631 Punkte für ein anscheinend populäres Lied – Der Eurovision-Liederwettbewerb 2022 in Turin

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ESC 2022 in Turin. © Visit Turin

Turin, Italien (Kulturexpresso). Die Stadt Turin, Hauptstadt der Region Piemont, die sich dort befindet wo die Dora in den Po fließt, heißt piemontesisch Türin und italienisch Torino, was so viel wie kleiner Bulle heißt, was die wenigsten ihrer Besucher wissen werden, sieht von oben betrachten aus wie ein Schachbrett und bietet bulisches beziehungsweise stierisches nicht nur auf dem Wappen.

Bestes von Bullen bieten Köche in Turin auch auf Tellern. Doch Taurus stand nicht für Turin Pate, sondern die Berge der Alpen, die man bei guter Sicht ständig sieht. Auf Keltisch heißen Berge Tau. Von den Kronen der Bergen und den Türmen der Stadt betrachtet, vor allem von der sich stark verjüngenden Spitze des Mole Antonelliana genannten Wahrzeichens der ersten Hauptstadt Italien, das nach Plänen des Turiner Architekten Alessandro Antonelli entstand, wirken große Teile von Turin quadratisch, praktisch, gut. Die Innenstadt war das immer und das sieht man noch heute.

Das Praktische gilt für diese Stadt der Politik und Kultur, der Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere der Technik und Industrie, die nach Rom, Mailand und Neapel mit über 870 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt der Republik Italien ist, auch für Turins größte Halle Palo Olimpico, auch Pala alpitour genannt. Dort fand die Tage der einst auch Chanson de l’Eurovision beziehungsweise Eurovision-Liederwettbewerb genannten Eurovision Song Contest (ESC) 2022 statt.

Gewonnen wurde der ESC-Krieg 2022 von einer Band namens Kalush Orchestra aus der Ukraine., die den Titel „Stefania“ vortrug, einer Homage an die Mutter des Sängers, der bei seinem auftritt einen rosafarbenen Blumentopf auf dem Kopf trug.

Malik Harris, der für die BRD auftrat, erhielt von den Jurys keinen einzigen Punkt und vom votierenden Publikum nur sechs. Letzter Platz. Die Deutschen aus Österreich schafften es noch nicht einmal ins Finale. Der für die Schweizer Eidgenossenschaft startende Kanadier Marius Bear erhielt mit „Boys Do Cry“ immerhin 78 Punkte und landete auf dem 17. Platz. Die Frau mit dem diversen oder auch nichtssagenden Namen S10 aus dem Königreich der Niederlande wurde Elfte des großen Finales mit „De Diepte“. Dafür das die Blonde kühl stand und eine Ballade zum Besten gab, sind ihre 171 Punkte prächtig.

  1. Platz Ukraine, Kalush Orchestra mit „Stefanie“, 192 Punkte Jury, 439 Punkte Publikum, 631 Punkte insgesamt
  2. Platz VK, Sam Ryder mit „Space Man“, 283 Punkte Jury, 183 Punkte Publikum, 466 Punkte insgesamt
  3. Platz Spanien, Chanel mit „Slomo“, 231 Punkte Jury, 228 Punkte Publikum, 459 Punkte insgesamt
  4. Platz Schweden, Cornelia Jakobs mit „Hold me Closer“, 258 Punkte Jury, 180 Punkte Publikum, 438 Punkte insgesamt
  5. Platz Serbien, Konstrakta mit „In corpore sano“, 87 Punkte Jury, 225 Punkte Publikum, 313 Punkte insgesamt
  6. Platz Italien, Mahmood & Blanco mit „Brividi“, 158 Punkte Jury, 110 Punkte Publikum, 268 Punkte insgesamt
  7. Platz Moldau, Zdob si Zdub & Fratii Advaho mit „Trenuletul“, 14 Punkte Jury, 239 Punkte Publikum, 253 Punkte insgesamt
  8. Platz Griechenland, Amanda Georgiadi Tenfjord mit „Die Together“, 158 Punkte Jury, 57 Punkte Publikum, 215 Punkte insgesamt
  9. Platz Portugal, Maro mit „Saudade, saudade“, 171 Punkte Jury, 36 Punkte Publikum, 207 Punkte insgesamt
  10. Platz Norwegen, Subwoolfe mit „Give That Wolf a Banana“, 36 Punkte Jury, 146 Punkte Publikum, 182 Punkte insgesamt
  11. Platz Niederlande, S10 mit „De Diepte“, 171 Punkte insgesamt
  12. Platz Polen, Ochman mit „River“, 46 Punkte Jury, 105 Punkte Publikum, 151 Punkte insgesamt
  13. Platz Estland, Stefan mit „Hope“, 43 Punkte Jury, 98 Punkte Publikum, 141 Punkte insgesamt
  14. Platz Litauen, Monika Liu mit „Sentimentai“, 35 Punkte Jury, 93 Punkte Publikum, 128 Punkte insgesamt
  15. Platz Australien, Sheldon Riley mit „Not the sam“, 123 Punkte Jury, 2 Punkte Publikum, 125 Punkte insgesamt
  16. Platz Aserbaidschan, Nadir Rustamli mit „Fade to black“, 103 Punkte Jury, 3 Punkte Publikum, 106 Punkte insgesamt
  17. Platz Schweiz, Marius Bear mit „Boys do cry“, 78 Punkte Juri, 0 Punkte Publikum, 78 Punkte insgesamt
  18. Platz Rumänien, WRS mit „Llamame“, 12 Punkte Jury, 53 Punkte Publikum, 65 Punkte insgesamt
  19. Platz Belgien, Jeremie Makiese mit „Miss you“, 59 Punkte Publikum, 5 Punkte Jury, 64 Punkte insgesamt
  20. Platz Armenien, Rosa Linn mit „Snap“, 40 Punkte Jury, 21 Punkte Publikum, 61 Punkte insgesamt
  21. Platz Finnland, The Rasmus mit „Jezebel“, 12 Punkte Jury, 26 Punkte Publikum, 38 Punkte insgesamt
  22. Platz Tschechien, We are Domi mit „Lights off“, 33 Punkte Jury, 5 Punkte Publikum, 38 Punkte insgesamt
  23. Platz Island, Systur mit „Meo haekkandi sol“, 10 Punkte Jury, 10 Punkte Publikum, 20 Punkte insgesamt
  24. Platz Frankreich, Alvan & Ahez mit „Fulenn“, 9 Punkte Jury, 8 Punkte Publikum, 17 Punkte insgesamt
  25. Platz BRD, Malik Harris mit „Rockstars“, 0 Punkte Jury, 6 Punkte Publikum, 6 Punkte insgesamt

Vertreter der Staaten Albanien, Kroatien, Malta, Bulgarien, Zypern, Israel, Montenegro, Georgien, Nordmazedonien, San Marino, Österreich, Lettland, Slowenien, Irland und Dänemark schafften es nicht ins große Finale in Turin, wo nicht nur Flüsse wie Dora und Po fließen, sondern auch Tränen.

Anmerkung:

Siehe auch die Beiträge

im KULTUREXPRESSO.

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