„Verbrechen mit Qualität“?! – Zum Kriminalroman „Das Crime-Zertifikat“ von Oliver Schlick

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"Das Crime-Zertifikat, Verbrechen mit Qualität" von Oliver Schlick. © Carl Ueberreuter Verlag GmbH, Wien

Berliln, Deutschland (Kulturexpresso). Der in Neuwied am Rhein geboren Oliver Schlick, der derzeit ein paar Flusskilometer abwärts in Düsseldort wohnt, war in seinem Leben schon so einiges, vor allem Schlagzeuger, Marktforscher, Schaufenstergestalter und Sozialarbeiter, aber auch Autor. Bekannt dürfte der Mann den meisten Lesern als Autor von Kinder- und Jugendbüchern sein.

Sein Roman „Miranda Lux – Denken heißt Zweifeln“ war 2017 für den Deutsch-Französischen-Jugendliteraturpreis nominiert. Richtig, eine Nominierung ist bereits eine Auszeichnung. Ob ihm eine Auszeichnung mit seinem ersten Krimi, der sich um kleine Gauner und zu kurz gekommende Betriebswirtschaftler dreht, gelingt?

Schlicks Debütkrimi sei laut Carl Ueberreuter Verlag, der als GmbH in Wien seinen Sitz hat, „eine längst überfällige Offensive im Qualitätsmanagements der organisierten Kriminalität“. Schon aus diesem Grund greife man zum Kriminalroman mit dem Titel „Das Crime-Zertifikat“, das den Zusatz „Verbrechen mit Qualität“ trägt. Wenn das kein vorformulierter Anspruch ist, was dann? Ein Abgesang etwas?!

Der Waschzettel verrät mehr: „Pius Nordberg führt ein entspanntes Ganoven-Dasein als Geldeintreiber für Gangsterboss Papa Ambros. Die Beschaulichkeit endet jäh, als Papa Ambros zu Tode kommt.“ Mancher Leser mag meinen, dass „alleine die Todesart … schon ein Alleinstellungsmerkmal für diesen besonderen Krimi“ sei (freue sich, wer`s kennt).

Die Frage nach Unfall oder Mord erübrigt sich, oder? Dennoch lässt diese Frage Nordberg „nicht zur Ruhe kommen. Doch damit nicht genug. Nach Papa Ambros’ Tod leitet dessen überambitionierter Sohn das kriminelle Geschäft und führt Controlling-Maßnahmen und Zertifizierungsprozesse ein. Was Pius und seine Kollegen vor ganz neue Herausforderungen stellt: Wie bringt man jemanden, dem man gerade die Finger gebrochen hat, dazu, einen Kundenzufriedenheitsbogen auszufüllen? Und wo um alles in der Welt gibt es Fortbildungen zu Waterboarding im Inkassowesen? Während Pius sich mit den absurden Zumutungen des Qualitätsmanagements herumplagt, ereignet sich ein zweiter mysteriöser Todesfall – und er findet sich in einem gefährlichen Katz- und Maus-Spiel mit einem Mörder wieder…“

Und Leichen pflastern Pius` Weg.

Wir aber nicht. Selber den kurzweiligen Krimi mit teils rabenschwarzer Heiterkeit, der mit keiner ermüdenden Überlänge und zähen Abschweifung langweilt, lesen!

Bibliographische Angaben

Oliver Schlick, Das Crime-Zertifikat, Verbrechen mit Qualität, Kriminalroman, 268 Seiten, flexibler Einband, Verlag: Carl Ueberreuter Verlag GmbH, Wien, 10.6.2020, ISBN: 9783800090006

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