Zur Ausbeutung von Mensch und Natur auf Hoher See – Zum Buch „Outlaw Ocean. Die gesetzlose See. Ein Augenzeugenbericht“ von Ian Urbina

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"Outlaw Ocean. Die gesetzlose See. Ein Augenzeugenbericht" von Ian Urbina. © Topicus

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der George-Polk- und Pulitzer-Preisträger Ian Urbina, der Geschichte in Georgetown und an der University of Chicago studierte, als Reporter für „The New York Times“ arbeitet, aber auch für „Los Angeles Times“, „Guardian“ und „Harpe`s“ schreibt, verfasste mit „The Outlaw Ocean“, das Kerstin Fricke, Claudia Hahn und Tanja Lampa für den Tropicus-Verlag aus dem VS-amerikanischen Englisch ins Deutsche übersetzten, ein Werk von beachtlicher Brisanz.

Nicht, dass nicht alles bekannt wäre, aber noch nie wurden diese auf Erfahrungen basierenden Erkenntnisse auf 558 Seiten im Format 14 x 2,5 x 21 cm geballt.

Der investigativ tätige Journalist Urbina, der mit seiner Familie in Washington D.C. lebt, schaut dorthin, wohin die Scheinwerfer einer Welt der Ware und des Spektakels nicht leuchten. Dabei sah er laut Topicus-Verlag „ein Schiff sinken, durchlebte heftige Stürme und wurde zeuge einer Beinahemeuterei“. Das alles und noch viel mehr passiert, wenn man über Jahre immer wieder auf Recherchereisen Piraten, Söldner, Wilderer, Schmuggler, Menschenhändler, Wrackdiebe, Sklaven, blinde Passagiere sucht und auch findet. Er habe zudem „Umweltschützer und -verschmutzer in Aktion erlebt“, teilt der Topicus-Verlag zur deutschsprachigen Buchpremiere am 29. Oktober 2019 mit.

Insofern ist „Outlaw Ocean“ ein auf etlichen Erfahrungen basierender andauernder Abenteuerbericht, der fasziniert, weil Urbina fesselnd über Erschreckendes zu erzählen versteht, Geschichten von großer Kriminalität und Ausbeutung von Mensch und Natur auf Hoher See mit der brutalen Geschichte der Fischerei-, Öl- und Schifffahrtsindustrie verbindet und also zu einem politisches Plädoyer ansetzt. Mehr Reportage und Journalismus, der so spannend ist wie ein Thriller, geht kaum.

Doch Urbina geht nicht so weit, den Kapitalismus als solches zu kritisieren und auf den Begriff zu bringen. Schade, dass ihm nicht mehr als Plattitüden wie „Schutz der Seeleute“, „eine transparentere Lebensmittelversorgung“ und „Überwachung und Ermittlung bei Verbrechen auf See“ einfallen und also Strafen für „Schwarze Schafe“.

Bibliographische Angaben

Ian Urbina, Outlaw Ocean. Die gesetzlose See. Ein Augenzeugenbericht, aus dem Amerikanischen von Kerstin Fricke, Claudia Hahn und Tanja Lampa, Originaltitel: The Outlaw Ocean, 68 Seiten, Format: 14 x 2,5 x 21 cm, gebunden, Verlag: Topicus, 1. Auflage, Luxemburg, 29. Oktober 2019, ISBN: 978-2-49670-086-2, Preis: 19,99 EUR (D)

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