhr bis 18 Uhr, donnerstags und freitags von 10 Uhr bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr, feiertags von 10 Uhr bis 18 Uhr, montags geschlossen




Adam Linder mit “Full Service” im Mudam in Luxemburg

Luxemburg (Kulturexpresso). Das Mudam, die Abkürzung steht für das
Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Luxenburg, präsentiert vom 6. Februar bis zum 3. März 2019 Adam Linder mit “Full Service”.

Die Ausstellung der fünf „Choreographic Services“ des Tänzers und Choreografen Adam Linder zeige laut Mudam-Direktorin Suzanne Cotter den Ehrgeiz des Museums nach Öffnung durch die Multidisziplinarität seiner künstlerischen Entscheidungen.

Adam Linder „Full Service“. © Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, Foto: Allie Foraker

Neben seinen Bühnenwerken widmet Adam Linder sich einer Praxis, die er als „Choreographic Services“bezeichnet. Diese Services sind für die choreographische Arbeit jenseits des Theaterkontextes entstanden. Linders Ausgangsmaterial für diese fünf Services ist der Körper oder vielmehr die Arbeit des Körpers. Es handelt sich um eine Reflexion zur Bedeutung der Performance in dienstleistungsorientierten Ökonomien. Alle fünf Arbeiten umfassen eine Transaktion: Jede Institution, die einen der Services zur Aufführung bringt, muss einen Vertrag unterzeichnen, in dem das Verhältnis zwischen der Performance (der Tänzer), der Dienstleistung, die sie erbringen (Tanz) und den Kosten ihrer Arbeit (Tanzen) fest umrissen wird. Die Institution “kauft die Leistung ein” und zahlt für den vereinbarten Stundenlohn.

Es
geht hierbei um die Aufwertung von „Performances“ und
Gleichstellung von Werken wie Gemälden und Skulpturen, so Linder.

Mit
der Buchung aller fünf Services
bietet
das Mudam einen Überblick über Adam Linders einzigartigen Tanz- und
Performanceansatz.

Jede „Dienstleistung“ wird in einem Zeitraum von vier Wochen in einer Galerie gezeigt. Die Services werden nacheinander ausgeführt, überschneiden sich aber auch in verschiedenen Kombinationen und lassen so neue Hybride und Gegenüberstellungen von Körpern und Bewegungen entstehen.

Adam Linder „Full Service“. © Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, Foto: Allie Foraker

Adam
Linder: Full Service
wird
präsentiert in Zusammenarbeit mit dem CCA Wattis Institute for
Contemporary Arts, San Francisco.

Adam
Linder (*1983, Sydney, Australien) lebt und arbeitet in Los Angeles.
Zu seinen Arbeiten gehören diverse Bühnenstücke, darunter Kein
Paradiso
,
das 2016 auf der Biennale Made in L.A. mit dem renommierten Mohn
Award des Hammer Museums ausgezeichnet wurde. Seine Choreographic
Services
waren
zuletzt in der Serralves Foundation, Porto (2018), in der South
London Gallery, London (2018), in der Kunsthalle Basel (2017), im
Schinkel Pavillon, Berlin (2016) und am Institute of Contemporary Art
in London (2015) zu sehen.

Es gibt ein Spezialticket für 15 Eure, das den Besuchern erlaubt, mehrfach wiederzukommen, um die jeweiligen, zeitlich versetzten Aufführungen ansehen zu können.

Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Web: www.mudam.lu/de/home/




Nairy Baghramian mit „Privileged Points/Beliebte Stellen“ im Luxemburger Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Luxemburg (Kulturexpresso). Das Luxemburger Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (Mudam) startet stark ins neue Jahr und bietet Ausstellung von Nairy Baghramian „Privileged Points/Beliebte Stellen“ und Adam Linder “Full Service”

Als Neuzugang in der Mudam-Sammlung ist die deutschsprechende, weltweit gefragte Iranerin Nairy Baghramian mit ihren monumentalen Skulpturen Privileged Points/Beliebte Stellen“ zu Gast, um die aus insgesamt drei Skulpturen bestehende Serie vorzustellen. Die Neuerwerbung ist in der großen Eingangshalle zu sehen, während die beiden anderen Arbeiten auf einer Wiese der Esplanade des Parks Dräi Eechelen (Drei Eicheln) zu bewundern sind – mit Panoramablick auf die historische Altstadt Luxemburgs. Sie bilden den Auftakt für das neue Museumsprogramm außerhalb der Mauern des Mudam.

Pressekonferenzt am 6. Februar 219 im Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean mit Vincent Crapon, Nairy Baghramian, Suzanne Cotter, Adam Linder und Anna Loporcaro. © 2019, Foto: Eva-Maria Koch

In der Auftaktpressekonferenz erläutert Kuratorin Suzanne Cotter, assistiert von Vincent Crapon, die Vision der Ausstellung, die Luxemburg als Stadt mit einbinden solle. Die Skulptur in der Grand Hall des Mudam sei 2018 vom Museum erworben worden und spiegele dessen Bestreben, seiner Sammlung mehr Sichtbarkeit zu verleihen – das sei ein wesentliches Element seiner Mission, wider. Die drei Skulpturen symbolisierten den Wunsch des Museums, ein Konzept für Kunst im öffentlichen Raum zu erstellen. Baghramian erklärte, dass sie nach dreimaliger Besichtigung des Mudam mit seiner einmaligen Star-Architektur Io Peis, eingebettet in den Festungsgraben, sich für drei ihrer Berliner Skulpturen entschied hätte, die sich farblich in die Örtlichkeiten einbetten und zwar „als ob die Skulpturen nach Hause kämen“.

„Beliebte Stellen/Privileged Points“ markiere somit den Anfang einer sich wiederholenden Serie von Ausstellungen und künstlerischen Interventionen außerhalb der Museumsmauern.

Die
drei Bronzeskulpturen sind mit Schichten blassgelber,
blassgelb-grüner und pastellfarbener grün-grauer Farbe bemalt. Ihre
offen kreisförmige Gestaltung mit einem Durchmesser von etwa fünf
Metern erinnert an das Einkreisen von Textpassagen mit einem Stift.
Ihre jeweiligen Orte betonen sowohl gewisse lokale Bedingtheiten wie
wechselnde räumliche Bezüge. „Das Auf und Ab der Gestalt der
Skulpturen mit ihren Tropfen vermittelt den Eindruck von Vorübergehen
und dass sie sich jederzeit auf dem Boden ausstrecken könnten.“

Zwei Skulpturen von Nairy Baghramian. © Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Die
Skulpturen im Park werden auch gern von Schulklassen und anderen
Besuchern zum Sitzen genutzt, was gestattet ist.

Baghramian
erklärt den Herstellungsprozess: zuerst gäbe es ein kleineres
Modell, welches dann maßstabgetreu groß in eine Bronzeskulptur
übertragen werde und von einer Spezialfirma gegossen werde. Das
erste Modell habe sie noch von Hand selbst bemalt, die
Folgeskulpturen seien auch von Spezialfirmen bemalt worden.

Die
nun sowohl im Mudam wie im Park Dräi Eechelen präsentierten
Skulpturen erzeugen eine Beziehung des Innenraums zum Außenraum. In
beiden Fällen bewirkt die von ihrer Umgebung inspirierte Farbgebung
ein Verschmelzen der Skulpturen mit dieser. Die räumlichen
Verwindungen und die hängenden Farbtropfen, die traditionelle
bildhauerische Fragestellungen wie Masse und

Schwerelosigkeit,
Form und Farbe oder auch Stabilität und Performanz ansprechen,
ebenso wie die sichtbaren Spuren ihrer Herstellung bieten dem
Betrachter Anregungen, mit den Werken in Interaktion zu treten.

Beliebte Stellen/Privileged Points verkörpern formale, konzeptuelle und kritische Aspekte, die das bildhauerische Werk Nairy Baghramians seit ihren ersten Ausstellungen in den späten 1990er Jahren prägten. Anthropomorphe Assoziationen und Anspielungen an Krücken oder Prothesen ebenso wie ihre Sorgfalt in der Wahl von Standorten an Übergangs- oder Randzonen dienen der Erforschung der physischen und symbolischen Beziehungen zwischen Architektur, Objekt und menschlichem Körper. Dabei ist ihre Idee der Skulptur stets notwendig eine dynamische.

Gemeinsam
mit ihrem weiteren bildhauerischen Werk, zu dem noch Fotografien und
Zeichnungen hinzu kommen, stellt Beliebten
Stellen/Privileged Points
einen
Teil eines umfänglichen Repertoires von Ideen dar, die stets neu
arrangiert und gedacht werden können, um neue Sichtweisen auf die
Arbeiten selbst, den Raum, den sie besetzen, und die Menschen, die
sie betrachten, zu eröffnen.

1971
in Isfahan, Iran geboren, kam Nairy Baghramian 1983 auf der Flucht
nach Berlin, wo sie seither lebt. In jüngerer Zeit hatte sie
Ausstellungen u.a. im Palacio de Cristal – Museo Nacional Centro de
Arte Reina Sofía in

Madrid
(2018), dem Walker Art Center in Minneapolis (2017–2018) und dem
SMK in Kopenhagen (2017–2018).

Baghramian
nahm an zahlreichen bedeutenden Events und Biennalen teil, wie
beispielsweise dem Pariser Herbstfestival (2018), der 14. Biennale
von Lyon (2017), der documenta 14 in Kassel (2017), an Skulptur
Projekte

Münster (2017 und 2007), der 5. und 8. Berlin Biennale (2008 und 2014), Glasgow International (2012) oder auch der 54. Biennale von Venedig (2011).

Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Web: www.mudam.lu/de/home/




Das Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst zeigt vom 7. Februar bis zum 12. Mai 2019 die Ausstellung „Ernst Kahl: Vergessene Katastrophen“

Frankfurt am Main, Deutschland (Kulturexpresso). Ich wiederhole mich: Das Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst zeigt vom 7. Februar bis zum 12. Mai 2019 die Ausstellung „Ernst Kahl: Vergessene Katastrophen“.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am heutigen Mittwoch um 18 Uhr statt. Achim Frenz, Leiter Caricatura Museum Frankfurt, wird sprechen, Dr. Helmut Müller, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, auch, aber wohl nur ein Wort zum Gruß, und Detlev Buck als Laudator. Der Filmregisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent ist Norddeutscher und sollte sich kurzfassen können.

Kurz zu Kahl, von dem Gemälde und Zeichnungen, Illustrationen und frühe Veröffentlichungen sowie Fotomontagen und kleinere Objekte präsentiert werden und dessen filmisches und musikalisches Schaffen anhand von Audio- und Videostationen gezeigt wird.

Der „Feingeist der Hochkomik“, „Beherrscher der Abgründe“, „Universalgenie“, „Poet des Alltäglichen“ oder „Magier des Undenkbaren“, wie es in der Pressemitteilung vom 5.2.2019 heißt, sei „ein echtes Multitalent, den das Caricatura Museum Frankfurt anlässlich seines 70. Geburtstages,“, kahl wurde am 11.2.1949 in Schleswig-Holstein geboren, gewürdigt. Der Mann, der „nach zwei abgebrochenen Lehren und einem Jahr Wanderschaft …. an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste … ohne Aufnahmeprüfung“ angenommen wurde, irritiere und provoziere mit seinen „künstlerische Schöpfungen“. „Mit seinem Repertoire an Mal- und Zeichentechniken und mit dem Einsatz unterschiedlichster Materialien setzt er ganz bewusst auf Brüche. Mit Kugelschreiber entstehen obszöne, dilettantisch wirkende Zeichnungen; drastische Geschichten zeichnet er mit kindlichem Strich. Auch motivisch sprengt Kahl Konventionen und durchbricht vertraute Welten alter Ölgemälde, in die er seine Geschichten einbaut und das Erhabene der Hochkunst mit trivialen Elementen kontrastiert. Doch nie, wie Robert Gernhardt es einmal ausdrückte, ‚um es den Hochkünstlern gleichzutun und lediglich ein schönes Blatt zu schaffen. Stets hat Kahl auch etwas zu erzählen, naturgemäß etwas Komisches.‘
Nach eigener Aussage interessiert Ernst Kahl die große Politik nicht wirklich, ihn reizen die kleinen Geschichten des Alltags, Randgeschehnisse, Abstruses und für ‚Moralisten schwer Verdauliches‘. So zeigt er in den drei Bänden seines Bestiarium Perversum mit voyeuristischem Blick das perverse Verhältnis des zivilisierten Menschen, vor allem der Stadtmenschen, gegenüber dem Tier. In ‚Kahls Tafelspitzen‘, die von 1992 – 2010 in ‚Der Feinschmecker‘ erschienen, wandelte er Sprichwörter und Redensarten kulinarischen Inhalts in komische Bilder um. Und in vielen seiner Gemälde und Zeichnungen, die für Zeitschriften wie ‚Konkret‘ und ‚Titanic‘ erschienen, thematisiert Kahl den Tod, das Hässliche, Spielarten
der Sexualität und die allgemeine menschliche Niedertracht – zu viel Idylle erträgt der Künstler nicht.“

Ja, ein wenig viel zitiert, aber wenn`s stimmt.

Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main

Kontakt: Telefon: +49 (0) 69 212 301 61, E-Mail: caricatura.museum@stadt-frankfurt.de

Web: www.caricatura-museum.de, www.facebook.com/caricaturamuseum




Mond

„Fly me to the Moon. 50 Jahre Mondlandung“ im Kunsthaus Zürich

Zürich, Schweiz (Kulturexpresso). Laut Pressemitteilung des Kunsthauses Zürich vom 7.1.2019 ist eine Ausstellung mit dem Titel „Fly me to the Moon. 50 Jahre Mondlandung“ geplant, die vom 5. April bis zum 30. Juni 2019 im Kunsthaus Zürich laufen soll.

Mit dabei: der Mond. Der Anlass: die Mondlandung vor 50 Jahren. Doch die Ausstellung soll „ein Streifzug durch die Geschichte künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Mond, ausgehend von der Romantik“ mit dem Schwerpunkt „in der Kunst der Gegenwart“, sein.

Auf rund 200 Exponate darf der Besucher gespannt sein.




Ein Blick auf das Gutshaus Steglitz in Berlin.

Das Gutshaus Steglitz in Berlin wird mit einer Rosa-Loy-Ausstellung neu eröffnet

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 17. Januar 2019 soll um 17 Uhr das Gutshaus Steglitz als neuer Kunstort für zeitgenössische Malerei neu eröffnet werden. Den Auftakt würden laut Pressemitteilung des Veranstalters vom 20.12.2018 „35 Arbeiten“ der Malerin Rosa Loy bilden.

Das Gutshaus Steglitz sei „auch bekannt als ‚Wrangelschlösschen'“ bekannt, heißt es weiter im Text, und würde „zu den raren erhaltenen Beispielen frühklassizistischer Architektur“ zählen, weswegen die „vier Ausstellungsräume in diesem bedeutenden Baudenkmal“ und nicht nur die Ausstellung einer Hauptvertreterin der Neuen Leipziger Schule eine Reise nach Berlin wert sein dürften.

Zum Gesamtwerk von Rosa Loy heißt es, dass ihre „Arbeiten … oft surreal“ anmuten würden. „Vielfältig sind die Quellen, aus denen sie schöpft. Eigene Erfahrungen, Wahrnehmungen und Phantasien ebenso wie Mythologien, Märchen und Legenden sowie nicht zuletzt die Kunstgeschichte mit ihrem visuellen Reichtum aus vielen Epochen bilden das Rohmaterial. Überblickt man Rosa Loys Œuvre, staunt man über die Fülle von Motiven, den unaufhörlich aus Erlebnissen und Eindrücken gespeisten Strom von Bildern und Bilddetails, häufig rätselhaft, dann wieder sofort zugänglich.“

Wenn das so ist, dann nichts wie hin ins

Gutshaus Steglitz

Schloßstraße 48, 12165 Berlin-Steglitz

Öffnungszeiten: von Montag bis Sonntag in der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Eintritt: frei