Stefan Bohnhoff mit Steel-Cuts/ Steel-Shadows-Ausstellung bei IG Metall

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Kunst in Berlin 2020 Eintritt frei
Ausstellungskataloge mit Teilnahme von Stefan Bohnhoff und Flyer der am 5.März 2020 beginnenden Ausstellung. © 2020 Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Künstler Stefan Bohnhoff ist mit seiner neuen Ausstellung Steel-Cuts/ Steel-Shadows ab dem 5. März 2020 im Ausstellungsraum der IG Metall in Kreuzberg, Alte Jakobstraße 149 in 10969 Berlin. Ausstellungseröffnung um 18 Uhr. Eröffnung und Begrüßung durch Bodo Grzonka, IG-Metall-Bezirksleitung.

Stefan Bohnhoff, erst Maler, dann vor allem Bildhauer, fertigt seit Jahren kraftvolle Skulpturen, die einen auf Ideen bringen. Arbeiten aus den Jahren 2006 und 2009 sind aus Sperrholz gefertigt, doch war auch 2009 Metall schon ein Thema, das sich dann fortsetzte. Der Kunstverein Kunsthaus Potsdam zeigte im Juli und August 2011 Bohnhoffs Skulpturen, darunter viele Aluminium-Lack-Arbeiten aus den Jahren 2009, 2010 und 2011, auch mal mit Kunststoff kombiniert.

Heute ist Metall das Lieblingsmedium Bohnhoffs. Eine Ausstellung bei der Industriegewerkschaft Metall ist also nicht nur kein Zufall, sondern schon fast zwingend. Seine Vorliebe für diesen Werkstoff liegt in der Vielfalt, wie es verarbeitet werden kann. Im Mittelalter war es noch der Schmied, der das Eisen schmiedete solange es heiß war. Mit metallenem Hammer und Amboß erfolgten Formveränderungen. Biegen kann man Metall, sogar falten, heute auch schweißen, nieten oder schrauben. Erkaltet ist es hart und recht dauerhaft.

Der Münsteraner wuchs in den 50er Jahren zwischen Zechen, Hochöfen und Walzwerken auf, das gestaltete möglicherweise seine Entwicklung mit.

Stefan Bohnhoff und wie er zum Künstler der Steel-Cuts wurde

Mit 21 ging er zum Studium an die Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Malerei und Grafik standen im Vordergrund. Er blieb bis Ende der Siebziger dort.

Dann folgten ab 1980 fünfzehn bis sechzehn Bremer Jahre, in denen er unter anderem eine Künstlerförderung der Hansestadt erhielt und 1988 eine Einzelausstellung bestritt, 2003 dann erneut an einem anderen Ausstellungsort in Bremen. Seit 1995 verschlug es ihn nach Berlin. Vorher gab es zwei Einzelausstellungen in Kiel; in den Berliner Jahren sowohl im alten wie auch neuen Jahrtausend Ausstellungen ebendort.

Ab 1984 reihten sich zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen in diesen drei Städten sowie in Bohnhoffs Geburtsstadt Münster, in Frankfurt am Main, Hamburg und Zürich (2013) aneinander. Die Züricher Ausstellung „abstrakt“ führte ihn in die Galerie Haas in der Talstraße 62a (www.galeriehaasag.ch) und dort unter anderem mit Hans Arp, Bridget Riley, Carol Rama, Bernar Venet und Victor Vasarely beziehungsweise ihren Werken zusammen. Gezeigt wurde unter anderem Hans Uhlmanns Stahlskulptur aus dem Jahr 1958, in dem der Schauende vielleicht einen reiherähnlichen Vogel entdecken könnte. Bohnhoff stellte ein Werk aus seiner Planeten-Serie aus. Planets IV ist ein kraftvoll-dynamisches Werk, dass im Spannungsfeld zwischen Auf- und Abwärtsbewegung steht, nach innen wie nach außen gerichteten Bewegungsvektoren; dabei sehr kompakt. Fast kubisch die Maße von 72 mal 69 mal 69 cm. Die rote Farbe unterstützt noch die Dynamik. Wenn man daran denkt, mit welcher Geschwindigkeit kompakte Planeten durchs All rasen, scheint der Name gut gewählt.

Seit 2003 währt Bohnhoffs dreidimensionale Phase. Herausgeberin Katerina Vatsella schreibt im Band XII von „swb-Galerie“ (Bremen 2005, ISBN 3-89757-319-9): „Stefan Bohnhoff überraschte mit kleinen weißen Holzobjekten, die auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten mit seiner farbenfrohen, oft figürlichen Malerei zu haben scheinen. Doch auf den zweiten Blick wirkt dieser Exkurs des Malers in die Dreidimensionalität, der er sich seither parallel zur Malerei widmet, nicht fremd …“

Ausstellung Steel-Cuts/ Steel-Shadows (Stahl-Schnitte, Stahlschatten) in Berlin-Kreuzberg

Bei Hans Uhlmann dachten wir unwillkürlich an einen Stakvogel wie Storch, Reiher oder Kranich, bei Stefan Bohnhoffs Objekten sind mehrere Assoziationen möglich. Seine Skulpturen bringen frischen Wind in den Kopf und fordern dazu auf, die Welt anders zu sehen. Nichts anderes ist heute nötig, wo Klimawarner sagen, dass Veränderungen nicht mehr helfen, sondern nur noch disruptive Changes und andere Auguren aus verschiedenen Gründen Ungutes prophezeien. Manche Lösungen für örtliche und Weltprobleme gibt es schon, manche müssen noch erdacht werden; auch, wie der Widerstand gegenüber vorhandenen, einsetzbaren, guten Lösungen überwunden werden könnte, ist eine Denkaufgabe. Beim Denken können Bohnhoffs Skulpturen Anstöße geben, solange man an ihnen nicht Anstoß nimmt und sich damit ein Einlassen verbaut.

Was?

Vernissage Steel-Cuts, Steel-Shadows. Objekte von Stefan Bohnhoff.

Wann?

Am 5. März 2020 um 18 Uhr

Wo?

Ausstellungsraum der IG Metall in Kreuzberg, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin.

Hinweis zum Datenschutz und zum Recht am Bild: Die Austellungseröffnung ist eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch die Presse eingeladen ist. Photos werden auf der Homepage der IG Metall veröffentlicht.

Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten:

6.März bis 7.April 2020, Montag bis Donnerstag von 9-18 Uhr, freitags 9-14.30 Uhr, an die Arbeitszeiten angepasst, wie könnte es bei einer Gewerkschaft anders sein.

Der Eintritt ist frei.

Der Zugang ist nicht barrierefrei, sondern barrierearm.

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