Die Nasenschilder der Warschauer Altstadt – Zeichen der Erinnerung und Zierrat

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Schild eines ehemaligen Glas- und Porzellangeschäftes, Altstadtmarkt 13. © Büro des Denkmalkonservators der Hauptstadt, Denkmalamt Warschau

Dresden, Deutschland (Kulturexpresso). Seit dem 24.5.2019 ist im Kraszewski-Museum in Dresden die Sonderausstellung über die Warschauer Altstadt, genauer gesagt über ihr charakteristisches Kunsthandwerk, welches seit den 1950er Jahren die wieder aufgebauten Häuser der Warschauer Altstadt auszeichnet, zu sehen.

Die Rede ist von den sogenannten Nasenschilder. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der Museen Dresden vom 24.5.2019: „In Westeuropa kamen sie erstmals im 14. Jahrhundert auf, erreichten den Höhepunkt ihrer Popularität aber erst im 16. und 17. Jahrhundert. Auch in Warschau warben sie jahrhundertelang für Waren und Dienstleistungen. Dann jedoch kamen sie aus der Mode. Die letzten historischen Exemplare wurden bei den ersten Sanierungen der Altstadt im Jahr 1918 entfernt. Als beim Wiederaufbau Warschaus nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entschieden worden ist, die Altstadt einerseits als Wohnsiedlung, andererseits als Ort kulturellen Lebens zu rekonstruieren, entschloss man sich, visuell einheitliche Gewerbeflächen zu gestalten. In zwei Phasen – während des Wiederaufbaus in den 1950-er und 1960-er Jahren sowie in den frühen 1970-er Jahren – wurden dazu von renommierten Künstlern und Handwerkern neue Nasenschilder entworfen. Ihre Motive orientierten sich in der Tradition mittelalterlicher Gilden an den angebotenen Produkten, bezogen sich auf grafische Logos staatlicher Unternehmen oder auf alte Sagen und Legenden. Die meisten von ihnen sind heute noch erhalten. Durch ihre kreative Gestaltung und die ausgezeichnete handwerkliche Umsetzung ihrer filigranen schmiedeeisernen Details prägen sie das Bild der Warschauer Altstadt, die seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe ist.“

Die rekonstruierte Warschauer Altstadt sollten Besucher der polnischen Hauptstadt einmal gesehen haben, doch wer es nicht bis Warschau schafft, erreicht vielleicht wenigstens das Kraszewski-Museum, Nordstraße 28, 01099 Dresden, wo die Sonderausstellung noch bis zum 8.9.2019 immer mittwochs bis sonntags von 13 Uhr bis 18 Uhr gezeigt wird.

Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Gruppen (ab 10 Personen) 3 Euro, freitags ab 13 Uhr Eintritt frei

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