Ein afroamerikanischer Soziologe 1936 in Deutschland

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W.E.B. Du Bois: "Along the color line". © C.H. Beck

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). 1936 reist der amerikanische Bürgerrechtler W. E. B. Du Bois durch Nazideutschland.

Er fragt: Wie verhält es sich mit der Farblinie? Wo verläuft sie? Wo und wie findet Rassismus statt?

Ihm springt vor allem die unfassbar schlimme Lage der Juden ins Auge: „Sie übertrifft an rachsüchtiger Grausamkeit und öffentlicher Herabwürdigung alles, was ich je erlebt habe.“

Während er die „…Wagner-Festspiele in Bayreuth und das Deutsche Museum in München, deutsche Bierlokale und die Olympischen Spiele in Berlin… besucht, beobachtet er das finstre Treiben der deutschen Nazis.

Seine vielschichtigen Reisereportagen sind unbedingt zu lesen, weil sie durchdrungen sind vom tiefen Humanismus und uns mit aller nötigen Härte die Schrecken des deutschen Faschismus vor die Augen halten.

William Edward Burghardt (W. E. B.) Du Bois (1868–1963) war Soziologe und Bürgerrechtler und gehört zu den einflussreichsten afroamerikanischen Intellektuellen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er studierte vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin und promovierte als erster Afroamerikaner in Harvard. Als Professor lehrte er an der Universität von Atlanta. 1909 wurde er Gründungsmitglied der National Association for the Advancement of Colored People. Sein Essayband „The Souls of Black Folk“ (1903) ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur.

Bibliographische Angaben

W. E. B. Du Bois, W. E. B., Along the color line, Eine Reise durch Deutschland 1936, Herausgeber: Oliver Lubrich, Reihe: Textura, 168 Seiten, mit fünf Abbildungen, Bindung: fester Einband, Gewicht: 261 g, Format (B x L): 12,8 x 20,2 cm, Verlag: C.H. Beck, München, 1. Auflage, 12.9.2022, ISBN: ‎ 978-3-406-79154-3, Preis: 20 EUR (Deutschland)

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