Das Museu do Côa – Da steht ein Klotz aus Beton hoch am Abhang über Côa und Douro

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Museu do Côa
Ein Außenansicht des Klotzes als Keil, des Museu do Côa. © Parque e Museu do Côa

Vila Nova de Foz Côa, Portugal (Kulturexpresso). Dort, wo der Côa in den Douro mündet, steht hoch am Hang ein Klotz aus Beton. Der Côa, dessen Quelle in der Sierra das Mesas unmittelbar an der Grenze zu Spanien zu finden ist, fließt 140 Kilometer von Süd nach Nord, um bei Vila Nova de Foz Côa langsam in den über sechs Mal längeren Douro zu strömen, der wiederum bei Porto in den Atlantik mündet.

Auch auf den letzten Kilometern fließt der Côa entlang an Olivenhainen, Plantagen mit Mandelbäumen, die im Frühling blühen, und Weinreben, die im Herbst von feuersblühenden Blättern bedeckt sind. Im Hochsommer hingegen beherrschen die Schieferfelsen das Terrain.

Weg vom Wasser zum Klotz über den Flüssen, der von den Flusskreuzfahrtschiffen, die den Douro rauf- und runterfahren, gut zu erkennen ist. Noch besser ist er aus der Luft zu sehen. Dann wirkt er wie ein in die Landschaft getriebener Keil, auf dem Besucher auch noch ihre Fahr- und Motorräder und Personenkraftwagen parken können und dürfen, während die Busse kurz davor abgestellt werden müssen.

Museu do Côa
Blick über den Parkplatz des Klotzes als Keil und in die Schlucht zum Haupteingang des Museu do Côa. © Parque e Museu do Côa, Foto: Jaime Antonio

Bereits die ersten Blicke vom Parkdeck in alle vier Himmelsrichtungen sind beindruckend. Doch wer den Spalt im Beton, der wie eine von steilen Hängen beengte schmale Schlucht wirkt, abwärts geht, der wird erneut beeindruckt: vom Inneren des Museums in der äußeren Form eines Keils. Der Keil als Form des Gebäudes passt übrigens prächtig, zählt er aus Holz, Stein und Metall doch zu einer der ersten Erfindungen von Menschen.

Das Museum beherbergt in seinen surrealistischen Höhlen Côa-Kunst vom Feinsten. Die letzten siebzehn Kilometer des Côa-Tals enthalten Hunderte von paläolithischen Gravuren entlang der Ufer des Flusses, weswegen dieses Gebiet zu Portugals erstem archäologischen Park erklärt und am 2. Dezember 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde.

Unter freiem Himmel und in geballter Form im Museum finden Besucher Zeugnisse einer 25.000 Jahre alten Kunst- und Kulturgeschichte. Sie umfasst also nicht nur das gesamte Holozän, sondern auch das Jungpaläolithikum, reicht also ins Pleistozän.

Dieses reichhaltige Erbe zu bewahren und Besuchern zur Kenntnis zu geben dient die Stiftung zur Erhaltung und Aufwertung des Côa-Tals, die auch Côa-Park-Stiftung genannt wird. Sie wurde im März 2011 von IGESPAR, ARHNorte, der regionalen Tourismusorganisation des Douro, dem Côa-Tal-Verband der Gemeinden und der Gemeinde von Vila Nova de Foz Côa zur Verwaltung des Archäologischen Parks des Côa-Tals (PAVC) und des Côa-Museums ins Leben gerufen. Selbstverständlich zählen auch die Erforschung und Verbreitung der Felskunst sowie weitere archäologische, allgemein landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten im Bereich des Archäologischen Parks des Côa-Tals zu den besonderen Aufgaben der Stiftung.

Wie gut das gelingt, davon können sich Besucher des Parque e Museu do Côa überzeugen.

Parque e Museu do Côa

Rua do Museu, 5150-610 Vila Nova de Foz Côa, Portugal

Telefon: +351 279 768 260, Web: arte-coa.pt, Facebook: www.facebook.com/museudocoa

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags in der Zeit von 9 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14 Uhr bis 17.30 Uhr, montags sowie am Neujahrstag, am ersten Ostertag, am 1. Mai und am ersten Weihnachtstag geschlossen.

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