Schmidts Schwarze Spiegel als zeichnerisches Neuwerk – Annotation zum Buch „Schwarze Spiegel“ von Nicolas Mahler und Arno Schmidt

"Schwarze Spiegel" von Arno Schmidt gezeichnet von Mahler. © Bibliothek Suhrkamp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wie geil ist das denn? Nicolas Mahler scheint ein unwiderstehliches Gespür für meine Lieblingsautoren zu haben. Nach Bernhard und Proust, nimmt er sich nun Arno Schmidt vor, den unerreichten Grantler, Trunkenbold und Genialautor.

Nicht weniger als den Untergangsroman Schwarze Spiegel hat Mahler mit gewohnt wunderbarer Strichführung aufs trefflichste in eine Art Grafik Novel verwandelt. Mit Anleihen bei biografischen Punkten und Zitaten aus diversen Werken, gelingt ihm ein sphärisches Seh- und Lesererlebnis.

1960 radelt ein verdächtig an Schmidt erinnernder Mann durch flache Landschaften. Er erfreut sich der Menschenlosigkeit und erkennt neue Hoffnung für den Planeten, weil endlich der Tiere edelstes verschwunden ist.

Als aber unerwartet eine Frau auftaucht, ändert sich die Sichtweise des wortkargen Radlers und eine neue Perspektive flutet den Raum. Adam und Eva, Cindy und Bert, Helmut und Hannelore? Lustspiel oder Drama? Lesen und gucken sie selbst!

Bleibt die Frage, wer kommt als nächstes unter Malers Stift und Pinsel? Vielleicht Georg Klein? Ja, bitte!

Bibliographische Angaben

Nicolas Mahler (Illustrationen), Arno Schmidt (Autor), Schwarze Spiegel, 191 Seiten, fester Einband mit Schutzumschlag, Reihe Bibliothek Suhrkamp 1528, Verlag: Suhrkamp, Berlin 2021, ISBN: 978-3-518-22528-8, Preise: 24 EUR (Deutschland)

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