
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Stolz der DDR-Regierung, bei dortigen Filmfesten feste dabei wie das Kosmos und das Colosseum. DDR-Architektur wurde vielfach abgerissen oder kam ins Museum, wie die Berliner Mauer. Andere Gebäude, wie das ehemalige Kino Kosmos, werden zwar noch genutzt, aber nicht mehr als Kino. Es ist auch an der großen waagerechten Ost-West-Achse – die DDR war ja eher nach Osten ausgerichtet, also nach Frankfurt, oder? – gelegen wie das Kino International. Letzteres befindet sich zwischen Kosmos und Alex (Alexanderplatz, benannt nach dem russischen Zaren, bekannt durch einen Roman und einen Berlinale-Film).
Das größte Filmfest, das die deutsche Hauptstadt zu bieten hat, und das deswegen auch mit Bundesmitteln von der KBB (Kulturveranstaltungen des Bundes GmbH) bezahlt wird, ist die Berlinale. Langform: Internationale Filmfestspiele Berlin. Bei dem Namen und überhaupt wollte das Kino International gern bei der Berlinale mitmachen, gerierte sich auch als Premierenkino; der eckige Bau gegenüber des Café Moskau.
Der Berlinale gingen die Kinos aus
Zudem „die Berlinale“, also die dafür Verantwortlichen, seit Ende 2019 ein Problem hatten, das sich 2025 verschärfte und 2026 noch deutlicher zutage trat: Der Berlinale gehen die Kinos aus. Schon vor Silvester 2019 war klar: Die Leute, die das Cinestar im Kellergeschoss des SONY-Centers – das heißt übrigens inzwischen auch nicht mehr so; wort- und namenstechnisch bleibt in Berlin kein Stein auf dem anderen, man weiß manchmal gar nicht mehr, wo man sich befindet, soviele Straßen und Plätze werden umbenannt – jahrelang mit Herzblut betrieben hatten, machten Schluss. Das betraf auch das „Imax“, das ebenfalls seine Pforten schloss. Es zeigte u.a. mehrere Jahre lang Filme der Berlinale Reihe „Native“. Zum Beispiel 2017. Die beliebte Reihe wurde, wie auch die Sektion „Kulinarisches Kino“ nach Kosslick eingestellt.
2020 schloss auch das HKW. Da das auch HdKdW abgekürzte „Haus der Kulturen der Welt“ in der Kongreßhalle an der Spree sowieso zum KBB-Universum gehört, also nicht extra oder extern bezahlt werden muss, ein auch finanzieller Verlust. Für Vater Staat; also uns.
2025 war für das neben dem Cinestar gelegene, aber normalerweise nur von der neuen Potsdamer Straße aus zugängliche Arsenal Schluss. Stattdessen musste die Stiftung Deutsche Kinemathek in die Gebäude des nicht mehr wirtschaftlichen Krematoriums Wedding nähe Gerichtstraße und Ringbahn umziehen. Weit weg vom Schuss.
Seit 2025: Während der Berlinale gibt’s an Berlinalekinos keine Kassen mehr – Tausende betroffen
Das führte auch zu unpraktischen, weil zeitraubenden Verhältnissen. Denn während der Berlinale, und nur dann, war die Zwischentür zwischen dem Cinestar (hinten beim Café) und dem direkt daneben, ebenfalls im Untergeschoss befindlichen Eingang zum Arsenal 1 und 2 geöffnet. Das sparte sehr viel Zeit, selbst wenn man nach einem Termin im Cinestar nicht einen Film im Arsenal besuchen wollte oder musste. Denn vom Eingang des Arsenals zum Cinemax(x), dem einzigen ganzjährig betriebenen Kino vor Ort – am Potsdamer Platz – ist der Weg kürzer. Im langen Flur des Cinestars standen bei der Berlinale meist viele Leute, Wartende, Diskutierende und Schaulustige.
Von 9 Uhr bis nach weit Mitternacht laufen während der Berlinale Filme, dazu kommen die anschließenden Filmgespräche. Schnell zu sein, ist entscheidend. Für Einlass und alles andere. Eine Kollegin hatte ’26 „aus Versehen“ eine digitale Karte für das Berlinalekino am Alex besorgt – und storniert. Denn alles außerhalb des Potsdamer Platzes ist zu weit. Man käme zu spät zu den Konferenzen etc.
In der Not „acquirierte“ man das Blueman-Theater am Marlene-Dietrich-Platz. Doch das ist klein und hat nur wenig mehr als 200 Plätze.
Das Kino International könnte also Entlastung schaffen – im fernen Osten..

Kino International – neue Phase
2019/20 wurden hier Berlinalefilme gezeigt, zum Beispiel der ausverkaufte Dokumentarfilm über Sarah Wagenknecht. Hoher Besuch bemühte sich in die „heiligen Hallen“, in die viele Eintritt begehrten. Da es noch echte Eintrittskarten gab, waren diese heißbegehrt und umkämpft und man konnte sie weiterverschenken oder gegen Geld weitergeben. Allles vorbei. Das gibt’s vielleicht nie wieder. Denn die Berlinale ist überdigitalisiert. „Karten nur online“ heißt auch: Die Kassen sind geschlossen, auch die Abendkassen. Und: es werden weniger Karten verkauft. 2026 verkaufte die Berlinale weniger Eintrittskarten. Die Enttäuschung bei den einst – bis einschließlich 2020 – begeisterten Touristen ist groß. Viele reisten an, extra im kalten Wintermonat Februar. Auch oder nur für die Berlinale.
Eine Kasse gibt es noch am Kino International. Falls das Lichtspieltheater wieder bei der Berlinale mitmachen sollte, wird diese aber während des Filmfests geschlossen bleiben. Unbesetzt. Wer eine Karte kauft, muss das namentlich tun, sein Bankdaten hinterlassen. Alles ist gespeichert. Wer welchen Film schaut und wann und wo.
Nach einer umfassenden Sanierung gibt es eine neue 4K-LASER-Projektionstechnik.
Das Kino International verfügt nach der Wiedereröffnung über ein besseres Klangsystem. Die „Goldene“ Decke erstrahlt wieder wie neu und der Paillettenvorhang auch.
Das alles zusammen ostete etwa 15 Millionen Euro (Etwa 30 Millionen DM).
Architekten des Kino International
Josef Kaiser und Heinz Aust. Das Kino International wurde zusammen mit Plattenbauten, Mokka-Milch-Eisbar und Café Moskau auf der anderen Straßenseite geplant.
Eröffnung: 1963. Wie die Philharmonie in West-Berlin. Bzw. Berlin (West).
Das Kino diente bis 1990 in der DDR als Premierenkino.
Wiedereröffnung: Feier am 26. Februar ’26. Einem Donnerstag. (Ab Donnerstag werden Filme gezeigt. Meist liegt der bundesweite Kinostart an einem Donnerstag.)
Es gehört zur Yorck-Gruppe. Hat nichts mit dem englischen York zu tun. Die Gruppe heißt so, weil die Kino Yorck und New Yorck in der Kreuzberger Yorckstraße sind (nähe U6 + U7 Mehringdamm).
-Warum zeigt das Beitragsbild nicht das neue Kino International?
Reporter sind teuer, Photographien auch. Journalisten sind immer unter zeitlichem Stress. Während die Berlinale, das Short Film Festival und das Guadalajara International Film Festival „vorbei“ sind, aber noch nicht abgearbeitet, steht schon das griechische Filmfest Ende März auf dem Programm. Kurz vor Ostern ’26. Auch in einem Kino in exponierter Ost-Berliner DDR-Lage“, auch in der Nähe des Alex. Wenn dann noch ein eingeschränkter Radius hinzukommt, mehrere BVG-Streiks und fehlendes Taxigeld, bestätigt sich erneut: Der Tag endet um 24 Uhr.





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