Nach der Vorstellung: Tänzer des "Les Ballets Trockadero de Monte Carlo" aus New York bedanken sich beim Publikum

Da bleibt kein Auge trocken: die „Trocks“ im Admiralspalast in Berlin! Les Ballets Trockadero de Monte Carlo – für alle ein Spaß

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Quatsch Comedy-Club zu langweilig? Charlie Chaplin zu oft gesehen? Deutscher Humor zu trocken? Hier ein Tipp für alle: „Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“ aus New York sind in Berlin im Admiralspalast Friedrichstraße 101 zu Gast.

Ballettfan oder nicht

Hier kommt jeder auf seine Kosten. Sogar die, die dem Tanz sonst kaum als Zuschauer begegnen. Das ist das Wunderbare: Bei der Berliner Premiere saßen eingefleischte Ballettliebhaber neben Laien, junge Leute mit kaum verfestigten Interessen zusammen mit allen darauffolgenden Generationen – und immer wieder ging ein befreiendes Lachen durch den Saal.

Die außergewöhnliche Ballettcompagnie „Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“ bringt die großen Klassiker der Ballettgeschichte, darunter die Originalchoreografien der „Ballets Russes“ wie Tschaikowskis „Schwanensee“, ebenso vollendet wie originalgetreu auf die Bühne. Trotzdem hat man das Gefühl, das erste Mal wie im Zeitraffer das Ballett zu verstehen.

Der Humor

ist ein ständiger Begleiter der Vorführung, überrascht einen immer dann wieder, wenn man gerade in der Betrachtung der Tänzer versunken ist – oder ein Gag jagt den nächsten, bis man gerade noch einem Lachkrampf entkommt. Die Komik entsteht allerdings nur durch die bewusste Überzeichnung der kleinen Schwächen und Missgeschicke – und der „tieferliegenden Ungereimheiten des ‚seriösen‘ Tanzes“, wie es im Programm formuliert ist.

Doch funktioniert seit seiner Gründung im New York des Jahres 1974 „Les Ballets Trockadero“ durch seine parodistische Form. Das führt dazu, dass der – teils übertriebene und ritualisierte – Ernst von Tanzvorstellungen in einer befreienden Weise transzendiert wird – bei technischer Perfektion und, wie gesagt, Originaltreue. Man vermutet, dass letztlich kein Stein auf dem anderen bleibt – doch Siegfried bleibt „Prince“ Siegfried, Schwanenkönigin Odette bleibt Odette und Benno und von Rothbart sind zur Stelle.

Die Trocks

Da wäre noch die Sache mit dem vorherrschenden Geschlecht der Tänzer, die zu verraten eigentlich keine Pflicht ist, die uns obliegt. Der Genuss der möglichen Entdeckung der Wahrheit bleibt so erhalten.

Es handelt sich zweifelsohne um ein herausragendes, klassisch ausgebildetes Ballettensemble.

Den „Primaballerinen“ des New Yorker Ensembles – salopp und amerikanisch-kurz die „Trocks“ – sind „die Herzen, die Bewunderung und das Amüsement des Publikums gewiss“, heißt es. Dem kann man aus eigener Erfahrung nur beipflichten.

Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“ im Admiralspalast in Berlin-Mitte
Friedrichstraße 101, 10117 Berlin
U-, S- und Fern-Bahnhof Friedrichstraße
vom 9. bis 14. Januar 2018




Irish-Celtic-Show in Deutschland, Stepp-Tanz und traditionelle Live-Band mit irischer Musik

Temporäre Pubs im Admiralspalast und Deutschen Theater! „Urgemütliche Eckkneipen“ mit bester irischer Live-Musik – mit „Irish Celtic“ kommt ein hervorragendes Stepp-Ensemble nach München und Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Air Berlin hat dichtgemacht, dafür fliegt Easyjet ab heute von Berlin-Tegel. Der erste Flug geht nach München. Wer in einer der beiden Städte auf die Idee kommt, mal wieder die angenehme Atmosphäre des „großen Wohnzimmers“ eines echten irischen Pubs zu besuchen, braucht gar nicht erst in den Flieger zu steigen. Er findet bis zum 7. Januar täglich in Berlin und vom 3. bis 8. April in München vor der Haustür die perfekte Lösung: den Irish-Celtic-„Pub“. „Irish Celtic – Spirit of Ireland“ ist bester Stepp-Tanz mit einer traditionellen Live-Band und die einzige Tanzshow mit eigenem Irish Pub. Der Wirt des „Pubs“ führt durch den Abend, sucht eine Frau für seinen Sohn, dessen liebste Beschäftigung es ist, mit einem alten Besen zu tanzen.

Mythen und Geschichten, Feen und Elfen

Wirt Paddy lässt die irischen Mythen und Geschichten wiederaufleben, die sich in den Ritzen zwischen den Bohlen vorübergehend versteckt hielten. Er zaubert schönste irische Musik auf die Bühne, feenhafte Gestalten und elfengleiche, irreal wirkende Tänzerinnen in dünnen, wehenden Kostümchen. Träumerische Melodien erklingen, dann wieder handfeste, klassische Folksongs, zu denen man klatschen kann, abgelöst von stürmischen Tänzen.
Die betörende irische Gastfreundschaft wird erlebbar gemacht. Man befindet sich mitten auf dem Dorfplatz eines Marktfleckens, in den zu einer großen Hochzeit von weither die Menschen zusammengeströmt sind um zu feiern. Auch wer nüchtern bleibt, vergisst freudetrunken den Alltag.

Bei Irish Celtic sind die Boden-Dielen die Bretter, die die Welt bedeuten; ist der Tanz-Boden der Tatsachen der Startpunkt für Flüge in die Vergangenheit großer Dichter, für Traumreisen in die Mythologie und auf das Deck der Titanic. Die Musik entführt einen und die Tänzerinnen schweben mit.

Das Tanzensemble ist schlicht hervorragend. Großartige 16 Tänzer und Tänzerinnen. Doppelt so viel Frauen wie Männer und den Sohn des Wirts nicht zu vergessen – mit oder ohne Besen.

Jeden Tag in die Kirche

Der Erzähler Jonathan Agar als Wirt „Paddy“ gibt Kunde von den keltischen Brüdern aus Schottland, mit denen man sich immer gut verstanden habe und wettert gegen die Engländer. Erst am Nikolaustag 1921 gewannen die Iren die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich.
Der Nationalfeiertag ist der 17. März, St. Patrick‘s Day. Doch ein Ire hat jeden Tag Grund zu feiern! Und er ist jeden Tag in seinem Wohnzimmer, dem Pub. Der Pub ist auch die Kirche und so gehen die Iren täglich hin.

Immer wieder zieht Agar alias Paddy über die Engländer her. Er darf das, denn er ist selber einer.
Der Mann am Klavier ruft nach einem Bier, Paddy lässt sich breitschlagen und gibt den fünf Musikern einen aus. Nicht ohne seinem Sohn einzuschärfen: „The small glasses!“

Die Band

Der Mann am Piano heißt Anthony Davis und ist der musikalische Direktor. Seit dem er 15 ist, brennt seine Leidenschaft für die irische Musik.

Der Solosänger an der Gitarre ist der Singer-Songwriter Daniel Byrne.

Ein Akkordeon darf nicht fehlen. Der Mann, der es spielt und auch die „Whistles“, heißt ebenfalls Daniel und mit Nachnamen – kein Witz! – McGuinness. Er hat gerade in Schottland sein Studium schottischer Musik abgeschlossen, gewann aber schon vor über einem Jahrzehnt die All-Ireland Championships. Bisher zweimal. Er spielte unter anderen 2012 bei den Olympischen Spielen in London.

Die Sängerin und Fiddle-Spielerin heißt Bernadette Kellermann und wohnt seit 2014 in Glasgow. Die gebürtige Deutsche komponiert und arbeitete im vergangenen Frühjahr bei den „Irish Celtic Generations“ mit.

Der Wind und die Musik Irlands

Der fünfte im Bunde – wie könnte es echt-irisch anders sein – ist der Dudelsackspieler.
Sein Name klingt wie die sturmumtosten Klippen Connemaras, wie die grünen Wiesen und die steinernen Wälle, hinter denen sich niedrige Bäume vor den starken Winden des offenen Atlantiks ducken. Er stammt aus den Nordwest-Highlands und vereint schottische Erziehung mit irischem Erbe. Saiteninstrumente sucht man in seinen Händen vergeblich.

So kräftig und ausdauernd wie der Wind, der je nach Richtung und Windstärke die unterschiedlichsten Klänge in den Lochs und Buchten erzeugt, gegen Felsen donnernd, Gischt verspritzend und über die Hügel pfeifend, bläst der Musiker diverse Pfeifen bzw. Pipes, Whistles und Flutes.
Sein Name – und das kann man sich ruhig auf der Zunge zergehen lassen – ist: Conal McDonagh.

„Irish Celtic – Spirit of Ireland“ im Admiralspalast in Berlin-Mitte
Friedrichstraße 101, 10117 Berlin
U-, S- und Fern-Bahnhof Friedrichstraße

Freitag, den 5. Januar 2018, 20 Uhr

Samstag, den 6. Januar 2018, 16 Uhr und 20 Uhr

Sonntag, den 7. Januar 2018, 14 Uhr und 18 Uhr

Eintrittskarten ab Euro 26,50

„Irish Celtic – Spirit of Ireland“

in München – Deutsches Theater vom Di., 3. bis So., 8. April 2018

www.irishceltic.de




Musikverein in Wien.

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Wien, Österreich (Kulturexpresso). Am 1. Januar 2018 überträgt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) das weltweit bekannte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker direkt aus dem Goldenen Saal des Musikvereins.

Genauer gesagt findet die Veranstaltung im Großen Saal statt. Auch wenn weitere Säle wie Hölzerner, Gläserner, Steinerner oder Metallener Saal gut sind und genutzt werden, der Große Musikvereinssaal in Wien ist und bleibt das Kronjuwel unter den Konzertsälen dieser Welt.

Weil das Neujahrskonzert am Montag, den 1. Januar 2018, ab 11.15 Uhr, im ZDF übertragen wird, heißt es in einer ZDF-Pressemitteilung vom 29.12.2017: „Am Dirigentenpult steht Riccardo Muti. Er leitet bereits zum fünften Mal das in rund 90 Länder ausgestrahlte Ereignis mit heiteren wie besinnlichen Melodien aus dem Repertoire der Strauß-Dynastie und deren Zeitgenossen. Unterstützt werden die Musiker vom Wiener Staatsballett. Zehn Tänzer führen eine Choreografie zu ‚Rosen aus dem Süden‘ auf dem Schloss Eckartsau auf, außerdem ein Pas de Deux zur ‚Stephanie-Gavotte‘ im Hietzinger Hofpavillon.“

Das Programm beginnt mit Johann Strauß Sohn, Einzugsmarsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“, und endet mit Johann Strauß Vater, Radetzkymarsch, op. 228. Viel Vergnügen!




Michael Clark Company

Michael Clark mit Bowie-Hommage – „Tanz im August“ in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im August tanzen nicht nur die Puppen und Pupen bis in die Puppen, nein, auch Männer und Frauen, die ihre Passion bis zur Perfektion treiben, toben sich auf der Veranstaltung „Tanz im August“ in Berlin aus.

Das 29. Internationale Festival „Tanz im August“ läuft seit dem 11. August 2017. In einer Pressemitteilung vom 10. August 2017 heißt es, dass „bis zum 2. September 2017 … in rund 69 Vorstellungen an 11 Veranstaltungsorten in ganz Berlin, mit mehr als 150 Künstler*innen aus 21 Ländern insgesamt 28 Produktionen, darunter 3 Uraufführungen und 14 Deutschlandpremieren,
präsentiert“ werden würden. Das Programm bestünde aus „Premieren und zahlreiche neue Arbeiten von Choreograf*innen aus
unterschiedlichen Generationen, deren künstlerische Praxis von Flamenco und Butoh, über Ballett und Tanztheater bis Performance reicht“.

Mit dabei ist dieses Mal die Michael Clark Company. Der schottischen Tänzer, Choreografen und Provokateur Michael Clark präsentiert mit seiner Company das Stück „To a simple, rock ’n’ roll song“ vor allem die Musik von Patti Smith und David Bowie. Schon als Kind tanzte er bei den Scottish Country Dance und später von 1975 bis 1979 im Ballett an der Royal Ballet School in London. Richtig los ging es für Clark beim Ballet Rambert. 1984 gründete Clark die Michael Clark and Dancers, mit denen er über zwei Dutzend Jahre die Welt betanzte.

Clark arbeitete immer wieder mit Musikern wie denen von Laibach, aber auch mit Lou Reed, Iggy Pop und David Bowie. Schrill, bunt, laut und viel Leck mich – das war Clark und das war cool.

Clarks „Stil zwischen Präzision und Chaos, Klassischem und Rohem, Ballett und Post-Punk kehrt“, wie es auf der Heimatseite des Veranstalters im Weltnetz heißt, „nach Berlin zurück. Clark würde Heterogenes verbinden, wird behauptet und zwar „eine komplexe Choreografie zur minimalistischen Klaviermusik von Erik Satie. Ein keckes, scharfes Stück zu den Punksongs von Patti Smith. Und zum Abschluss einen kühnen, pulsierenden dritten Akt zur Musik von David Bowie, mit dem sich der Tanz-Rebell vor der Pop-Ikone verneigt – war Bowie doch für Clark ein großes Vorbild und eine Inspiration“. Wir haben gelesen. Wir werden sehen.

Die Michael Clark Company ist vom 17. bis 19. August 2017 im Haus der Berliner Festspiele zu erleben.




Sayonara Tokyo

Sayonara Tokyo mit Geishas, Tamagotchis und Edelweiß – Japanischer Sommer im Wintergarten in Berlin für Kurz und Klein

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Berliner Wintergarten bietet scheinbar eine super Sommershow. Zum 25. Geburtstag würde der Wintergarten, so heißt es in einer Presseinformation, „die aufwendigste Show seiner Geschichte – und eine der ungewöhnlichsten zugleich“ auf die Bühne bringen.

Die Show trägt den Titel „Sayonara Tokyo – Geishas! Tamagotchis! Edelweiß!“ und würde „ein aufregendes Kaleidoskop japanischer Alltagsszenen und Besonderheiten zwischen Tanz und Artistik, Live-Musik und Theater, zwischen Kimono und Kirschblüte, Manga und Anime“ bieten. Bravo!

Im Wintergarten Varieté eine „Japan Varieté Revue“. Wenn das kein „aufregender Mix aus exotischer Musik, schillerndem Entertainment, verblüffender Artistik, originellem Gesang und modernem Tanz aus dem fernen Japan“ ist, was dann?

Außerdem würden „feinster Sushi-Genuss und meditative Teezeremonien … den Besuch im japanischen Wintergarten perfekt“ abrunden.

Mit Pressemitteilung vom 7. August 2017 verspricht der Veranstalter: „Beim Kauf eines Tickets ab € 25,00* durch einen Erwachsenen, gibt es für Schüler, die diesen begleiten, bis zum Ende der Sommerferien am 03.09.17 Tickets gratis dazu (max. 3 Schüler pro Erwachsenen). Die Tickets sind buchbar unter 030/588 433, per Email an reservation@wintergarten-berlin.de oder an der Theaterkasse von Montag bis Samstag von 15:00 Uhr bis 18:30 Uhr und Sonntag von 15 Uhr bis 17 Uhr. Der Schülerausweis muss am Einlass vorgezeigt werden.“

Wie geschrieben: „Japanischer Sommer im Wintergarten Berlin“ und dieses Mal auch für Kurz und Klein.




David und Guillo-Art. Absichtlich Verpixeltes in der Berlin-Kreuzberger Vollreinigung: „The Tropics“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). David Quiles Guilló ist ein außergewöhnlicher Künstler. Warum? Der Spanier weiß über Kultur bescheid, gab 2001-2011 ein Kulturmagazin heraus („Rojo“) und schrieb selbst. Alicante ist voller Sonne. Es ist einer der Orte, wo man sich vor zu viel Licht versteckt, sich tagsüber bei geschlossenen Vorhängen wohlfühlt und von zwei bis fünf nicht am öffentlichen Leben teilnimmt. Quiles Guilló scheut das Licht der Öffentlichkeit (nicht), sieht sich aber selbst nicht als Motiv. Die seltene obige Aufnahme entstand am Vorabend seiner heute mit großer Party beginnenden Ausstellung vor dem Raum Vollreinigung (links im Bild). Auf diese Weise wurde der althergebrachten scherenschnittartigen Kunst des Schattenrisses gehuldigt.

Guilló ist der Muttername, den er gern verwendet. Er ist ein Goliath der preiswerten Kunst. Er verlangt kaum mehr als die Herstellung kostet; das ist bei ihm Programm. Kein Raum für Spekulation.

Das passt vermutlich auch zum Raum Vollreinigung, der keinen Platz für Geldwäsche lässt und eher zum benachbarten Waschhaus passt, das alle passieren, die der Postanschrift folgen. Einfacher ist die Anreise allerdings von Süden her mit Parkplätzen und einer grünen Wiese vor der Tür. Von der Hochbahn aus sieht man direkt in die Galerie. Die älteste Berliner U-Bahnlinie 1 führt entlang der ehemaligen Berliner Stadtmauer vorbei; zwischen Halleschem und Wassertor. Das Hallesche Tor, wo zeitgleich der Karneval der Kulturen brodelt, war Berlins Tor nach Süden, das Wassertor das einzige über einem Kanal.

Nach einem kurzen Fußweg vom Bahnhof Prinzenstraße an der Nordseite der Hochbahn entlang Richtung aufgehender Sonne erreicht man den im Erdgeschoss eines unübersehbaren Hochhauses gelegenen Ausstellungs-Raum.

Mit Musik von Sr Pozo y la Radio Nacional (Performance) und Tanzmusik von Rafael Pereira (dengue dengue Dengue).

Postkarten made in France, Bilderrahmen Max und Moritz aus Deutschland, Bilder aus der Malfabrik in China.

Mit im Verkauf: 4 Bücher-Unikate mit je 386 Seiten zum Selbstkostenpreis. Alle Bilder enthalten; ausgestellt sind nur wenige großformatige und einige Mittel- und Kleinformate.

Entschuldigen Sie, wir müssen jetzt zur Einweihungsparty, bevor Senior David wieder nach Alicante reist. Viel Spaß!

* * *

Vollreinigung
Wassertorstraße 65, 10969 Berlin

Ausstellung „The Tropics“ ab 2.6.2017 (Vernissage ab 20 Uhr, Party bis 1 oder 2 Uhr nachts (?) mit Live-Musik

Ausstellungen dauern im Raum Vollreinigung üblicherweise 1 Tag. Die Tropen-Ausstellung, die bei tropischem Wetter stattfindet, also bis (mindestens?) einschließlich Samstag, den 3.6.2017.




Powerfrau Gayle Tufts mit „Superwoman“ im Tipi am Kanzleramt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). „Eigentlich plante ich die Show in der Annahme, dass Hillary Clinton die Wahl in den USA gewinnt“, erklärt die quirlige und witzige US-Amerikanerin Gayle Tufts in Bezug auf ihre neue Musik-, Tanz- und Comedyshow „Superwoman“.

Tatsächlich wirft sie sich vor der Pause ihres atemberaubenden Song- und Parlier-Parcours durch deutsch-amerikanische Superwomen-Geschichten auf den Boden und schreit minutenlang „sorry, sorry, sorry“, nachdem sie vorher sagte: „Es gibt zwei schlimme Wörter in den USA: Donald Trump!“ Die Hälfte der US-Amerikaner habe Depressionen wegen ihm und das Phänomen des „Trump-Rump“ (Trump-Hinterteil) grassiere, weil jeder sich aus Frust mindestens 7 kg Übergewicht „anfresse“. Auf solche Sätze folgt großes Gelächter im Publikum, das von Sympathiebekundungen begleitet wird.

Zwischen romantischen oder rockig-fetzigen Songs, die alle zum Thema Superwoman passen, redet sie in „D’English“ über Superwomen.

Hier seien zu nennen als allererstes „Lady Liberty“. Gekleidet in die amerikanische Flagge wie ein griechischer Umhang drapiert, die Fackel mit der Rechten in die Luft ragend, singt Gayle Trump-Rump „Liberty“ gemäss Emma Lazarus (jüdisch-amerikanischen Dichterin) 1883 verfasstes Gedicht „The New Colossus“ (in das Podest der New Yorker Freiheitsstatue eingraviert): „Give me your tired, your poor, Your huddled masses yearning to breathe free.

The wretched refuse of your teeming shore. Send these, the homeless, tempest-tost to me, I lift my lamp beside the golden door!“ In Zeiten des Mauerbaus und Abschiebungen sei die Welt am Ende, so Tufts, die Demokratie sei kein Gesellschaftstanz!
Sie spricht uns Trump-Gegnern aus der Seele, sagt, dass Melania, die Trump-Gattin, die einzig Vernünftige sei – sie würde erst gar nicht ins weiße Haus ziehen und möglichst weit weg von ihm bleiben. Gayles spricht über alles zeitgeist-gemässe: „Kale“ sei das neue Superfood in New York, wo sie mit ihrem Bremer Gatten einen 10 $ teuren Smoothie trank. Als ihr Mann sie fragte, wie sie denn „Kale“ übersetze, was überall angepriesen werde, sagte sie „Grünkohl“, woraufhin ihr Mann, der „Bremer“ sagte: „Für 10 $ Grünkohl und das ohne „Pinkel“. Ja, sie erzählt viel von den deutsch-amerikanischen Wahlverwandtschaften. Alltagsheldinnen wie die Krankenschwester Petra aus Berlin-Buch, die ihr die Hand hielt in schwierigen Zeiten, Nobelpreisträgerin Malala, VorbilderInnen wie Superwoman und wie sie alle heißen. Ein Hubschrauber fliegt über das Tipi. Gayle: „Aha, Angela Merkel ist zurück von Putin.“

Gayle wird begleitet vom Pianisten und Kompositeur Marian Lux und Martin Krause vom Babelsberger Filmorchester am Schlagzeug. Zwei behende, junge Tänzer begleiten ihre spritzige Choreographie in wechselnden Kostümen.

Gayle, mal in rotem, sexy Kleid, dann in türkisfarbenem Superwoman-Dress mit wehendem rotem Umhang oder saphirblauem Seidenkleid – Die Choreographie untermalt einen bunten Abend, in dem kein Auge trocken bleibt, sei es wegen ihres Wortwitzes, sei es wegen romantischer, zu Herzen gehender Songs.

Der Song beim Herausgehen der Gäste ist „Hero“ von David Bowie – „We can be Heroes forever and ever!“ – right on, sister!

Die Show läuft noch bis 20.Mai 2017.




Romantik pur! – Weißer Schwan, schwarzer Schwan, armer Prinz beim Schwanensee-Ballett in Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Staatsballett Berlin hat das Stück „Schwanensee“ seit der Premiere 1997 zum 199. Mal aufgeführt. „Schwanensee“ ist das berühmte Ballett mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky op.20 in der genauso berühmten zeitgenössischen Choreografie und Inszenierung von Patrice Bart, Marius Petitpa und Lew Iwanow. Seit seiner Uraufführung am Moskauer Bolschoi Theater 1877 wurde das Erfolgsballett weltweit in den unterschiedlichsten Inszenierungen von den arriviertesten Ballettensembles der Welt auf die Bühne gebracht..

Die Geschichte handelt vom die Freiheit suchenden jungen Prinzen, der die als weißen Schwan verwunschene Prinzessin durch sein Treuegelübde befreien könnte und auch seine Freiheit darin sieht. Er wird durch die Intrigen seiner Königinmutter und deren Premierminister getäuscht. Dessen Tochter tanzt als schwarzer Schwan auf einem Ball und der Prinz meint, den weißen Schwan zu erkennen. Beide Rollen werden übrigens herausragend getanzt von Liudmila Konovalova. Indem der Prinz dem schwarzen Schwan die Treue schwört, ist die Aufhebung des Zaubers über den weißen Schwan vertan. Den intriganten Premierminister tötet er daraufhin und stürzt sich selbst in den Tod vor Verzweiflung.

Das Ballett ist zeitlos und jederzeit – wie ein guter Film – mehrfach anschaubar. Zu schön und bezaubernd sind die Tänze in den zwei Akten mit sechs Szenen mit der aufwühlenden, romantischen Musik Tschaikowskys, um das alles und noch viel mehr nur einmal zu genießen.

„Die schwanähnliche Streckung der Arme erfolgt über die Unterarme und dann über die Schulter“ und dass das „eine spezielle Technik“ sei, wird bei der Werkeinführung vor der Aufführung verraten. Und in der Tat bleiben die Blicke auf den grazilen Schwandarstellerinnen magnetisiert hängen. Wie sich wie Schwäne beugen, die Arme wie Schwanenhälse nach oben ragen, das ist schön anzusehen. Im Vierertrupp jeweils aus der Gruppe heraustanzend, die schlanken Beine in den unglaublichsten Verzwirbelungen und gallopartiger Dynamik, reißen die Darstellerinnen das Publikum im ausverkauften Haus mit. Jung und Alt geben frenetischen Zwischenapplaus.

Die Soli des Prinzen (Dinu Tamazlacaru) mit seinen weiten, kräftigen Sprüngen quer durch den Ballsaal, die Soli des weißen beziehungsweise schwarzen Schwans mit unglaublichen Pirouetten und Drehungen um die eigene Achse auf einem Bein stehend, die Arme nach oben gereckt, das hat schon was und der Applaus will kein Ende nehmen.

Ballettliebhaber kommen auf ihre Kosten: Ungarische Tänze, Spanischer Tanz, Tarantella, Mazurka werden in Trachtenkostümen aufgeführt, vier Prinzessinen tanzen in gedeckten, fürstlichen Tütü-Kleidern dem Prinzen vor – 170 Minuten inclusive Pause lang ist pure Dilektion und Hochgenuss von Spitzentanz, Pirouetten und allem, was das Romantikerherz begehrt!
Die romantische Musik Tschaikowskys mit himmlischen, anrührenden Geigenklängen und dramatischen Wallungen, wenn in der bekannten Melodie der große Schwan im Hintergrund seine Riesenflügel drohend schlägt, lässt an diesem Ballettabend in Berlin keine Romantiker-Wünsche offen.




„Die Perlen der Cleopatra“ – Operette aus den „Wilden Zwanzigern“ – Premiere der Neuinzenierung an der Komischen Oper Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Es glitzert, funkelt und sprüht vor überbordender Kreativität – Intendant Barry Kosky zieht wieder einmal zum Verlieben schön alle Register der komischen Oper mit Travestie, Revue und Herzschmerz-Liebesliedern. Die erstmalig 1923 uraufgeführte Operette von Oscar Straus führt den bunten Reigen der an der KO neu inszenierten, superunterhaltsamen Operetten fort (Paul Abrahams „Eine Frau, die weiß, was sie will“ und „Ball im Savoy“, wir berichteten). Dagmar Manzel ist der unbestrittene Superstar der Komischen Oper. Menzel ist ein Multi- und Ausnahmetalent. Ehemals Schauspielerin am Deutschen Theater übersteigt ihr komödiantisches, stimmliches Repertoire alle Vorstellungskraft. Rauf und runter singt ihre Stimme die Tonkoloraturen. Bauchrednerisch haucht sie ihrer Handpuppenkatze Ingeborg freches Leben ein. Sie berlinert eine derart freche Situationskomik (Arschäologen, ich bade in „Mülsch“), dass sich die Lachmuskeln kaum erholen können.

Der Plot zeigt Cleopatra beim Managen einer drohenden Hungerskatastrophe durch Ausbleiben des Nilhochwassers. Eine Staatskrise droht, Putschisten agitieren und die Römer wollen ebenfalls das ägyptische Zepter übernehmen.
Kess-frivoler Wortwitz begleitet eine Tanzgruppe, die Gliedmaßen aus Gummi zu haben scheinen à la Josefine Baker, in ihren Hauch von Kostümchen mit einmal grünen Federn, dann mit roten Federn in Andeutungen von Römeruniformen oder silbernen Glitzerlendenschurzen, Oh und Ah juchzend.

© 2016 Foto: Eva-Maria Koch
© 2016 Foto: Eva-Maria Koch

Urkomisch fetzt als übereifriger, unterwürfiger Minister Pampylos (Dominique Horwitz) über die Bühne in grün-glitzerndem altägyptischem langem Kleid mit Perücke, immer wieder französische Plaisanterien einwerfend. Marc Antonius (den fesche Toni nennt man mich) spielt und singt Peter Renz und hat mit „Cleopi“ einen wortwitzigen „ägyptischen Flirt, der was wert, der zum Dasein gehört. Ein pikantes, ein prickelndes: „Je ne sais quoi!, das verwirrt, irritiert, wo man sagt: „C’est ma foi“. Hier wird Berliner Bier statt Rotwein zum Auflösen der magischen Cleopatra-Perle zum Verführen genommen – urkomisch wie die ganze Operette. Eine Rüstung auch Perlen trägt auch Silvius, phantastisch performed und gesungen von Dominik Köninger, der vom römischen Soldaten zum „Liebessklaven“ Cleos verwandelt wird. Er jedoch liebt die ägyptische Sklavin Charmian, Talya Liebermann, mit der er ein bezauberndes, romantisches Liebesduett nach dem anderen singt.

Das Orchester unter der Leitung von Adam Benzwi ist halb sichtbar. Benzwi hat die Operette mit ihren Chansons, großen, dynamischen Tanz- und Chornumern mit Jazz, Kabarett auf Wiener Walzerseeligkeit und Revuetanz-Nummern mit arrangiert. Das Bühnenbild zeigt changierende, an Pop-Art erinnernde Art-Deco mit schwarz-weißen Schiebewänden. Die unübertroffen extrem kreativen, vielfältigen Kostüme von Viktoria Behr geben dem Ganzen den letzten ägyptischen Schliff und Flair. Jedes Chormitglied hat ein anderes ägyptisches Kostüm. Diese Vielfalt muss man gesehen haben.

Nach viel Zwischenapplaus gab es tosenden Schlussapplaus. Die Premierengäste hatten Tränen in den Augen vor Lachen. In der Pause traf man auf Menschen, die mit traumatisierten Kriegsflüchtlingen zusammen arbeiten. Die Operette bietet die Möglichkeit, kurz vom finsteren Weltgeschehen abzuschalten – ähnlich wie in den „Goldenen Zwanzigern“.




Static Time, Click-Pause Silence und White Darkness vom Staatsballett Berlin – Drei neue avantgardistischen Ballettchoreografien

Berlin, Deutschland (Kulturexpesso). Wieder einmal präsentiert sich das Berliner Staatsballett als eins der führenden internationalen avangardistischen Balletts unter dem Intendanten Nacho Duato. Static Time, Click-Pause Silence und White Darkness heißen die drei avantgardistischen Ballettchoreografien, die vom Staatsballett Berlin in der Staatsoper im Schillertheater performed wurden – mit Musik vom Tonträger.

Static Time, choreografiert vom Intendanten Nacho Duato, thematisiert Erinnerung und Ewigkeit. Auf der dunklen minimalistischen Bühne spannen acht TänzerInnen in dunklen Tanzkostümen unter Aufbietung beachtlicher tänzerischer Vielfalt zur Musik von Mozart, Rachmaninow und Schubert in zwei Schichten einen Bogen vom Anfang zum Ende des Balletts, aus dem sich die drei klassischen Stücke wie Erinnerungen erheben. Der Architekt Jaffar Chalabi kreierte dazu auf der Bühne ein außerirdisch anmutendes, sich drehendes, riesiges, dunkles Mobile, welches Zeit und Ewigkeit überzeugend visualisierte.

Click-Pause-Silence, choreografiert von Jiri Kylián, versinnbildlicht „das Kommen und Gehen und das Geheimnis, wenn Menschen in unser Leben eintreten und wieder verschwinden“, so Kylián. Bachs „Präludium Nr. 24 b-moll BWV 869“ aus „Das wohltemperierte Klavier“ wurde von Kylián und dem Komponisten Dirk Haubrich in Elemente zerlegt und „neue Verbindungen geschaffen“. „Dieser sezierten Welt von Noten, Themen und Miniatur-Strukturen wird langsam Zeit, Raum und Bestimmung gegeben, die nicht nur selbst-unterstützend ist, sondern Zuflucht für unsere fundamentalen Gefühle und Rückversicherungen wird, die wir so verzweifelt für unser physisches und spirituelles Wohlergehen brauchen“, erklärt Kylián. People com, stay and go… Sometimes it Clicks – the Puase tells us about time – the Silence speaks. TänzerInnen in auberginen, grünen und blauen Tänzeroutfits präsentieren in ausdrucksstarken, kraftvollen, phantasievollen Posen, Drehungen, teils barfuss das Werk.

White Darkness unter der kraftvollen, zeitlosen Choreographie von Nacho Duato und Musik von Karl Jenkins akkumuliert das gesamte tänzerische Können der beiden Vorgängerstücke in geballter Kraft. Atemberaubend und dynamisch „fetzen“ die TänzerInnen über die dunkle Bühne, Tempo kombiniert mit Grazie. Die schwarzen, an Sportunterwäsche erinnernden Kostüme mit Glitzer geben dem Auge die Möglichkeit, sich auf die Ausdruckskraft der Gliedmassen zu konzentrieren, die in kreativen Posen, Drehungen, Sprüngen, Gleiten der Musik folgen. Sand rinnt in Kaskaden von der Decke, Zeichen für die verstreichende Zeit? Nach einem packenden Pas-de-Deux bleibt die Tänzerin verstört unter einem Sandwasserfall zurück, während ihr Partner sich entfernt. Entstanden 2001 für die Compania de Danza in Madrid, zeigt Nacho Duato in diesem Schlüsselwerk lose Strophen um eine junge Frau, die sich durch die schützenden Hände Hände eines Begleiters windet. Von ihrer Drogenabhängigkeit gezeichnete Zustände fließen ineinander. Die Atmosphäre wechselt zwischen Andacht und Aufruhr. Tosender Schlussapplaus zeigt die Begeisterung des Publikums!