„DDR-Indianer“ wird geehrt – Gojko Mitić, weit mehr als der „Winnetou des Ostens“ und „DEFA-Chefindianer“

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Gojko Mitic. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei, CC BY-SA 3.0, Bild: rank Liebig - Archiv Frank Liebig

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Gojko Mitić war der „DEFA-Chefindianer“ und für alle anderen der „DDR-Indianer“. Nach dem Anschluss der DDR an die BRD durfte er auch als Indianer bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg auftreten, wie zuvor Pierre Louis Baron Le Bris, französische Schauspieler, der den Winnetou in den Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre der BRD verkörperte. Im Grunde spielte Mitić ab 1992 auf der Freilichtbühne unter dem Kalkberg den Winnetou.

Der eine war Baron und blieb Winnetou in den Köpfen der meisten Deutschen, der andere war mehr als der „Winnetou des Ostens“.

Der am 13. Juni 1940 in Strojkovce bei Leskovac, Königreich Jugoslawien, heute Serbien, ist ein Schauspieler und Regisseur. Mitić spricht slawische Sprachen, Deutsch, ein wenig Italienisch und Englisch. Er trat auch in dem von Artur „Atze“ Brauner produzierten Karl-May-Film „Old Shatterhand“ in einer kleinen Nebenrolle auf, sowie in „Winnetou II“ in „Unter Geiern“. Als Stuntman war Mitić in den 1960er Jahren italienischen und britischen Filmen tätig. Insgesamt wirkte er in rund 60 Filmen mit und stand oft auf den Brettern, die die Welt bedeuten, also nicht nur auf Freilichtbühnen, sondern auf Theaterbühnen, beispielsweise in dem Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“.

Nun wird der 79-jährige Gojko Mitić, der „mit den von ihm verkörperten indianischen Figuren das Genre des DEFA-Indianerfilms geprägt“ habe, für sein künstlerisches Lebenswerk ausgezeichnet. Ihm soll der mit 10.000 Euro dotierte Preis der DEFA-Stiftung am 13. Dezember in Berlin im Rahmen einer großen Gala verliehen werden.

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