„Was werde ich von den Bohnen lernen oder die Bohnen von mir?“ – Fragen an das „Parlament der Pflanzen“ oder das große Palaver

Verschiedene Bohnen. Quelle: Pixabay, Foto: Ariel Núñez Guzmán

Liechtenstein (Kulturexpresso). Ja, ist denn Hans Arp in Zürich auferstanden von den Toten oder Geistesgrößen wie  Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck und Marcel Janco, die mehr oder weniger Künstler genannt und dem Dadaismus zugerechnet werden? Dass deren „Kunst“ im Besonderen und im Grunde genommen eine Revolte gegen die Kunst im Allgemeinen in einer Gesellschaft war, deren Zustande der Aufstände wert schienen, das hingegen wissen wohl die wenigsten von denen, die noch deren Namen aufsagen und aufschreiben können.

Nun kann einem die Kunst als Käse vorkommen, der ökonomischen, nicht ökumenischen oder ökologischen Ursprungs ist, und also Wurst sein, wenn es da nicht Künstler gebe, die auch das durch den Kakao zu ziehen scheinen, womöglich ohne es zu ahnen. Ja, ist denn Dada nur noch Aa? Werden bei den Künstlern der Ausstellung „Parlament der Pflanzen“ im Kunstmuseum Liechtenstein etwa die Kräfte der Analität für die Revolte gewonnen?

„Was werden ich von den Bohnen lernen oder die Bohnen von mir?“ sollte Henry David Thoreau am 7. Juli 1845 in sein Tagebuch eingetragen haben und nicht „scheiß drauf, aber voll“! Nach Thoreaus Tagebucheintrag heißt es in der Pressemitteilung des Kunstmuseums Liechtenstein“ zum „Parlament der Pflanen“ das vom 6. September 2020 bis zum 17. Januar 2021″ tage, dass „die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung … nicht nur am aristotelischen Denken, das die Pflanzenwelt in die Nähe der anorganischen Welt“ rücke, rütteln würden, „sondern auch an der anthropozentrischen Sicht, die grossteils bis heute die westliche Welt“ präge. Wird es am Ende der Parlamentssitzungen etwas zum Rüttelschwur von Liechtenstein kommen?

Die Bohnen dieser Welt dürfen gespannt sein wie eine Armbrust von Wilhelm Tell. Toll auch, dass „Prinzipien der Natur … den Pflanzen aus vielfältigsten Perspektiven eine Stimme“ verleihen würden. Sie hören bitte hin und berichten uns über das Palaver im „Parlament der Pflanzen“.

Vielleicht sollten sich Parlamentsbesucher ein Sortiment an Bohnen, die bekanntlich zu Blähungen führen, vorher reinschaufeln, um dem Palaver im „Parlament der Pflanzen“ mit fröhlicher Flatulenz in permanenter Penetranz zu begegnen. Vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon.

„Hollaka, hollala. Blago bunk, blago bunk. Blosso fataka. Ü üü ü“, um es mit Hugo Ball zu sagen. Und der ist rund!

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