Arme Ritter, kalte Hunde und ein Vampir – Hauptstadt-Lounge im „Hotel Berlin, Berlin“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Sein Lieblingskiez? Da muss Martin Hikel nicht lange überlegen. Na klar, Neukölln. Von dem berühmt-berüchtigten Berliner Stadtteil ist der SPD-Mann schließlich Bezirksbürgermeister. Jetzt aber befindet er sich in einer etwas anderen Welt, wenn auch nur wenige Kilometer entfernt. Berlin-Mitte, Ortsteil Tiergarten, „Hotel Berlin, Berlin“, erster Stock. Martin Hikel blickt aus dem Fenster. Beantwortet, wie vor ihm schon Schriftstellerin und Schauspielerin Bastienne Voss, geduldig die Fragen von Moderator Sven Oswald. Der steht unter ihm, im Hof, mit lauter geladenen Gästen in Feierlaune. Schick oder leger, jung oder das wenigstens innerlich, vor allem aber hungrig und durstig. Anlass war die diesjährige Hauptstadt-Lounge des „Hotels Berlin,Berlin“. Motto des Events: das ist Berlin – zwischen Hinterhof und Penthouse.

Hüftgold gab es auch zur sechsten Hauptstadtlounge im Hotel Berlin, Berlin © 2019, Foto: Fritz Hermann Köser

In diesen Sphären
bewegte sich auch das Finger-Food. Herzhaft beißen die Anwesenden in
ihr lauwarmes Reuben-Sandwich – wie schnell doch das Sauerkraut aus
den Toastbrot-Hälften quillt. Sauerkraut-Gelee hingegen begleitet
die Eisbein-Praline, bei diesem Snack bleiben die Finger immerhin
sauber. So auch bei den Königsberger Klopsen und den noch deftigeren
Nudeln mit Wurstgulasch. Wellness-Charme hingegen verbreitet der
ebenso schmackhafte Avocado-Salat mit Garnelen. Mit gutem Gewissen
kann man sich dann den armen Rittern, bei denen eine Kugel
Karamell-Eis die ärgste Not lindert, oder kalten Hunden zuwenden.
Desserts mit einem gewissen Retro- und Kindergeburtstags-Charme. All
das lässt sich trefflich mit Wein, Radler oder Limo herunterspülen.
Als Absacker dann schnell noch einen Schnaps von Mampe.

Musik liegt in der Luft im Hinterhof des Hotels Berlin, Berlin wärhend der sechsten Hauptstadtlounge. © 2019, Foto: Fritz Hermann Köser, BU: Ole Bolle

Geballte Kulinarik, hinter der sich die
Kultur nicht verstecken muss. Vilte Sta beeindruckt mit einer guten
Stimme zur Gitarre, Konrad Küchenmeister genügt das Mikrofon für
seine Beatbox-Performance. Schnellzeichner Gero Hilliger zaubert in
Sekundenschnelle Bilder wie aus dem Nichts, Anna-Jorinde Pursche
verbiegt sich an einem Luftring. Potentiellen Nachahmern bietet die
Artistin mit der bunten Punkfrisur kurz darauf kostenlose
Mini-Workshops an.

Und dann erfahren die Gäste noch
Unerhörtes. Sven Oswald gelingt es, dem Bezirksbürgermeister, der
zuvor als Mathe- und Politik-Pauker tätig war, ein Geheimnis zu
entlocken. Ob er denn einen Spitznamen bei den Schülern hatte? Na
gut, Vampir. Wegen der stattlichen Statur und den markanten
Augenringen.