Ai Weiwei nimmt uns mit auf eine mittelgroße Schmerzensreise durch die Geschichte der Diktatur in China – Annotation zum Buch „1000 Jahre Freud und Leid“

144
"1000 Jahre Freud und Leid" von Ai Weiwei. © Penguin im Konzern Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ich gestehe gern, dieses Buch hat mich geläutert. Schaute ich vor der Lektüre misstrauisch auf Weiwei, bin ich nun voll des Mitgefühls. Nichts weniger als seine schrecklichen Lebensgeschichten und die superschrecklichen seines Vaters fächern sich vor uns in all ihrer Grausamkeit auf.

Waren es bis zur geglückten Revolution Maos und seiner Kommunistenbande die Nationalisten, die in China jedes freiheitliche Flämmchen zerdrückten, übernahmen es danach sogleich die chinesischen Kommunisten von ihnen. Unfassbare Gräuel und Erniedrigungen mussten Vater und Sohn erfahren, bis zumindest der Sohn in London endlich die Freiheit fand.

Geschichten wie aus dem Archipel Gulag oder anderen Werken zu Diktaturerfahrungen kommen sofort in den Sinn, George Orwell hat Recht, der Kommunismus brachte schreckliches Leid über die Völker.

Weiwei fand durch seine Kunst einen Weg aus der Unterdrückung. Möge er Beispiel sein und Trost für die Millionen eingesperrten Chinesen.

Bibliographische Angaben

Ai Weiwei, 1000 Jahre Freud und Leid, Erinnerungen, 416 Seiten, Übersetzung aus dem Englischen: Norbert Juraschitz und Elke Link, fester Einband mit Schutzumschlag, Format: 15,0 x 22,7 cm, Verlag: Penguin, München, 1. Auflage, 2.11.2021, ISBN: ‎978-3-328-60231-6, Preis: 38 EUR (Deutschland), 39,10 EUR (Österreich), 49,90 SFr

Anzeige

Vorheriger ArtikelKochen mit Heyne-Hardcore – Annotation zum Buch „Zu Tisch bei Diktatoren“ von Victoria Clark und Melissa Scott
Nächster ArtikelArnold-Bode-Preis-Urkunde 2021 soll nächstes Jahr in Kassel an Tania Bruguera übergeben werden